Let’s talk period …

(WARNUNG: Dieser Beitrag ist eventuell für manche unangenehm, doch er ist ehrlich und beruht auf eigenen Erfahrungen. Entweder ihr zieht jetzt zum nächsten meiner Beiträge weiter oder bleibt hier – weiterlesen erfolgt auf eigenes Risiko – ihr wurdet gewarnt!)

Ehrlich gesagt, über meine Periode zu schreiben ist eindeutig nicht mein Lieblingsthema.  Doch dieses Thema zu verschweigen und weiterhin hinter geschlossener Tür allein und heimlich es mit mir selbst auszumachen, darauf habe ich darauf keinen Bock mehr. Nach all den Büchern, die ich in den letzten Monaten über Feminismus gelesen habe, darüber, wie Frauen gegen die Tabuisierung unserer Themen und gegen das Patriarchat vorgehen, war dieser Beitrag irgendwann nur noch eine Frage der Zeit – jedenfalls fühlt es sich so an, während ich diese Worte tippe. Den entscheidenden Anstoß für den heutigen Beitrag gab mir jedoch die Entdeckung von The Female Company, ein Tipp einer Arbeitskollegin. Wie bereits in meiner Rezension zu Rot ist doch schön angekündigt, will ich euch dieses Unternehmen deswegen heute noch einmal ein wenig näher vorstellen und von den Produkten berichten, die ich von ihnen beziehe (Hinweis am Rande: Ich werde nicht von The Female Company bezahlt in irgendeiner Form, um hierüber zu schreiben – ich sitze hier und tippe diese Worte aus eigenem Antrieb, weil ich das Thema wichtig finde und die Produkte liebe – und ich finde es traurig, dass man so einen Satz mittlerweile einfügen muss, um nicht der Werbung beschuldigt zu werden). Außerdem werdet ihr in diesem Beitrag mehr über mich und meine Erfahrungen mit meiner Periode erfahren und ich versuche (zumindest habe ich mir das vorgenommen), nichts zu beschönigen oder zu verharmlosen, so unangenehm das für manche Leser unter euch vielleicht auch sein mag – aber ihr wurdet gewarnt und habt auf eigenes Risiko weitergelesen, also müsst ihr da jetzt durch.

The Female Company wurde von Anni und Sinja gegründet, zwei Stuttgarterinnen, die nach einem Besuch in Indien geschockt waren, wie Frauen während der Periode ausgeschlossen und als unrein bezeichnet werden. Zwar sind wir bei diesem Thema schon um einiges fortschrittlicher in Deutschland, doch auch hier ist die Periode eher ein Tabuthema als etwas, über dass man sich offen unterhalten würde. Das und der Fakt, dass Tamponhersteller nicht auf der Verpackung ausweisen müssen, welche Inhaltsstoffe in den kleinen Baumwollprofen stecken, die tagtäglich tausende Frauen in sich versenken, bewegte die beiden dazu, dies in die eigenen Hände zu nehmen und pestizidfreie Frauenhygieneartikel herzustellen. Ein weiterer Grund, der die beiden antreibt, ist die Besteuerung von Frauenhygieneartikeln, die bei 19% liegt.

Nur das ihr versteht, warum die beiden und viele andere Frauen, mich eingeschlossen, sich darüber so aufregen: Artikel des täglichen Gebrauchs werden hierzulande mit 7% besteuert. Darunter fallen Lebensmittel und unsere geliebten Bücher, aber auch Kaviar, Trüffel und Ölgemälde. Luxusgüter werden hingegen mit 19% besteuert (außer natürlich Kaviar, Trüffel und Ölgemälde und Co. – die nutzen wir ja täglich). Das heißt, Frauenhygieneartikel werden als Luxus eingestuft, nicht aber als Artikel des täglichen Gebrauchs. Get it?
Und weil das natürlich mehr als ungerecht ist, haben viele Menschen in Deutschland bereits eine Petition unterschrieben, um das zu ändern (hier geht’s zur Petition) und den Bundestag und unsere Regierung zu zwingen, diese Diskriminierung  von Frauen, die gegen das Grundgesetz verstößt, aus der Welt zu schaffen. Seit Ende September 2019 beschäftigt sich der Bundestag und die GroKo nun mit dem Thema und erste Überlegungen kursieren, den Steuersatz für Tampons und Co. zu senken (drückt die Daumen, dass dies nicht nur leere Versprechungen bleiben wie bei den Bemühungen um den Umweltschutz).

