Amanda Lovelace – Poetry

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Schwarz und Weiß. Mehr bekommen wir nicht. Mehr brauchen wir aber auch nicht um in eine lyrische Welt voller Ehrlichkeit und poetischer Stille einzutauchen. 

In drei Abschnitten wachsen wir zusammen mit dem lyrischen Ich von der Prinzessin zum Burgfräulein bis hin zur Königin und begleiten sie so durch ihr Leben voller Höhen und Tiefen. 

Metaphern aus dem übersprudelnden Geist eines jungen Mädchens, das sich in Bücher und Märchen flüchtet, begleiten den Leser bis in ihr Erwachsenenalter. Dabei werden Schicksalsschläge genauso schonungslos in Gedichten verarbeitet wie zeit- und gesellschaftskritische Beobachtungen. 

Wenn der Titel der Gedichte zum Schluss kommen und dann noch einmal einen letzten Nachhall geben, entsteht schließlich ein wundervoller Gedichtsband für alle Prinzessinnen, die nicht warten bis jemand sie aus den dunklen Turm befreit. 

The princess saves herself in this one.

Rot und Weiß. Mehr bekommen wir nicht. Mehr brauchen wir aber auch nicht um zum zweiten Mal in Amanda Lovelaces Gedichten zu versinken und einmal wieder für einen Moment das Leben um uns herum vergessen dürfen.

Diesmal ist der Ton schärfer. Anklangender. In einer Welt von Streicholzjungen, fehlender Sicherheit und der stetigen Frage, ob es erlaubt ist, einfach Frau sein zu dürfen, sind es die Hexen, die aufstehen und sich der Ungerechtigkeit entgegenstellen. 

Vier Kapitel diesmal. Nach der Gerichtsverhandlung folgt die Verbrennung, begleitet von einem lodernden Feuersturm bis schließlich nur noch Asche übrig bleibt.    

Wenn das Leben einmal wieder das Streichholz in der Hand hält und der Geruch des Kerosins auf deiner Haut klebt, dann nimm dieses Buch zur Hand und erinnere dich daran, dass Hexen nicht brennen. Sie werden zum Phönix. 

The witch doesn’t burn in this one.

Blau und Weiß. Mehr bekommen wir nicht. Mehr brauchen wir aber auch nicht um ein drittes Mal zu ihren Werken zu greifen. Einmal mehr. Wie der Schiffsbrüchige sich nach oben kämpft um Luft zu schnappen.

Auch hier vier Kapitel. Wir sehen den Himmel, erleiden Schiffbruch, finden unser Lied wieder und vor allem überleben wir. 

Diesmal ist das lyrische Ich eine Meerjungfrau, die nach den Sternen greifen wollte, auf dem Weg dorthin jedoch fiel. Während ihr Fischschwanz in zwei Beine gespalten wird, kämpft sie um den Erhalt ihrer Persönlichkeit, droht sich auf dem Weg zu sich selbst mehr zu verlieren als zu finden. Vor allem die Beziehungen zu anderen sind es die ihr stets ihre Unabhängigkeit rauben, sie klein halten und ihr die Luft zum atmen nehmen. 

Vor allem ist dieser Band aber voller Stimmen. Stimmen von anderen Frauen, deren Gedichte und Geschichten den selben Impakt haben wie die Werke von Amanda Lovelace. 

Dieser Band ist für alle Meerjungfrauen da draußen, die glauben ihre Stimme verloren zu haben oder einfach nur vergessen haben, was es bedeutet, gehört zu werden. 

The mermaid’s voice returns in this one


Ein Gedanke zu “Amanda Lovelace – Poetry

  1. Nach dem du ganz viele von meinen Beiträgen geliked hast, wollte ich auch mal bei dir vorbeischauen, ind es hat sich gelohnt! Prompt stolperte ich über diesen Beitrag und habe mich riesig gefreut – die beiden ersten Bände besitze und liebe ich schon, aber ich wusste nicht, dass es bereits einen dritten Band gibt! Danke für diese Erkenntnis😊

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