13 Feministische Buchtipps

Seit nun etwa drei Jahren beschäftige ich mich tiefgehender mit dem Thema Feminismus. In dieser Zeit sind mir viele tolle Bücher über den Weg gelaufen, die mich inspiriert, informiert, glücklich, wütend, angriffslustig, geschockt und vor allem stärker gemacht haben. Und all diese Bücher haben mich zu der Feministin gemacht, die ich heute bin. Da ich weiß, wie schwer es manchmal ist, das richtige Buch zu finden, das den eigenen Ansprüchen gerecht wird, oder aber dem gewünschten Thema entspricht, habe ich euch diese Liste meiner liebsten Bücher zusammengestellt, die mich über die letzten Jahre gefunden und geprägt haben. Die Reihenfolge sagt nichts über die Qualität der Bücher aus, sondern ist vollkommen willkürlich gewählt – wie immer.

1. Jennifer Matthieu: Moxie

Moxie hat mir 2017 die Augen geöffnet und meinen Hunger für mehr feministische Bücher geweckt. Das Buch spielt an einer Highschool und im Mittelpunkt steht Vivian, die genug von der Diskriminierung des Kleidungsstils von Mädchen hat, die damit angeblich die Jungs vom Lernen ablenken. Sie hat genug, dass Jungs ihre sexistischen Kommentare Mädchen gegenüber ablassen dürfen, ohne dafür gerügt zu werden. Genug davon, dass die Lehrer einfach alles durchgehen lassen. Inspiriert von ihrer Mutter, die ein Riot Girrrl war, und ihren feministischen Zines, startet sie anonym ihr eigenes kleines Zine und löst damit eine Revolution an der Schule aus. 
Warum das Buch auch auf eure Leseliste gehört? Weil das Motto „Moxie Girls Fight Back!“ der Kampfspruch eines jeden Mädchens sein sollte. Veränderung geschieht nicht einfach, wir müssen sie uns selbst erkämpfen. Moxie steht für Selbstvertrauen und Entschlossenheit (so zumindest nach dem Cambridge English Dictionary) und wenn ihr mich fragt, dann sind das zwei wichtige Eigenschaften, die sich jedes Mädchen und jede Frau zu eigen machen sollte.
Das Buch ist mittlerweile auf deutsch im Arctis-Verlag erschienen; Weihnachten kommt endlich auch das Taschenbuch heraus. 

2. Holly Bourne: Spinster Club Reihe

Evie, Lottie und Amber – drei Freundinnen, die durch dick und dünn gehen. Und wenn sie nicht gerade mit dem Leben hadern, kämpfen sie gegen das Patriarchat in ihrem selbst gegründeten Spinster Club. Holly Bourne hat jeder der drei Mädchen einen Band gewidmet und jedes Buch hat einen anderen Schwerpunkt. Doch sie alle haben eine laute feministische Stimme und geben viele Tipps, wie man selbst aktiv werden kann. Nebenbei hatte ich viel Spaß beim Lesen, denn diese drei Mädchen sind Chaos pur, aber auf die beste Art. 

In welcher Reihenfolge die Reihe angedacht war (bevor der deutsche Verlag sie in einer willkürlichen Reihenfolge veröffentlichte):

  • Band 1: Am I Normal Yet? (Evies Band über Zwangsstörungen und den Beginn der Freundschaft)
  • Band 2: How Hard Can Love Be? (Ambers Band über Alkoholismus und den Wunsch, von der eigenen Mutter geliebt zu werden)
  • Band 3: What’s a Girl Gotta Do? (Lottis Band über den aktiven Kampf gegen das Patriarchat und welche Auswirkungen er auf die eigene Psyche haben kann)

Warum ihr diese Reihe lesen solltet? Sie ist witzig, ohne Klischees zu bedienen und macht Mut, selbst aktiv zu werden. Sie zeigen auch, wie wichtig es ist, nicht nur dazusitzen und zuzuschauen und das patriarchale Denkensmuster uns überall in unserem Alltag umgeben.
Die Reihe ist komplett auf deutsch im dtv-Verlag erschienen., aber Achtung; wie bereits erwähnt in falscher Reihenfolge.

