Leseliste & Reisekrankheit – eine super Kombi (nicht wirklich) …

Manche Menschen können ja überall lesen. Im Bett, auf dem Sofa, im Unterricht und der Vorlesung (nicht, dass ich das jemals getan hätte *hust*), im Arztzimmer, beim Laufen, Gehen, Stehen, im Kino (habe ich tatsächlich schon gesehen), in stiller Umgebung und lauter. Und viele von uns würden lieber ohne Smartphone das Haus verlassen als ohne Buch, denn irgendwo ergibt sich immer eine Gelegenheit, die Nase in ein Buch zu stecken. Ich gehöre zu diesen Personen/Büchersüchtigen, die nicht nur überall lesen, sondern auch immer in Gesellschaft eines Buches zu finden sind (denn welche Gesellschaft wäre besser). Eine Ausnahme gibt es jedoch bei den Orten, an denen ich nicht lesen kann und das sind sich fortbewegende Orte.

Huch, was Reni wohl damit wieder meint, fragt ihr euch jetzt sicher. Ganz einfach: Zu sich fortbewegenden Orten zähle ich Autos, Busse, Neigetechnik-Züge (sorry, falls das nicht die richtige Bezeichnung ist – Anmerkung an meine Mama: sag’s nicht Paps, er hat es mir bestimmt mehrfach gesagt, aber ich hab es vergessen), Boote, Schiffe, Fähren – kurz und gut, alles, was sich beim Fortbewegen in Kurven legt oder schwankt. Mein Magen hat leider die dumme Angewohnheit, genau dann zu rebellieren, wenn eine besonders lange Fahrt mit oben genannten Fortbewegungsmitteln ansteht, bei der man sich nicht durch spannende Szenen vor dem Fenster oder anregenden Gesprächen ablenken kann. Sobald ich an diesen Orten zum Buch greife, kommt mir meine Seekrankheit dazwischen. Statt also ein paar Stunden in den Welten der Bücher abzutauchen, muss ich mit der Realität Vorlieb nehmen.

Bisher konnte ich ganz gut damit leben, da lange Reisen bei mir maximal anfielen, wenn ich alle paar Monate meine Eltern besuchte oder verreiste, was in den letzten sieben Jahren genau einmal der Fall war – also das Reisen, nicht der Besuch bei meinen Eltern. Mit meinem neuen Job gehöre ich nun aber zu den Berufstätigen, die jeden Tag pendeln. Das bedeutet, ich bin jeden Morgen und jeden Abend eine Stunde mit dem Bus unterwegs. Als ich das zum ersten Mal recherchierte, wurde ich ein wenig (okay, das ist untertrieben, aber bleiben wir mal bei „wenig“) nervös, denn panisch sah ich schon meine Lesezeit und damit auch meine Leseliste darunter leiden.

Nun hieß es also für mich, Alternativen zum gedruckten Buch suchen. Und wenn ich schon nicht selbst lesen konnte, dann blieb zumindest das Vorlesen lassen.
In meiner Kindheit war ich ein totales Kassetten-Kind, doch je älter ich wurde, desto mehr entwuchs ich dieser Vorliebe. Heute höre ich nur selten Hörbücher, denn es fällt mir schwer, die ganze Zeit aufmerksam zuzuhören, weil ich zu leicht mit den Gedanken abschweife. Auch im Universum der Podcasts fühle ich mich heillos verloren und vollkommen überfordert. Ich finde es schwierig, einen Podcast zu finden, der mir nicht nur thematisch zusagt, sondern deren Macher auch eine angenehme Stimme haben, sodass ich ihnen gerne zuhöre. Wenn ich dann durch Zufall einen fand, dann handelte es sich bisher immer nur um Reihen, die nur wenige Folgen haben und auf deren Fortsetzung ich seither warte.

In solchen Situationen denke ich immer an das Zitat von JKR:

 If you don’t like to read you haven’t found the right book.

Und ich glaube fest daran, dass gleiches auch für alle anderen Medien, Gegenstände, Lebensmittel usw. gilt. Im Umkehrschluss hieß das aber auch, dass da draußen irgendwo ein Hörbuch auf mich wartete, das mir gefallen würde. Und genau dies fand ich Ende August mit C.R. Rodenwalds Hörbuch Die Welt der drei ???. Gespannt lauschte ich seinem Buch und fühlte mich an meine Kindheit erinnert, in der ich jede in unserer Stadtbibliothek erhältliche Kassette der Die drei ??? Reihe angehört habe, während ich spielte, malte oder Hausaufgaben machte. Tatsächlich habe ich nur ein Buch der Reihe gelesen, da mir die Hörbücher damals einfach viel besser gefielen.