The Female Company, um zurück zum Thema zu kommen, hat eine Marktlücke entdeckt, wie sie Tampons für 7% verkaufen können, und die Idee ist genial, wenn ihr mich fragt: The Tampon Book.

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*Bei der Entstehung dieses Fotos wurden keine wertvollen Bio-Tampons von The Female Company verschwendet, sondern nur Marken-Tampons ohne Inhaltsstoffangabe, die nicht mehr meinen Körper betreten dürfen und nun unter anderem als Spielzeug von Luna und Lily dienen.

Neben einem vierundvierzigseitigen Textanteil, der ein paar coole Fakten und jede Menge RealTalk enthält, verstecken sich in diesem Buch fünfzehn Tampons, die man alle für einen Steuersatz von 7% erhält, weil Buch und so. Genial, oder? Da das Buch regelmäßig ausverkauft ist, muss man schnell sein, um sich eins dieser coolen Bücher zu schnappen.

Während ich darauf wartete, dass The Tampon Book wieder lieferbar war, schaute ich mich auf der Internetseite und im Shop des Unternehmens um und entdeckte neben The Vulva Mag, dem unverblümten Blog von The Female Company über allerlei interessante Themen rund um Perioden, Tampons, Blut, Sex und Co. (hier), das Tampon-Abo. Mit diesem Abo erhält frau ihre Tampons, hergestellt aus Bio-Baumwolle und ohne Pestizide oder sonstige schädliche Inhaltsstoffe, direkt nach Hause und das auch noch genau so, wie frau es eben benötigt. Das heißt, frau kann sich die Tamponlieferung selbst zusammenstellen, je nachdem wie viele kleine, mittlere oder große Tampons sie benötigt. Dazu erhält frau auch noch eine Design-Box zur Aufbewahrung, die sich nicht im eigenen Badezimmer verstecken muss und auf Wunsch auch eine Aufbewahrungsbox für unterwegs (gleiches ist auch für Bio-Binden bestellbar). Nach kurzem Zögern bestellte ich mir das Abo und wartete von da an gespannt auf meine nächste Periode, in der ich die Tampons testen kann.

Und genau soweit ist es nun. Letzten Sonntag, Punkt zwei Uhr nachts weckte mich meine  verdammte Periode auf und verkündete mit einem kräftigen Tritt in meinen Unterleib,  der mich eine halbe Stunde lang zu einem heulenden Ball mutieren ließ, sodass sich meine Mitbewohnerin wunderte, ob da irgendwo ein Tier starb, dass die Erdbeerwoche nun beginnen könne. Das Tolle an meiner Periode und der Grund unseres gestörten Verhältnisses ist, dass sie jeden Monat eine neue Überraschung für mich bereit hält und es sich jedes Mal so anfühlt, als wenn es ein Spiel um Leben und Tod ist, dass ich nur mit Müh und Not überlebe, um vier Wochen später das Ganze von vorne zu durchleben.

Meine erste Periode hatte ich mit vierzehn Jahren als eine der Letzten in meiner Klasse. Ein paar Monate zuvor hatte unser Biolehrer (kurz vor der Rente, männlich und schrieb seit Jahren die gleichen Klassenarbeiten, sodass man sich diese von den Klassen über einem ausleihen und darauf lernen konnte – was wir natürlich nie getan hätten *hust*) dieses scheinbar für ihn sehr unangenehme Thema der weiblichen Anatomie des Unterleibs und die Menstruation in einer Dreiviertelstunde abgehandelt (eine weitere stand er uns für die Wunder der Schwangerschaft und der Geburt zu), während er der männlichen Anatomie zuvor weitaus mehr Zeit gewidmet hatte – aber naja, wer erwartet schon Gleichberechtigung der Geschlechter im Biounterricht (ist ja auch nicht halb so wichtig wie der Photosyntesekreislauf – jedenfalls nach seiner Meinung). Klar war meine Mutter zur Stelle, als zum ersten Mal mein Schlüpfer mit Blut durchtränkt wurde, dennoch hatte ich das Gefühl, dass das, was da mit meinem Körper passierte, selbst ihr peinlich war und kein Thema sei, über das man sich in der Öffentlichkeit unterhielt. Warum jedoch, dass habe ich bis heute nicht verstanden.