3. Louise O’Neill: Only Ever Yours

Ungefähr ein Jahr bevor ich über Moxie gestolpert bin, las ich Only Ever Yours aus der Feder von Louise O’Neill. In dieser Phase meines Lebens war ich gerade verrückt nach diesen Castingshow vs Bachelorette Büchern wie beispielsweise die Selection Reihe von Kiera Cass und dieses Buch klang genauso. Im Mittelpunkt des Buches stehen die eves, Mädchen, die designt und nicht geboren werden, einzig zu dem Zweck, Lebenspartnerin, Konkubine oder Erzieherin zu werden. Ihr Lebensziel: Gewicht einhalten, schön sein, nett sein und von einem Mann erwählt werden. Wie unwichtig Frauen in der Gesellschaft sind, die Louise O’Neill in ihrem Buch porträtiert, wird nicht nur durch die Reduzierung der Mädchen auf ihr Aussehen klar, alle Mädchennamen werden auch ohne großen Anfangsbuchstaben im Buch geschrieben, was symbolisiert, dass die Mädchen nicht mehr wert sind, als ein Adjektiv, Verb oder unbestimmtes Nom. 
Warum ihr dieses Buch einen Platz auf eurem TBR verdient hat? Dieses Buch lässt euch nicht nur Castingshows wie GNTM, Bachelor und Co. aus einer völlig neuen Perspektive wahrnehmen, es zeigt auch die Perversität hinter der Objektivierung von Frauen. Und ja, natürlich handelt es sich hier um ein fiktives Gesellschaftssystem, in dem genau dieser Punkt auf die Spitze getrieben wird, doch liegen hier die Begriffe Dystopie und Utopie zu eng beieinander – je nachdem aus welchem Blickwinkel ihr dieses Buch betrachtet, könnt ihr beide Begriffe zur Beschreibung dieser Zukunftsvariante nutzen und liegt immer richtig. 
Was ihr über Louise O’Neill wissen solltet? Ihre Bücher fordern euer Mitdenken, denn auf die These des Buches und deren Prämisse müsst ihr am Ende selbst kommen. Doch das ist auch das tolle an ihren Büchern, denn je mehr ihr euch mit Feminismus beschäftigt, desto mehr erkennt ihr auch in ihren Geschichten. 
Von ihren Büchern ist leider bisher nur eins auf Deutsch erschienen (Du wolltest es doch bei Carlsen); wer in den Genuss dieser Geschichte kommen will, muss deshalb die englische Ausgabe wählen.

4. Chimamanda Ngozi Adiche: Zwei Lesebände

Die nigerianische Autorin Chimamanda Ngozi Adiche ist vor allem für ihren Roman Americanah bekannt, doch meine Aufmerksamkeit weckte sie mit ihrem TEDtalk mit dem Titel We Should All Be Feminists. Das deutsche Transkript dieses Vortrags ist im Fischer Verlag erschienen unter dem Titel Mehr Feminismus! Ein Manifest und Vier Stories. Darin spricht sie von der Quintessenz des Feminismus und erzählt von persönlichen Erlebnissen, die sie geprägt und in ihr den Wunsch geweckt haben, sich für diese Bewegung zu engagieren. Liebe Ijeawele … (ebenfalls bei Fischer erschienen) ist ihr Brief an eine Mutter, die ihre Tochter feministisch erziehen möchte. In fünfzehn Vorschlägen erläutert sie, wie man es als Erziehungsverantwortliche/r schaffen kann, sein Kind offener, toleranter und gleichberechtigt zu erziehen und Mädchen die Kraft und Stärke mitzugeben, die sie in unserer heutigen Zeit benötigen, um sich zu behaupten. 
Warum ihr diese beiden Bücher gelesen haben solltet? Weil Feminsimus nicht nur weiß ist und nicht nur in unserer westlichen Welt ein Thema. Chimamanda Ngozi Adiche ist eine inspirierende Frau, die sich für die Rechte von Frauen weltweit einsetzt. Außerdem ist sie eine tolle Autorin, die noch einmal einen anderen Blickwinkel auf den Feminismus mit starken Protagonistinnen wirft.

