Ganz normale Probleme eines Buchnerds … oder?

Aus der Reihe Geständnisse einer verrückten Buchseele

Kennt ihr das, wenn ihr einfach ständig irgendwo halbe Beiträge liegen habt, die in Vergessenheit geraten, bevor ihr überhaupt die Möglichkeit habt, sie zu beenden? Hoffen wir einfach darauf, dass dieser hier keiner davon ist.
Wie komme ich darauf? Ich war heute mal wieder im Buchladen (Ich weiß, schlechte Idee und hier ist warum: Ich ARBEITE zur Zeit in einem Buchladen, daher sollte man meinen, ich bekomme gerade alles, was ich brauche, sowohl an neuen Vorschlägen, vergessenen Lieblingen und kreativen Leseideen direkt vor Ort, aber nein. Die andere Seite des Zauns ist immer grüner und andere Buchläden sind gleich viel spannender, wenn man sie mit dem eigenen Sortiment vergleichen kann. Vor allem wenn sie SO VIEL  GRÖßER SIND.
Long story short, ich war wie eine Ertrinkende auf offener See oder, um die Metapher noch anschaulicher zu gestalten: Ich sprang unnötigerweise von einem See aus Büchern in ein Meer aus Büchern, nur um mal wieder mehr abzubeißen als ich schlucken kann. Es ist ja nicht so, dass noch ewig viele Bücher zu Hause auf mich warten … und noch mehr gerade geliefert werden.
Ich war also im Buchladen. Und dort habe ich die nächsten beiden Gedichtbände von Amanda Lovelace gefunden. Die Frau, die mich wieder an Gedichte brachte. Wer sie nicht kennt, Amanda Lovelace ist die Autorin von the princess saves herself in this one, eines der schönsten Gedichtsbücher, die ich je gelesen habe. Irgendwo in meinem Hinterkopf war die Info auch noch abgespeichert, dass sie einen zweiten Teil geschrieben hatte, aber bisher war er mir nie über den Weg gelaufen. Und was macht er jetzt? Er läuft mir nicht nur über den Weg, nein er kommt in Gesellschaft. Unfähig (auf dem Laufenden zu bleiben bei meinen Lieblingsautoren) wie ich bin, hatte ich nicht mal mitbekommen, dass sie noch einen dritten Band veröffentlicht hatte. Als wäre das noch nicht genug, standen alle Signale auf Kaufen.

Eigentlich kam ich in die Buchhandlung, um noch schnell ein Exemplar für ein Buch zu holen, welches ich dummerweise nicht dabei hatte, aber unbedingt weiter lesen wollte. Zwar wurde mir versichert, dass noch zwei Exemplare vor Ort wären, aber schnell stellte sich dies als Fehler im System raus, wodurch ich verloren und buchlos da stand und meine Abendplanung schon den Bach runtergehen sah. Ich kam also gerade aus dem Drogerieladen mit allem in der Tasche, was man für einen entspannten Abend in der Badewanne brauchte, und da blickte mich der dritte Teil the mermaid’s voice returns in this one treudoof von der Seite an.
Mermaid, Badewanne, versteht ihr mein Dilemma? Als wäre das aber auch immer noch nicht genug, war es das einzige Exemplar, was noch dort stand. Und man kann mir viel vorwerfen, aber unsachgemäße Buchbehandlung gehört nicht dazu. Und jeder weiß doch, dass man ein einsames Buch nicht alleine lassen darf. Bücher müssen immer im Doppelpack gehalten werden. Mindestens. Am wohlsten fühlen sie sich natürlich immer im Rudel.
Während es mich also mit seinen Hundeblick anstarrte (ich schwöre, manche Bücher haben das einfach drauf!), hatte ich es auch schon ohne zu wissen in der Hand. Und hier gilt das Prinzip von „Ich hab dich abgeleckt, jetzt gehörst du mir“, nur das wir Bücher nicht ablecken, sondern in die Hand nehmen und plötzlich diese komische Verbindung entsteht, in der du schütteln kannst wie du willst, das Buch klebt einfach auf magische Weise an deiner Hand fest. Es ist wirklich faszinierend und bitte sagt mir, ich bin nicht die Einzige die dieses magische Festkleben erlebt. Denn sobald man an der Kasse steht, verschwindet der Magnetismus auf einmal, nur um nach dem Abkassieren plötzlich wieder da zu sein, wenn auch schwächer und weniger dramatisch. Aber diese Verbindung bleibt trotzdem bestehen. Dieses wundervolle Band, was zwischen dem Leser und einem neuen Buch entsteht. Voller Möglichkeiten, Erwartungen und dieses kleine Kitzeln hinten im Kopf, wo sich der Gedanke entwickelt, dass dieses Buch gerade vielleicht dein neues Lieblingsbuch wird und jetzt gerade, das ist der Moment, den du noch nach Jahren der Ehe erzählst, das erste Kennenlernen, die Liebe auf dem ersten Blick, als du schon von Weitem den Einband auf dem Regal stehen sahst und alles andere um dich verschwamm und du einfach wusstest: Da ist es. Das ist mein Buch. Nein? Nur ich? Okay.

Eigentlich wollte ich diesem Beitrag meine alte Rezension hervorkramen, denn tatsächlich hatte ich zu Amanda Lovelaces erstem Buch mal eine geschrieben, nur um sie in dem Chaos von Dokumenten auf meinem Laptop wieder zu verlieren. Da der Beitrag sich aber nun als ein etwas überlanges Geständnis einer Verrückten herausstellte, werde ich einfach alle drei Bände nun lesen und sie euch in einem anderen Beitrag vorstellen. Wenn ich ihn nicht verliere. 

 

Bis dahin natürlich:

Alles Liebe,
Anna

 


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