Aber zurück zu meiner Periode. Während ich in den ersten Jahren kaum Begleiterscheinungen zur monatlichen Blutung hatte als starke Bauchschmerzen und Buscopan & Wärmflaschen in diesen Tagen meine neuen besten Freunde wurden, nahmen die Beschwerden zu, je älter ich wurde. Mit Anfang zwanzig kamen Kopf- und Rückenschmerzen hinzu sowie Pickel vor, während und nach meiner Periode und den fruchtbaren Tagen. Mit einundzwanzig entschied ich, die Pille auszuprobieren, nur um zwei Jahre später mich von dieser dank einer Thrombose und nun ständig erhöhten Werten für immer verabschieden zu müssen. Während der zwei Jahre hatte ich tatsächlich kaum Beschwerden, aber diese Zeit ist nun auch nur noch ein ferner Traum.

Seit etwas über einem Jahr sind meine PMS-Symptome nun so schlimm, dass ich den ersten Tag meiner Periode unfähig bin, arbeiten zu gehen. Der nette und sehr schmerzhafte Tritt in den Unterleib ist da nur das Vorspiel. Je nach Laune meiner Periode gesellen sich Durchfall, Übelkeit (ich kenne meine Toilette besser, als mir lieb ist – wir duzen uns sogar mittlerweile), Rückenschmerzen, Brustschmerzen, Kopfschmerzen und Heulkrämpfe hinzu. Und oben drauf kommen die Pickel, die sowohl während meiner fruchtbaren Tage als auch während meiner Erdbeertage an Kinn und Hals sprießen und jedem auf zehn Meter Entfernung signalisieren „ey, die Reni hat ihre Periode/ist fruchtbar“. Damit mir von Monat zu Monat auch nicht langweilig wird und ich mich vielleicht vorbereiten könnte, ist mein Zyklus nicht nur sehr unregelmäßig (wir hatten schon alles zwischen 13 und 42 Tagen gemeinsam durchlitten), sondern wartet auch pünktlich zur Erdbeerwoche mit einer willkürlichen Kombination der oben genannten Symptome auf. Ganz ehrlich, es ist ja so großartig, Frau zu sein.

Und wer jetzt denkt, dass klingt aber nicht so toll, dem sei gesagt, dass es noch schlimmer geht. Jede Frau macht ihre eigene blutige Horrorgeschichte jeden Monat durch und in Recherche auf diesen Beitrag habe ich viele gelesen, die mich dann doch glücklich machten, nur meine Symptome zu haben (natürlich gibt es auch Gegenbeispiele von Frauen, die fast gar keine PMS-Symptome haben – die Glücklichen).

Traurig finde ich allerdings, dass wir Frauen so tun, als gehe es uns in dieser Zeit gut, und als wäre es vollkommen logisch, dass wir in dieser Zeit arbeiten, als wäre nichts. Manche von ihnen spielen die Beschwerden herunter und sagen sogar anderen Frauen, dass sie nicht so ein Drama um die ganze Sache machen sollen. Sorry, Girls, aber für mich sind diese Frauen genauso schlimm wie Männer, die keinerlei Verständnis dafür haben, dass es Frauen während der Periode nun mal nicht gut geht.

Ich habe lange gebraucht, um mich zu trauen, nach einem Kranktag für meine Periode zu fragen und ich nehme immer noch nur einen. Gestern habe ich mich tatsächlich auch nach langem wieder an meinem ersten Erdbeertag auf Arbeit begeben, es aber dann doch den ganzen Tag bereut, denn die Schmerzen haben mich ständig abgelenkt. Am Ende habe ich nicht halb so viel Arbeit wie sonst geschafft und mich oft abwesend gefühlt, weil ich mich nicht richtig konzentrieren konnte. Heute (für euch letzte Woche Dienstag) habe ich mich doch krank gemeldet und liege mit Wärmflasche, Kräutertee und bequemer Hose auf dem Bett und berichte live von der Erdbeerfront. Wie viele Ibus ich intus habe, um ein paar klare Gedanken zu fassen und euch nicht irgendwelchen Kauderwelsch zu tippen, wollt ihr gar nicht wissen (apropos, ich muss morgen zur Apotheke).

