Little People, Big Dreams: Rosa Parks

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Autorin:
Lisbeth Kaiser

Illustratorin:
Marta Antelo

Darum geht’s:
Rosa Parks und ihr ganz normales, beeindruckendes Leben.

Meine Meinung:
Seit den Good Night Stories for Rebel Girls tauchen immer mehr Bücher auf dem deutschen und internationalen Buchmarkt auf, die starke Frauen porträtieren. Dazu gehört auch die stetig wachsende Reihe Little People, Big Dreams von Frances Lincoln Publishing, die im deutschsprachigen Raum vom Insel Verlag aus dem Hause Suhrkamp verlegt wird. Die Biografien sind alle kindgerecht aufgemacht und beinhalten auf den letzten Seiten eine kurze, ausführlichere Beschreibung des Lebens der jeweiligen Persönlichkeit. Zu diesen gehören mittlerweile beispielsweise Jane Austen, Jane Godall, Frida Kahlo, Stephan Hawking, Anne Frank, David Bowie oder auch Vivienne Westwood.

Jede Ausgabe dabei ist von einem anderen Illustratoren und Autoren gestaltet und erhält so einen ganz eigenen Stil. Rosa Parks Biografie hat einen sehr flächigen, einfachen Stil mit schwarzen, zarten Konturen. Menschen und Hintergründe sind sehr geometrisch, doch durch wenige Details erhält jede Figur eine eigene Persönlichkeit.

Ebenso wie der Zeichenstil reduziert sich auch die Geschichte auf das Wesentliche. Sie ist einfach und linear gehalten, sodass schon Vier- oder Fünfjährige die Handlung nachvollziehen können. Der Informationsteil am Ende hält einen Zeitstrahl mit zusätzlichen Eckdaten zu ihrem Leben und Fotos von Rosa bereit, für diejenigen neugierigen Leser, die mehr über diese mutige Frau erfahren wollen.

Bei dieser Art von Büchern wird mir immer wieder klar, wie wenig beeindruckende Frauen in meiner Schulzeit behandelt wurden und wie wenig ich über ihre Errungenschaften weiß. Von Rosa Parks erfuhr ich zum ersten Mal in der neuen Staffel des Dreizehnten Doctors. In der dritten Episode widmete sich das Autorenteam (darunter Malorie Blackman, die auch den großartigen Roman Noughts & Crosses schrieb) Rosa und ihrer geschichtsträchtigen Busfahrt am 01. Dezember 1955, als sie sich weigerte, für eine weiße Person aufzustehen. Zwar haben wir im Geschichtsunterricht Martin Luther King behandelt, aber dabei fiel kein einziges Wort über seine Zeitgenossin UND Freundin Rosa. Wie sehr hätte ich mir als Kind gewünscht, nicht nur Prinzessinnen als Vorbilder zu haben, sondern echte Frauen, die großes geleistet haben. Ich bin froh, dass dank solcher Bücher wir der nächsten Generation dies weitergeben können, doch stellt euch für einen Moment mal vor, man hätte uns dies jahrelang nicht vorenthalten, bzw. aus unserem Geschichtsunterricht ausgegliedert. Wie anders sähe unsere Welt vielleicht heute schon aus.

Ich hoffe einfach, dass dank solcher wichtiger Bücher die Zukunft unserer Kinder und Enkel einmal eine bessere sein wird. Eine Welt, in der nicht nur die männliche Geschichtsschreibung als unterrichtenswert angesehen wird, sondern auch die weiblichen Errungenschaften gleichgestellt gelehrt werden. Bis dahin sollten wir alle unsere Bücherregale mit Geschichten von großen Frauen füllen, um uns in Erinnerung zu rufen, dass auch wir und unsere Töchter und Enkelinnen die Welt verändern können.


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