5. Caitlin Moran: How To Be a Woman

Was bedeutet Frausein, welche Stigmata sollten wir nicht mehr bedienen, wie werde ich zu der Frau, die ich sein will? All diese Fragen und noch viele mehr beantwortet die Journalistin Caitlin Moran in ihrem biografisch geprägten Aufklärungsbuch. Witzig und mit vielen peinlichen und immer ehrlichen (zumindest gehe ich davon aus) Anekdoten erzählt sie, wie steinig der Weg zu sich selbst sein kann, vor allem als Frau, und wie sie in ihrem Leben die Klischees bekämpfte, die von Frauen in unserer Gesellschaft erwartet werden. 
Ich war in der ersten Hälfte meiner Zwanziger vor allem deshalb depressiv, weil ich mich selbst als Versagerin sah. Ich hatte nicht eines der Ziele erreicht, die von Frauen in meinem Alter erwartet wurden: kein Freund, kein Sex, keine Dates, kein Verlobungsring, keine Perspektive auf Enkelkinder. Ich habe mich selbst so fertig gemacht, weil ich diesen Stigmata nicht entsprochen habe, dass ich nicht mehr leben wollte. Ich wünschte, ich hätte dieses Buch in genau dieser Phase meines Lebens besessen, denn dann hätte ich erkannt, wie sehr die patriarchalen Erwartungen der Gesellschaft mir die Luft zum Atmen genommen hatten und dass ich die Freiheit besitze, mein Leben selbst zu definieren, ohne diesen Anforderungen gerecht werden zu müssen. Eine Frau darf aussehen, wie sie will, sein, wie sie will und verdammt noch mal machen, was sie will. Wir sind im 21. Jahrhundert und gleichberechtigt (zumindest sagt das das Gesetz). Caitlin Morans Buch gab mir meinen Mut zurück und nahm mir mein schlechtes Gewissen … leider nur 4 Jahre zu spät … aber besser spät als nie.
Warum ihr das Buch lesen solltet? Weil ihr es verdient habt, so zu sein, wie ihr sein wollt. Und weil ihr ein Buch in euren Bücherregal benötigt, dass euch dieses Recht zugesteht und euch Mut gibt, mehr zu sein, als die Klischees euch erlauben. Caitlin Moran ist die große Schwester, mit der ich vielleicht nicht unbedingt gerne ein Zimmer geteilt hätte, doch deren Rat ich mir schon viel früher gewünscht hätte. 
Die deutsche Ausgabe des Buches ist übrigens unter gleichem Titel bei Ullstein erschienen; eine Fortsetzung des Romans erschien außerdem vor kurzem auf Englisch unter dem Titel More Than a Woman.

6. Margaret Atwood: A Handmaid’s Tale

Eine Gesellschaft, in der Frauen keine Rechte haben und nur noch Eigentum ihres Mannes sind. Kann uns nicht passieren? Margaret Atwood zeichnet in ihrem Buch eine Welt, die viel zu schnell real werden könnte und liefert auch noch die nötigen Schritte dazu. Gruselig, faszinierend und schockierend folgen wir in ihrer Geschichte Offred, die als eine der wenigen fruchtbaren Frauen unter wohlhabenden Männern und deren Partnerinnen herumgereicht wird, um ihnen das ersehnte Kind zu gebären. Vollkommen ihrer Rechte entmachtet, tauchen wir durch ihre Augen in die neue Weltordnung ein, verlieben uns verbotenerweise und werden schwanger vom falschen Mann. Um ihr Kind zu behalten, bleibt nur die unmögliche Flucht.
Warum ihr dieses Buch zumindest einmal im Leben gelesen haben solltet? Nicht nur gilt The Handmaid’s Tale (deutsch: Der Report der Magd) als Klassiker, es zeigt vor allem, wie schnell unsere Gesellschaft kippen kann, wenn sich die Männer zu sehr bedroht von uns Frauen fühlen. Denn ob wir es wollen oder nicht – die meiste Macht ist noch immer nicht gerecht zwischen allen Geschlechtern verteilt und die nächste Diktatur ist gar nicht so unwahrscheinlich, wie wir immer denken. 

7. Scarlett Curtis: Feminists Don’t Wear Pink and other lies

Fünfzig Texte, fünfzig verschiedene Blickwinkel auf den Feminismus und was er fünfzig verschiedenen Personen, die diese Bewegung unterstützen, bedeutet. Scarlett Curtis hat sie alle in Feminists Don’t Wear Pink gesammelt, kuratiert und selbst einige Texte hinzugefügt. Einige Texte sind ganz persönlich, andere erzählen von Erlebnissen oder sammeln Gedanken zur Bewegung, fassen deren Geschichte zusammen oder geben Gedankenanstöße zu Klischees und dem eigenen Handeln. Persönlichkeiten wir Alison Sudol, Keira Knightley, Evanna Lynch und viele andere tolle Frauen haben zu diesem Buch einen Beitrag hinzugefügt und jeder Beitrag für sich ist inspirierend. 
Warum dieses Buch auf euren TBR gehört? Weil das Buch voller toller Blickwinkel, Meinungen und mutgebender Texte ist. Jeder von uns nimmt etwas anderes aus Feminists Don’t Wear Pink mit und egal ob ihr nur ein oder zwei Texte lest oder alle, chronologisch oder selektiv. Viele der Texte beschäftigen sich auch mit dem Weg der einzelnen Personen hin zum Feminismus und in manchen können wir uns wiedererkennen. Denn es gibt nicht nur den einen Feminismus und den einen Weg, wie wir aktiv sein können – genau das verdeutlicht uns dieses tolle pinke Buch.
Es gibt eine deutsche Variante des Buches, wobei einige der Originaltexte mit deutschen Texten ausgetauscht wurden, zu finden unter dem Titel The Future is Female vom Goldmann Verlag. 