Jede Frau erlebt ihre Periode anders, jede hat andere PMS-Symptome, jede eine andere Toleranzschwelle. So hat uns die Evolution nun mal kreiert und keiner hat das Recht, uns dafür zu diskriminieren – weder ein Mann noch eine Leidensgenossin. Und ich habe es satt, dieses Thema nicht ansprechen zu können. Ich habe es satt, auf die Gefühle anderer bei diesem Thema Rücksicht nehmen zu müssen und Ausreden zu erfinden oder meine PMS-Symptome zu verharmlosen. Ich menstruiere nun mal und das auch noch für die nächsten dreißig bis vierzig Jahre. Der Grund, warum noch immer so viele Frauen dafür diskriminiert und als unrein betitelt werden, ist nicht nur, weil 50% der Menschheit keine Ahnung hat, was frau in dieser Zeit durchmacht, sondern auch weil wir uns dafür schämen, offen über unsere Perioden und PMS zu sprechen. Ich finde es traurig, dass ich erst durch die feministische Literatur, die in ich den letzten Monaten konsumiert habe, richtig über mich, meinen Körper und die Menstruation aufgeklärt wurde und vor allem, dass ich mich die letzten vierzehn Jahre nicht wirklich getraut habe, nachzufragen.

Ich will nicht, dass es der nächsten Generation genauso geht, genauso wenig wie ich mich weiter schämen will, wenn ich ein Tampon durch das Büro zur Toilette trage oder mir einen Kranktag nehme, weil ich gerade meine Periode habe. Erst recht will ich nicht wie heute morgen an die Kollegen in der Whatsapp-Gruppe Bauchschmerzen und Übelkeit als Grund vorschieben müssen, warum ich heute abwesend bin. Ich hätte viel lieber die Wahrheit geschrieben, weiß aber, dass manche sich daran eventuell gestört hätten.

Vielleicht schaffen wir es ja gemeinsam, dass dieses Thema in den nächsten Jahren die Tabuzone verlassen darf und ich statt über Männer, Serien und Co. mit meiner besten Freundin im Café lautstark über die letzte Periode lachen oder mich beschweren kann, ohne das wir dafür strafende Blicke ernten oder das Gefühl haben, über etwas Verbotenes zu sprechen. Wäre das nicht schön?

 

Liebe Grüße,
Eure, glücklich vor sich in ihre neuen Bio-Tampons hinblutende,
Reni

 

P.S. Als ich vor einem Jahr in meiner Rezension zu How To Be A Girl darüber geschrieben habe, dass ich bis dahin nicht wusste, dass meine äußeren Geschlechtsteile Vulva heißen, weil ich das eindeutig nicht in Biologie gelernt habe (habe ich auch nochmal in meinem Biohefter nachgeforscht), löste eine andere Bloggerin einen kleinen Shitstorm (ich werde ihren Namen nicht nennen, denn ich mache hier keine Witch Hunt) darüber aus, lästerte auf ihrem Blog sehr verletzend und nannte mich eine Mainstreamfeministin, die auf den Zug aufsprang, weil es gerade cool ist. Deswegen hier meine Bitte:

Wenn ihr euch von meinem Beitrag irgendwie beleidigt, unwohl oder in anderer Weise angegriffen fühlt, dann kommentiert das gerne hier oder hakt ihn einfach ab. Lästert nicht hinter meinem Rücken auf einer anderen Plattform über mich. Die hier beschriebenen Sachen sind persönlich und entstammen meiner eigenen Erfahrung. Dass ich sie mit euch teile, hat viel Kraft gekostet. Keiner von euch kann sich anmaßen, darüber besser Bescheid zu wissen, als ich selbst, also lasst es, bitte. Ich schreibe über dieses Thema nicht, weil ich damit jemanden beleidigen möchte, sondern weil ich dieses Thema wichtig finde und es deshalb aus der Tabuzone holen will. Ich kann damit umgehen, wenn ihr mich kritisiert oder diesem Blog nicht mehr folgen wollt, aber ich bevorzuge es, dass ihr das vor meinen Augen macht, nicht hinter meinem Rücken.


