Sankt Irgendwas

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Autorin: 
Tamara Bach

Darum geht’s:
Eine Klassenfahrt, ein furchtbarer Klassenlehrer und etwas, über das keiner der Schüler redet.

Meine Meinung:
Ich gebe es zu: Fast hätte ich dieses Buch für unsere Buchhandlungen nicht eingekauft, weil mich der Text in der Vorschau einfach nicht überzeugt hatte. Doch unsere Vertreterin erhob Einspruch und meinte, ich solle dem Buch noch eine Chance geben. Ein paar Wochen nun nach der Vertreterreise stolperte ich über das Buch in einer unserer Buchhandlungen (wo es auch hingehört, denn ich hatte es ja eingekauft) und nahm es mit, weil ich die leidenschaftliche Verteidigung der Vertreterin nicht vergessen hatte.  Und zum Glück habe ich auf sie gehört.

Das Buch beginnt und endet mit der Unterhaltung von Schülern aus den Parallelklassen der 10b, die sich über den kurzfristig anberaumten Elternabend nach der Klassenfahrt wundern und darüber, dass keiner aus der Klasse verraten will, was auf der Klassenfahrt vorgefallen ist. Gerüchte werden genannt von einem Bombenanschlag oder etwas schlimmeren, doch niemand weiß etwas genaues.

Die Handlung selbst wird in Form eines Protokolls erzählt, dass die Schüler der 10b während der „Studienfahrt“ führen müssen sowie zwei Mails des Lehrers. Kurz vor Ende, als dann das Totgeschwiegene passiert, wechselt die Perspektive vom Bericht der Schüler zu einer reinen Beschreibung der Handlung, um allen Ereignissen und den Gedanken der Beteiligten gerecht zu werden. Dieser Bruch hat mich tatsächlich kurz im Lesefluss verwirrt, weil ich das Gefühl hatte, irgendwas nicht mitbekommen zu haben. Da das Buch so schon sehr kurz ist (gerade mal 123 Seiten), verunsicherte mich dies sehr und ich blätterte mehrfach zurück, um sicher zu gehen, dass ich doch nichts überblättert hatte. Vielleicht hätte man hier im Satz des Buches einfach eine klarere Trennung bauen müssen, oder vielleicht geht es ja wirklich nur mir so.

In die Handlung selbst kam ich schnell rein. Durch das Protokoll ist man nah an den Schülern dran, die sich im Schreiben abwechseln und so erhalten wir mehrere Perspektiven, die die Schüler und beiden Lehrer auf Klassenfahrt verschieden beschreiben. Ich muss jedoch sagen, dass mir die Klasse zu harmonisch war und zu sehr zusammen gehalten hat. Das war schon fast zu idyllisch, um wahr zu sein. Von den Mitschülern aus der Parallelklasse wird vorher erwähnt, dass die Klasse komisch ist in ihrem Zusammenhalt und auch bereits einen Sitzstreik organisierte, weil ein Lehrer sich nicht richtig verhalten hatte. Auch wird beleuchtet, dass der Klassenlehrer der 10b kurz vor der Rente steht und eigentlich seine Zeit nur noch absitzt, ohne wirklich noch Bock auf seinen Job zu haben. Auch später wird klar, dass die Schüler der Klasse ihren Klassenleiter nicht leiden können, der sich mehrfach ungehalten und unfair sowie irrational verhält und versucht, die Klasse gegeneinander auszuspielen. Doch statt sich gegenseitig ans Messer zu liefern, halten die Schüler zusammen und verraten sich nicht (wie gesagt, sehr idyllisch).

Auf der Klassenfahrt benimmt sich der Klassenlehrer mehrfach daneben, lässt aber immer nur seine Schüler dafür büßen, statt den Fehler in sich selbst und seinem Verhalten zu suchen. Am Ende eskaliert die Situation so sehr, dass das besagte Totgeschwiegene passiert, von dem später alle munkeln. Der Aufbau der Spannung bis zu diesem Moment ist gut gelungen und viel zu schnell ist das Buch zu Ende.

Ich glaube nicht, dass ich zu dem Buch gegriffen hätte, wenn die Vertreterin es nicht so leidenschaftlich angepriesen hätte. Doch am Ende habe ich es nicht bereut, dieses Buch gelesen zu haben. Es ist keins der Bücher, dass man unbedingt gelesen haben muss, aber interessant und faszinierend, wenn auch in Hinblick auf die Realität ein wenig zu utopisch. Wie schön wäre es doch, wenn sich wirklich alle in einer Klasse gut genug verstehen und sich nicht gegenseitig fertig machen.


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