8. Rupi Kaur: milk and honey

Ihr seht es dem Foto schon an, dieses Buch voller Gedichte besteht auch zu einem Großteil aus Klebezellteln, die meine Lieblingsgedichte markieren. Rupi Kaurs Buch milk and honey umfasst Gedichte zu Themen wie verletzt, vergewaltigt und gedemütigt zu werden, aber auch Themen wie zu sich selbst finden, sich selbst heilen und zu lieben. In so vielen dieser Gedichte habe ich mich wiedergefunden. Sie sind wie Strohhalme, an die ich mich klammern kann, wenn ich selbst drohe zu versinken. Und das macht für mich ein gutes Gedicht aus, wenn es ein Anker in stürmischer See ist, der Hoffnung gibt auf Halt und auf ein rettendes Ufer.
Warum ihr dieses Buch lesen solltet? Ich tue mich immer schwer, Gedichte anderen zu empfehlen, weil sie sich oft persönlicher anfühlen, als andere Bücher. Mich berühren sie anders und sie finden ihren Weg zu mir auf andere Weise als andere Geschichten. Mir hat dieses Buch Trost gegeben in einer Zeit, in der ich ihn gebraucht habe, sowie Kraft für eine neue Lebensphase. Euch mag es etwas anderes bieten, doch wunderschön sind diese Gedichte auf jeden Fall.
Das Buch ist zweisprachig (deutsch/englisch) im Lago Verlag erschienen, ihr zweiter Band Die Blüten der Sonne bei S. Fischer. Gerade erschien auch ein neues Buch von ihr mit dem Titel #metoo.

9. Louise O’Neill: The Surface Breaks

Wir alle kennen die Geschichte: Kleine Meerjungfrau rettet einen Menschen und ist so fasziniert von seiner Welt und ihm, dass sie ihre Gefühle mit Liebe verwechselt und ihm in seine Welt folgen will. Mithilfe einer Meerhexe erhält sie Beine und opfert dafür ihre Stimme, um in einer bestimmten Zeit ihn dazu zu bringen, dass er sich in sie verliebt. Louise O’Neill wirft die Geschichte in ein moderneres Setting und überspitzt die Gesellschaft unter der Meeresoberfläche, doch die Grundpfeiler der Handlung bleiben erhalten. Ohne sie aktiv als diese herauszustellen, wird die Meerhexe jedoch zur Stimme der Vernunft und zum Vorbild, auch wenn die kleine Meerjungfrau völlig in ihrem Wunschglauben gefangen ist, um dies anzuerkennen. 
Warum ihr dieser Geschichte eine Chance geben solltet? Weil keine Frau ihre Stimme opfern oder sich selbst verändern sollte, nur damit sie einem Mann gefällt – irgendwann müssen wir diese Lektion alle lernen. Und weil Louise O’Neills Bücher einfach toll sind. Wenn ihr nicht mit Only Ever Yours anfangen wollt, dann nehmt euch dieses Buch zur Hand; wie bei dem anderen ist die Prämisse des Buches nicht auf den ersten Blick erkennbar, sondern wird erst deutlich, wenn ihr am Ende einen Blick zurück auf die Handlung werft.
Nein, The Surface Breaks ist ebenfalls nicht in deutscher Sprache erschienen, doch wer Spaß an der englischen Sprache hat, wird dieses Buch lieben.

