Kapitel für Kapitel 3: Ein Risiko

Edwards Kapitel – Darum geht’s:

Edward denkt abermals darüber nach, die Stadt zu verlassen. Am nächsten Tag in der Schule hat Alice eine Vision von einem Autounfall, in dem Bella involviert ist und Edward rettet sie vor einem schlitternden Auto, bevor sie zerquetscht werden kann. Dabei fällt Bella auf, dass mit Edward etwas nicht stimmt und spricht ihn drauf an. Er leugnet alles. Im Krankenhaus spricht er mit Carlisle darüber, nun gehen zu müssen. Nach ihren Untersuchungen konfrontiert Bella ihn mit den Geschehnissen auf den Schulhof, verspricht aber niemanden etwas davon zu erzählen.

Bellas Kapitel – Darum geht’s:

Bella wacht morgens auf und stellt mit Erschrecken fest, dass es über Nacht gefroren hat. Auf dem Weg zur Schule gerät sie mehrfach ins Schlittern. Auf dem Schulhof hört sie plötzlich ein komisches Geräusch und sieht einen Van auf sich zukommen. Aus den Augenwinkeln nimmt sie Edward am anderen Ende des Hofes stehend wahr und im nächsten Augenblick wird sie zur Seite geschleudert. Edward hat sie vor dem Aufprall mit dem Wagen gerettet und verwirrt spricht sie ihn drauf an. Im Krankenhaus muss sie einige Untersuchungen über sich ergehen lassen, aber hat letztlich nur eine leichte Prellung am Kopf. Als sie Edward auf die Geschehnisse anspricht, wird er abweisend und kalt. Wieder zu Hause angekommen, muss sie ihre Mutter beruhigen, da Charlie ihr von dem Unfall erzählt hat.

Seitenanzahl der Kapitel:

Edward: 28 Seiten
Bella: 16 Seiten

Schädliches Verhalten:

  1. Seite 70, Edwards Buch:

»Danke. Sehr großzügig, vor allem, wenn man bedenkt, dass ich niemandes Privatsphäre respektiere.« Mit einer Ausnahme. Und ich tat, was ich konnte, um sie ihr zu nehmen.

Warum: Er ist sich der Grenzen von Bellas Privatsphäre bewusst, will sie aber dennoch ignorieren, um seine eigenen Bedürfnisse (in diesem Fall seine Neugier, da er ihre Gedanken nicht lesen kann) zu befriedigen.

2. Seite 74, Edwards Buch:

Sie parkte nicht sehr weit von mir entfernt, aber sie hatte mich noch nicht gesehen, wie ich dastand und sie beobachtete.

Warum: Er wartet auf dem Schulhof auf ihre Ankunft. Allerdings nicht, um mit ihr zu sprechen, sondern nur um sie zu beoachten: Klassisches Stalkerverhalten.

3. Seite 78, Edwards Buch:

Sie versuchte mühsam sich aufzusetzen, doch ich hielt sie lieber noch fest. Es kam mir irgendwie … sicherer vor. Jedenfalls war es ein besseres Gefühl, sie dicht bei mir zu haben.

Seite 62, Bellas Buch:

Meine Stimme klang eigenartig. Ich versuchte mich aufzusetzen und merkte erst jetzt, dass er mich fest an Seite presste. […] Ich drehte mich weg, um mich aufzusetzen, und dieses Mal ließ er es geschehen.

Warum: Bella möchte sich aufsetzen. Aber er lässt sie nicht, weil es seiner Meinung nach sicherer ist. Sein Willen steht über ihrem und sie muss sich dem fügen.

4. Seite 79, Edwards Buch:

Ich sah sie mit weichen, gütigen Blick an. Das schien sie zu verwirren. Sehr gut.

Warum: Er manipuliert ihre Gefühle absichtlich um sie zu verwirren. Abermals um seinen eigenen Willen durchzusetzen und ihre Meinung zu denunzieren.

5. Seite 86, Edwards Buch:

Sie ist hübsch, dachte er, fast überrascht. Selbst jetzt, so völlig fertig nach dem Unfall. Eigentlich gar nicht mein Typ. Trotzdem … Ich könnte mal mit ihr ausgehen. Als Wiedergutmachung für die Sache heute.
Dann war ich draußen im Flur, auf dem Weg zur Notaufnahme, ohne auch nur einen Moment darüber nachzudenken, was ich da tat.