13 Gedanken zu “Let’s talk period …

  1. Liebe Reni,
    Meine Freundinnen und ich lachen und schwatzen hemmungslos darüber, wenn wir uns regelmäßig zum Essen treffen und überlegen jedes Mal, wie es besser werden könnte. Uns ist egal, wer das hört. Es ist ein absolut natürlicher Teil unseres Lebens.
    Ach, bei mir wurde es durch den Nuva Ring besser. Pille hatte ich auch nicht vertragen.
    Liebe Grüße
    Nella

    Gefällt 2 Personen

  2. Hallo Reni,

    ich finde es mutig, dass du darüber schreibst, Nicht jede Frau würde das tun, egal ob aus Scham, Angst oder sonstiges.

    Wir befinden uns im 21. Jahrhundert und ich bin immer wieder erstaunt, wie wenig frau (und Mann!) darüber weiß und warum viele Frauen sich so „ängstlich“ benehmen. Ich verstecke meine Tampons in meiner Hosentasche, das gebe ich offen zu. Aber viele benehmen sich so, als ob sie einen Mord begehen wollen oder schon getan hätten. Ängstliches umschauen, scheues hinunterblicken zur Tasche und dann der „walk of shame“ zum WC.

    Definitiv muss sich da etwas ändern. Doch das geht nur, wenn alle, egal ob Frau oder Mann, offener für dieses Thema werden.

    Daher danke, dass du uns deine „Leidengeschichte“ erzählt hast und wie du dich aus den „Ketten des Schams“ zu befreien versuchst. 🙂

    Liebe Grüße

    Nicole aka Cela

    Gefällt 1 Person

  3. Liebe Nella,
    das klingt toll, wenn du so offen mit deinen Freundinnen darüber reden kannst. Ich glaube, auch ich muss irgendwann endlich mal aufhören, mit immer darüber Gedanken zu machen, wen es stören könnte und es einfach knallhart machen – wie sollen sich sonst die anderen daran gewöhnen, dass die Zeiten sich geändert haben, oder 🤓
    Den Nuba Ring kenne ich nicht, werde es aber mal recherchieren. Danke dir den Tipp!

    Liebe Grüße,
    Reni 💛

    Gefällt 2 Personen

  4. Liebe Nicole,
    ich verstehe dich und ich habe mich genauso geschämt, mein Tampon durchs Büro zur Toilette zu schmuggeln. Mit diesem Beitrag habe ich aber auch für mich entschieden, dass ich das nie wieder machen werde. Meine Strategie: ich habe mir eine super-schöne Tasche gekauft für meine Tampons, die ich offen durchs Büro trage. Wer sich darüber wundert, der sei nun seinen eigenen Vermutungen überlassen – ich hingegen gehe nun ohne Scham und ein wenig stolz der Toilette und dem Tamponwechsel entgegen 😜

    Ich glaube, wenn nicht einzelne von uns anfangen, sich zu ändern, dann hat die Gesellschaft auch keinen Grund, den Status quo zu hinterfragen. Und ich kämpfe lieber, als weiter Verhaltensmustern zu folgen, die ich dämlich finde 🤓 Aber diese Entscheidung muss jede von uns gut sich selbst treffen.