10. Laura Zimmermann: Meine Augen sind hier oben

Erst vor kurzem ist dieses tolle Buch beim Arctis-Verlag erschienen und für mich gehört Meine Augen sind hier oben zu den besten Büchern des Sommers. Im Mittelpunkt der Handlung steht Greer, deren Selbstwertgefühl von ihren großen Brüsten erstickt wird. Um in der Volleyballmannschaft der Schule mitspielen zu können, sucht sie nach einer Möglichkeit, ihre Brüste zu bändigen und findet dabei ganz langsam zu sich selbst. Auch das Interesse an dem neuen Jungen in der Stufe (der dankenswerterweise zu den Good Boys gehört) wirbelt allerlei Gefühlschaos auf, das geordnet werden will.
Warum dieses Buch nicht auf eurer Leseliste fehlen sollte? Weil jede von uns irgendein Körperteil hat, dass sie am liebsten verstecken will und wir alle manchmal jemanden benötigen, der unser schiefes Selbstwertgefühl wieder geraderückt. Dieses Buch bietet uns durch Greer die Möglichkeit, unsere eigene Wahrnehmung von uns selbst zu hinterfragen und vielleicht ein paar der unnötigen negativen Gefühle zu unserem Körper aus dem Weg zu schaffen. 

11. Lucy Cuthew: Blood Moon

Es ist nur Blut, oder nicht? Was passiert, wenn ein peinlicher Moment plötzlich publik wird und einen viralen Shitstorm auslöst, muss Frankie am eigenen Leib in Blood Moon erleben, als irgendwie bekannt wird, dass sie ihre Periode bekam, als ein Junge sie gefingert hat. Vorurteile und Unwissen entwickeln sich schnell zum Meme, dass wie ein Buschfeuer das Internet erobert und Unbeteiligte einlädt, ihre Meinung kundzugeben. Währenddessen schämt sich Frankie und wird ausgestoßen für etwas, dass vollkommen natürlich und normal ist und jedem Mädchen und jeder Frau passieren könnte. 
Warum dieses Buch in euer Bücherregal einziehen sollte? Erstens, der Text ist als Gedicht geschrieben und damit nicht nur ungewöhnlich, sondern auch auf eine andere Art intensiver als ein Prosatext. Zweitens, Blood Moon bietet eine Achterbahn der Gefühle, ist erschreckend, wie schnell so etwas online trenden kann, und gleichzeitig auch deshalb, weil es jedem in dem Alter passieren kann. Dieses Buch ist eins der wenigen Bücher, dass die Periode in den Mittelpunkt stellt und damit mit diesem Tabuthema bricht.
Leider ist das Buch noch nicht im Deutschen erschienen, dafür ist es noch zu neu – aber die Hoffnung stirbt zuletzt.

12. Candace Bushnell & Katie Cotugno: Rules For Being A Girl

Mein neuster Zugang und das zuletzt gelesene Buch dieses Beitrags ist Rules For Being A Girl von der Autorin von Sex and the City, Candace Bushnell, und Katie Cotugno. Dieses Buch zu lesen, fühlte sich wie ein Meilenstein an, denn es löste die gleichen Gefühle in mir aus, wie damals Moxie. Im Mittelpunkt dieser Geschichte steht Marin, die in ihren Englischlehrer verknallt ist. Als er zu weit geht, ihre Verliebtheit ausnutzt und sie unpassend berührt (ich weiß, klingt sehr prüde, aber ich will nicht zu viel verraten), versucht Marin, irgendwie damit zu leben. Sie sucht die Schuld in sich und ihrem Verhalten, doch als sie merkt, dass all die Regeln, die Mädchen auferlegt werden, wie sie sich kleiden und verhalten sollen, sie nicht davor schützen belästigt zu werden, beginnt sie sich zu wehren.
Warum ihr dieses Buch lesen müsst? Weil wir aufhören müssen, dem Opfer die Schuld an sexuellen Belästigungen und Vergewaltigungen zu geben und die Täter zu schützen. Noch immer leben wir in einer Gesellschaft, in der eher gefragt wird, ob das Opfer den Täter nicht durch ihr/sein Verhalten und sein/ihr Aussehen dazu eingeladen hat, was er ihm/ihr antut, als sofort zu akzeptieren, dass dieses Verhalten falsch und krank ist und bestraft werden muss. Dieses Buch demonstriert all die perversen Möglichkeiten, wie den Opfern die Wörter im Mund verdreht und die eigenen Handlungen als Einladung gedeutet werden, nur um den Täter zu schützen. Wir müssen diese Verhaltensweisen kennen, um sie zu brechen; nur so können wir die vor mehr Leid bewahren, die es verdienen.
Das Buch erscheint gerade im Dragonfly Verlag auf Deutsch unter dem gleichen Titel; eure Lieblingsbuchhandlung sollte es also (wenn sie gut ist) im Regal stehen haben. 