Angesteckt von Rodenwalds Werk recherchierte ich ein wenig zur Reihe und in welcher Reihenfolge man am besten begann, denn in meinem Kopf nahm die fixe Idee Gestalt an, mit diesen Hörbüchern zu starten, bis ich eine Alternative fand. Also begann ich mit der ersten Hörbuchfolge (nach EUROPA) Die drei ??? und der Super-Papapgei und schon beim Intro verliebte ich mich wieder in die Reihe. Die Suche nach einer Alterative war schnell vergessen, so schnell, wie Peter, Bob und Justus ihre Fälle lösen (kleiner Scherz am Rande). Und ganz ehrlich, diese Reihe ist perfekt: Jede Folge umfasst vierzig bis sechzig Minuten; ideal für je ein Hörspiel pro Bustour. Bei derzeit zweihundert Hörbuchfolgen bin ich die nächsten hundert Tage also versorgt.

Und plötzlich erweist sich Rowlings schlaue Versprechung als wahr, denn wenn man weiß, was einem gefällt, fällt die Suche bekanntlich leichter. Wenn ich in hundert Tagen (plus Wochenenden) mit allen Folgen durch bin, warten bereits die Hörbücher von Harry Potter (gelesen von Stephen Fry natürlich, denn die sind mit Abstand die Besten – ich sage nur „he pocketed it“) und die How to Train Your Dragon Reihe (gelesen von David Tennant – nicht, dass ich die nicht schon gehört hätte, aber wer sie kennt, weiß, warum die schon wieder auf der Liste stehen) auf mich.

Somit sage ich meiner Reisekrankheit und schrumpfenden Leseliste den Kampf an und fülle die Liste mit jeder Menge Hörbüchern und meine Ohren mit den kultigen Klängen meiner Lieblingsdetektive und später Lieblingsgeschichten.

Und nun, wie immer, die Fragen an euch:
Gibt es Orte, an denen ihr so gar nicht lesen könnt? Und konsumiert ihr Podcasts und/oder Hörbücher/-spiele? Habt ihr Empfehlungen für gute Podcasts und/oder Hörbücher/-spiele? Ich bin wie immer gespannt auf eure Antworten in den Kommentaren.

Habt eine tolle Woche und einen schönen Feiertag!

Eure Reni
(die froh ist, wieder zurück zu sein!)


4 Gedanken zu “Leseliste & Reisekrankheit – eine super Kombi (nicht wirklich) …

  1. Hallo, liebe Reni,
    in mir hast du eine Leidensgenossin: Ich kann auch im Bus oder Auto nicht lesen. Es wird mir sonst schauderhaft übel und mein Mageninhalt möchte raus… Der Druck auf den Ohren beim Fahren verbietet mir auch Hörbücher! Da hast du es besser.
    Ich vermisse dich unter meinen Follovern! Hast du nicht mitbekommen, dass ich meinen Balten Block mit dem neuen PC aufgeben musste??? Gerel s Block heißt jetzt „Momfilou“, so nannte ich mich ja auch schon vorher.
    Fotos kann ich aber immer noch nicht wieder von meinem Handy in den PC laden, muss vorläufig alte Fotos benutzen.
    Habe aber tolle Bücher in letzter Zeit gelesen, über die ich bald schreiben werde.
    Mit liebem Gruß
    Gerel (Momfilou)

    Gefällt 1 Person

  2. Hallo Gerel,
    huch, ist mir gar nicht aufgefallen, aber habe ich sofort nachgeholt. Ich war in letzter Zeit wenig online, da mich der Jobwechsel einnahm. In den nächsten Tagen bin ich aber voll wieder da und komme auch wieder mehr zum Beiträge und Bücher lesen.

    Du hast mein volles Mitleid. Ich weiß nicht, was ich ohne Hörbücher machen würde. Fahrbare Untersätze sind schon echt was fieses 🙃😉.

    Ich hoffe, es geht dir gut.
    Liebe Grüße,
    Reni

    Gefällt 1 Person

  3. Hallo Reni,

    das Problem in Fahrzeugen kenne ich auch sehr gut. Es muss nicht einmal ein Buch sein. Es reicht, wenn ich nicht nach draußen sehe. 😅 Die Idee mit Hörbüchern und PodCasts ist mir im Bus gekommen als der Busfahrer vergessen hat das Licht an zu machen. Man glaubt es ja kaum, aber es wird morgens jetzt immer später hell. Ich sitze also mit meinem Buch im Bus (ausnahmsweise) und kann nichts sehen. 😂 Leider konnte ich bisher noch keinen PodCast finden, der mir wirklich gefällt. Bin also auch sehr gespannt auf Tipps und Empfehlugen. 😀

    Liebe Grüße
    Moritz

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  4. Hallo Moritz,
    verschlafen im Bus kann echt gefährlich sein; ich mache jeden Morgen drei Kreuze, dass meine Haltestelle, an der ich aussteige, eine Endhaltestelle ist und mich im Notfall der Busfahrer schon wecken wird.
    Bei Podcasts bin ich auch immer noch überfordert, aber gerade habe ich von Barnes&Nobles den YA Podcast entdeckt, in dem sich ganz viele Interviews mit Autoren verstecken. Der ist wirklich gut und die Folgen gehen zwischen 30 bis 60 Minuten lang, perfekt gut eine Busfahrt 🤓

    Liebe Grüße,
    Reni

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