Warum: Zwei Sachen: Nicht nur sind Tylers Gedanken absolut fehl am Platz, wenn man bedenkt, dass beide gerade in einen Autounfall verwickelt waren und in der Notaufnahme sind. Auch die Idee, ein Date als Wiedergutmachung zu tarnen, obwohl die Motive eigentlich ganz andere sind, ist falsch. Edward zeigt wieder typisches Territorialverhalten, sobald er mitbekommt, dass sich jemand anderes für Bella interessiert.

6. Seite 91, Edwards Buch:

Unsicher ging sie ein paar Schritte, dann verlor sie das Gleichgewicht und fiel Carlisle praktisch in die Arme. Er fing sie auf und hielt sie. Wieder packte mich der Neid.

Warum: Edward zeigt wieder toxisches Verhalten, nur weil es einer anderen Person möglich ist, Bella zu berühren.

7. Seite 93, Edwards Buch:

»Was willst du?« fragte ich kalt. Meine Feindseligkeit blieb nicht ohne Wirkung. Sie war verunsichert, ihr Gesicht hatte jetzt wieder den Ausdruck, der mich so lange verfolgt hatte.

Warum: Edward verunsichert Bella absichtlich, um seinen Willen durchzusetzen. Als Vergleich Bellas Perspektive:

Seite 69, Bellas Buch:

Seine Unfreundlichkeit schüchterte mich so sehr ein, dass meine Worte weniger scharf klangen, als ich es beabsichtigt hatte. […] Seine Gereiztheit ließ mich zurückzucken.

Warum: Nicht nur fühlt sich Bella sehr unwohl in dieser Situation, Edward ist sich dessen absolut bewusst und versucht, genau das zu erreichen.

8. Seite 93, Edwards Buch:

»Bella, du hast dir den Kopf gestoßen, du weißt nicht was du redest.«

Warum: Edward bevormundet sie an dieser Stelle und denunziert ihre gesamte Meinung damit, dass sie eine leichte Prellung am Kopf hat.

9. Seite 59, Bellas Buch:

Und während mir die Feindseligkeit, die er manchmal ausstrahlte, immer noch Angst machte, ließ mich sein makelloses Aussehen nach wie vor verstummen.

Warum: Edward macht ihr offensichtlich Angst, aber diese Gefühle werden für nichtig erklärt, weil er gut aussieht. Das Aussehen einer Person sollte nicht darüber entscheiden, ob Gefühle der Angst oder des Unwohlseins ernst genommen werden.

10. Seite 60, Bellas Buch:

Woran es auch lag, Mikes schwänzelnde Ergebenheit und Erics offensichtliche Rivalität ihm gegenüber behagten mir nicht.

Warum: Wenn es vorher noch nicht klar war, ist es nun offensichtlich, dass Bella die Avancen nicht gutheißt.

Und wieder ein Kapitel zu Ende und wieder einmal frage ich mich wie Edwards manipulatives Verhalten als romantisch betrachtet werde kann.

Alles Liebe,
Anna


Ein Gedanke zu “Kapitel für Kapitel 3: Ein Risiko

  1. Obwohl es ja eigentlich überhaupt kein Geheimnis ist, dass Edward ein Stalker ist (wie viele Gags und Parodien gibt es dazu? unzählige!), bin ich hier doch immer wieder überrascht, wie extrem dieses Verhalten auch in dem neuen Buch ist. Man hätte ja irgendwie meinen können, dass sich so ein Plot im Jahr 2020 anders liest… und Edward so ein bisschen mehr Selbstreflektion und weniger toxische Gedanken bekommt, aber nein… sieht nicht danach aus. Ich bin sehr beeindruckt von deiner/ eurer Detailarbeit! Meine Motivation, das Buch zu lesen, wächst dadurch nicht unbedingt, aber das ist ja auch keinesfalls Sinn der Sache. Wirklich ein gutes Projekt, das ihr da durchzieht 🙂

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