    Liebe Grüße,
    Reni ♥️💛

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  5. Tausend Dank für deine ehrlichen Worte, liebe Reni! ❤
    Es gibt so viele Frauen, die jeden Monat unter ihrer Periode leiden und regelrechte Höllenqualen durchleben. Zu wissen, dass man damit nicht allein ist, ist oftmals schon ein bisschen erleichternd. Buscopan Plus, Wärmflasche und weite Hosen sind auch meine besten Freunde in der Zeit, und ich finde es super, dass du dir mittlerweile einen Kranktag für diese Zeit nimmst. Ich finde es schon sehr erschreckend, dass ich nie auf den Gedanken gekommen bin, an solchen Tagen frei zu nehmen, obwohl ich doch weiß, dass ich dann weder leistungsfähig oder dazu in der Lage bin, überhaupt aufrecht zu stehen. Danke für diesen Gedankenanstoß! Es ist so wichtig, dass wir einander nicht runtermachen – oder dafür ausgrenzen, dass wir normal funktionieren. Denn, seien wir mal ehrlich: die Periode ist im weiblichen Körper nunmal vorprogrammiert aka. ganz normal. Warum also all das Drama, der Hass und der Ekel, der einem da oftmals entgegen schwappt? Da muss sich echt noch einiges ändern. :'D

    Liebste Grüße,
    Ida

    Gefällt 1 Person

  6. Liebe Ida,
    ich bin absolut deiner Meinung. Wir helfen keiner Frau damit, wenn wir das Thema tabuisieren oder einander runter machen, nur weil wir nicht so starke Schmerzen haben wie eine Leidensgenossin.
    Bezüglich des Kranktages dachte ich auch irgendwann, warum nicht. Ich bin an diesem Tag krank und kann nicht arbeiten, warum soll ich mich da durchquälen. Und wenn meine Periode meint, am ersten Tag simulieren wir eine Magen-Darm-Grippe, dann ist arbeiten sowieso ausgeschlossen. Also nur Mut – wenn es nicht geht, dann ist das eben so und dann hilft es niemandem, wenn du ein Opfer bringst und mit Anwesenheit glänzt.

    Liebe Grüße,
    Reni💛

    Gefällt 1 Person

  7. Erst einmal traurig, dass du am Ende so eine Ansprache runtersetzen musstest, wie unverschämt von der Frau, ehrlich gesagt, hatte ich davon bis vor kurzem auch keinen Plan und ich bin 23. Meine Güte, wieso kann man Leute nicht ansprechen, diesen Hinter dem Rücken von einer Person ist doch so unnötige Schulkriege, werden da Leute nie erwachsen?

    Von der Female Company habe ich noch nichts gehört, danke da für die Erwähnung, werde da mal vorbei schauen, denn was für Stoffe in der herkommlichen Drogerie Wahre enthalten ist, will lieber nicht im Einzelnen wissen. Und danke auch, dass du so offen über deine Periode sprichst, ich finde das ganze Thema muss wirklich weniger taburisiert werden. Weswegen ich es auch toll finde, dass in Crazy ex girlfriend sich zwei Frauen ganz normal über ihre Periode unterhalten, kenne das überhaupt nicht. Und scheiße das du so Schmerzen immer hast, ich kann mich da zum Glück kaum beklagen, vor kurzem hatte ich es zum ersten Mal so richtig extrem, dass ich keinen Schritt mehr gehen konnte und dachte mir dann nur „Fuck – so gehts anderen Frauen ständig?“ Von daher sollte es mit dem Krank melden echt einfacher gehen, so kann man doch schlecht arbeiten gehen.

    Allgemein hätte ich mir gewünscht, dass es in meiner Schulzeit weniger taburisiert gewesen wäre und man mehr Verständnis erhalten hat. Fünf Minuten Pausen reichen für dafür einfach nicht und wenn man dann im Untericht gehen wollte, durfte man nicht und dann musste man die ganze Stunde bangen, ob man nachher nicht was sehen kann & bei mir war es immer sehr stark.

    Über meinen Arzt habe ich mich deswegen vor kurzem auch etwas aufgeregt, hatte Eisenmangel und klar lags daran das ich Vegetarierin bin, dass es auch mit der Periode zusammen hängt (wie gesagt stark + eine lange Zeit im Dreiwochen Rythmus) wurde ich nicht drauf hingewiesen. Na ja gut, habe genug mich zu dem Thema ausgelassen.
    Wünsche dir einen schönen Tag:)

    Gefällt 1 Person

  8. Toller Text!! Er hat mich echt zum nachdenken gebracht& mit deinen kleinen Auflockerungen hast du ihn genial geschrieben. Ein Glück das wir Frauen nicht allein mit unseren Schmerzen sind 🙂

