Kleines Boot, weites Meer

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Autorin:
Nina Laden

Illustratorin:
Melissa Castrillon

Darum geht’s:
Ein kleines Boot, ein Junge und seine Giraffe und das große, weite Meer …

Meine Meinung:
Letztes Wochenende überraschte mich dieses wunderschöne Bilderbuch aus dem Aladin Verlag in meinem Briefkasten. Vor ein paar Monaten hatte ich schon meine Augen auf dieses Buch geworfen, als ich die Vorschau des Thienemann Verlags durchblätterte und fragte kurzerhand das Buch als Rezensionsexemplar an.

Wer es noch nicht weiß (ich gebe zu, ich war auch ein wenig verwundert): Der Aladin Verlag gehört seit Januar 2019 nun zum Thienemann Verlag (auf Buchmessen findet man ihn deshalb nicht mehr bei Carlsen am Stand). Bekannt ist der Verlag für seine liebevollen und toll illustrierten Bilderbücher (beispielsweise auch Der Polarexpress, der noch immer ziemlich weit oben auf meiner Wunschliste steht). Kein Wunder also, dass der Aladin Verlag einer meiner Lieblingsverlage ist. Mit einem reduzierteren, aber auch weiterhin hochwertigen Programm startete der Verlag nun neu hier in Stuttgart und zum Programm diesen Herbst gehört auch Castrillons und Ladens kleines, feines Bilderbuch Kleines Boot, Weites Meer.

Ein kleiner Junge und seine Giraffe setzen sich eines Tages in ihr kleines, gelbes Kayak und paddeln aufs Meer hinaus. Je weiter sie sich von ihrem Zuhause entfernen, desto mehr Wundern begegnen sie. Doch bald zieht ein Sturm auf und die beiden versuchen verzweifelt, nicht aus dem kleinen Kayak geworfen zu werden. Am Ende finden die beiden natürlich wieder nach Hause zurück mit der Unterstützung von ganz besonderen Meeresbewohnern,

Der Text ist in Vierzeilern gehalten, die zusammen ein großes Gedicht über die abenteuerliche Reise der beiden ergeben. Dabei arbeitet die Autorin viel mit Assoziationen, die die Bilder im Kopf der Leser füttern und Gefühle hervorrufen. Hier übrigens mein Lieblingsvierzeiler aus dem Buch, bei dem ihr auch einen guten Eindruck vom Text erhaltet:

Windgejammer.
Geisterklagen.
Schirm entschwindet.
Nicht verzagen.

Die Illustrationen sind sehr grafisch und in den Farben ocker, orange, rot (für den gestreiften Pulli und  die Mütze des kleinen Jungen), pink, moosgrün, türkis und dunkelblau gehalten und kreieren damit eine sehr stimmungsvolle Atmosphäre. Die Illustrationen füllen mal die ganze Seite, mal eine Doppelseite, oder auch nur einen Teil der Seite  (in diesem Fall bilden sie immer ein Oval). Als wiederkehrende Motive tauchen immer wieder Muscheln, Blumen und/oder Fische auf, die auf fast jeder Seite zu finden sind. Die stilisierten Wellen fangen den Blick der Betrachter und bestimmen gefühlt die Lesrichtung der Illustrationen. Die Vierzeiler werden auf jeder Doppelseite ein bis zweimal in die Illustration integriert und reihen sich stimmig in die Seiten ein.

Ich finde dieses Buch einfach wunderschön. Vor allem die Oktopoden und Wellen haben es mir angetan, aber auch die Otter, die sich auf einigen Seiten unter die Meeresbewohner geschlichen haben. Das Buch erzählt von Freundschaft, von Abenteuerlust, aber auch davon, dass Nach-Hause-Kommen genauso schön sein kann wie Aufbrechen. Wer etwas Besonderes, Herzerwärmendes und klug Erzähltes für das eigene Bilderbuchregal sucht, ist mit diesem Buch auf jeden Fall gut beraten, denn nicht nur für junge Leser bietet dieses Buch ein paar wunderschöne Minuten zum Abschalten und Genießen, sondern auch für uns große Leser.


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