13. Florence Given: Women Don’t Owe You Pretty

Women Don’t Owe You Pretty trägt bei Anna und mir den liebevollen Spitznamen „Die Bibel“, denn für uns ist es das Buch über die wichtigsten Themen zu Feminismus, Selbstakzeptanz, Toleranz und dem Kampf gegen das Patriarchat. Egal, welche Frage wir uns gerade stellen, dieses Buch hält eine Antwort für uns parat oder zumindest einen Denkanstoß. Dabei ist das Buch grell und oft unbequem und an manchen Stellen brutal ehrlich, doch gerade bei diesen Themen ist dies absolut angebracht.
Warum dieses Buch in eurem Bestand nicht fehlen darf? Weil wir nicht vergessen dürfen, uns selbst zu lieben und zu akzeptieren, wenn wir die Welt verändern wollen. Ansonsten verfallen wir den ewig gleichen Rollenmustern und wiederholen die Fehler der Generationen vor uns. 
Wir können es kaum erwarten, dass ein deutscher Verlag dieses Buch entdeckt und übersetzt, damit wir es jeder Freundin, Tochter, Mutter, Bekannten, Kollegin und Schwester ins Regal schmuggeln können. Jede von uns sollte eine Ausgabe dieses Buches bei sich stehen haben, damit sie in Zeiten des Selbstzweifels oder der Mutlosigkeit danach greifen und sich selbst wieder aufbauen kann.

Das waren meine 13 Buchtipps. Ich hoffe, dass das ein oder andere Buch für euch dabei war, das bei euch einziehen darf. Viele dieser Bücher haben mich verändert und stärker gemacht, andere haben das Feuer und den Hunger in mir entzündet, mich für eine bessere Zukunft einzusetzen für all die Mädchen, die nach uns kommen werden. Wenn jede von uns am Ende die Meinung von nur einer Person ändern, eine Person erreichen, dann haben wir schon viel geschafft. Gebt den Mut nicht auf und kämpft mit uns für mehr Gleichberechtigung und mehr Bewusstsein für feministische Themen. 

Ich wünsche euch einen schönen Nachmittag.

Seid stark und mutig und Moxie!
Alles Liebe, 
Eure Reni


3 Gedanken zu “13 Feministische Buchtipps

  1. Vielen lieben Dank für diese tolle Liste!!
    Da waren tatsächlich mal ein paar andere, mir noch völlig unbekannte Bücher dabei, die ich jetzt auf meiner feministischen Lese-Liste ergänzt habe. Andere stehen da schon ewig und ich habe dank deinen Kurz-Rezis direkt noch mehr Lust, sie alle demnächst zu lesen. „Rules for being a girl“ ist gerade ganz frisch bei mir eingezogen und ich bin schon sehr gespannt!
    Liebe Grüße,
    Luna

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  2. Liebe Luna,
    ich helfe immer wieder gerne, die Leseliste von anderen anwachsen zu lassen 😉
    Ich wünsche dir ganz viel Spaß mit deinen Neuanschaffungen und vor allem mit Rules for Being a Girl – das Buch war für mich noch mal ein völlig anderes Erlebnis beim Lesen und ich bin so froh, es entdeckt zu haben. Falls du Empfehlungen hast, die ich nicht in meiner Liste oben habe, freue ich mich, wenn du sie hier in den Kommentaren ergänzt. Ich werde auch immer gerne inspiriert und bin auch ständig auf der Suche nach neuen Bücher.

    Liebe Grüße, Reni

    Gefällt 1 Person

  3. Ich bin sehr gespannt auf das Lese-Erlebnis! Und finde es an deiner Liste besonders schön, dass so viele Romane dabei sind. Ich lese meistens eher Sachbücher mit feministischem Bezug.
    Empfehlen könnte ich noch „Periode ist politisch“ von Franka Frei sowie „Regretting motherhood“ von Orna Donath, die ich beide diesen Monat gelesen habe. Ansonsten bin ich auch ein großer Fan von Margarete Stokowski, Carolin Emcke und Anne Wizorek.

    Bücher, die ich selbst noch nicht gelesen habe, aber unbedingt möchte, sind beispielsweise „Feministinnen haben den besseren Sex“ von Flo Perry oder „Das Jungfernhäutchen gibt es nicht“ von Hälterlein und Franz.

    Wichtig finde ich auch, feministische Bücher aus einer „männlichen Perspektive“ zu lesen, wie „Sei kein Mann“ von JJ Bola oder „Prinzessinnenjungs“ von Nils Pickert. Vielleicht ist ja etwas für dich/euch dabei!
    Ganz liebe Grüße und eine schöne Woche, Luna

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