    Gefällt 1 Person

  9. Hi du,
    danke für dein Kommentar. Ganz ehrlich? Dein Kommentar ging mit heute den ganzen Tag nicht aus dem Kopf, deswegen setze ich mich jetzt an eine Antwort.
    Ich gelte nun seit einer Dekade als “erwachsen” und doch habe ich oft nicht das Gefühl, dass sich viel verändert hat. Noch immer gibt es Gruppen von Menschen, die andere runter machen, ausschließen, was auch immer, nur weil sie deren Definition von “normal” nicht entsprechen. Ich bin meine gesamte Schulzeit gemoppt worden und ich habe gelernt, damit umzugehen. Doch wie du schon sagst, diese Schulkriege existieren noch immer und es hat mich selbst verletzt, dieses Post-Scriptum verfassen zu müssen, doch auch wenn ich nicht mit dem Finger auf die Bloggerin zeigen möchte, totschweigen werde ich es auch nicht.

    Das, was du über Schulpausen erwähnt hast, war mir bisher nicht bewusst, aber du hast vollkommen recht. Es war immer zu wenig Zeit und erst recht gab es zu wenige Toiletten. Und in der Stunde traute ich mich beispielsweise nie, zu fragen, ob ich schnell gehen kann, denn ich wusste einfach nicht, wie ich meine frische Binde verstecken sollte. Ich hatte Angst vor den Witzen meiner männlichen Mitschüler und verbrachte die Stunde lieber in stiller Panik, ohne mich auf den Unterricht konzentrieren zu können, als die Periode als etwas normales zu behandeln und einfach mit meiner fucking Binde den Raum zu verlassen.

    Ein Erlebnis aus der Schulzeit hat sich bis heute in mein Gedächtnis eingebrannt. Als wir in der elften Klasse nach England mit dem Bus fuhren, hat eine Mitschülerin auf dem Heimweg ihre Periode bekommen. Das klingt jetzt nicht weiter tragisch vielleicht, aber dieses Mädchen hat sich nicht getraut, nach einer Pinkelpause zu fragen und als sie merkte, dass sie in den Sitz blutete, auch nicht mehr getraut aufzustehen. Ich weiß nicht, wann sie sie bekam, aber irgendwann in den sechzehn Stunden Fahrt nach Hause. Ich kann nur erahnen, wie sie sich gefühlt hat und es tut mir bis heute in der Seele weh, wenn ich daran denke. Denn genau das hat ihr die Tabuisierung dieses Themas angetan. Keine von uns hätte ihr ein Tampon oder eine Binde enthalten, doch sie war so verängstigt und beschämt, dass sie sich noch nicht einmal traute zu fragen.

    Das mit deinem Arzt nervt und ich habe schon bei vielen Frauenärzten, bei denen ich war, erlebt, wie sie einfach davon ausgehen, dass du über sowas Bescheid weißt und sie dich dann eher von oben herab behandeln, wenn du sie darauf aufmerksam machst, dass dies nicht der Fall ist. Noch schlimmer: wenn deine eigene Frauenärztin deine Symptome herunter spielt, weil so schlimm kann es ja nun nicht sein. Ich hasse es, zum Frauenarzt zu gehen, und dies sind nur zwei der Gründe.

    Habe eine tolle Woche und danke noch einmal für dein Kommentar.

    ♥️♥️♥️

    Liebe Grüße,
    Reni

    Gefällt 1 Person

  10. Danke! Und gerne doch. Wie gesagt, dein Beitrag hatte mich auch nicht los gelassen, weswegen ich meine Gedanken mit dir teilen musste.
    Leider habe ich auch das Gefühl, dass viele Menschen moralisch nicht erwachsen werden. Traurig aber wahr. Man darf nur nicht den Kopf einziehen, auch wenns schwer ist.
    Oh ja es gab einige Stunden, in denen ich eher mit den Gedanken daran beschäftigt war, als mit dem Unterricht.
    Die arme Person, dass ich echt mies, aber blöd auch das ihr auf so einer langen Fahrt keine Pausen hatten
    Vor allem würde man ja meinen, dass gerade eine FRAUENärztin dafür Verständnis hat…

    Alles liebe
    Nadine

    Gefällt 1 Person

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