Space Opera

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Autorin:
Catherynne M. Valente

Darum geht’s:
Die Erde ist auserwählt, am großen Grand Prix der Galaxis teilzunehmen. Die Sache hat nur einen Haken: Wenn wir verlieren, werden wir ausgelöscht …

Meine Meinung:
Man nehme eine crazy-abgehalfterte Band mit einem schillernden, androgynen Frontsänger, die ihre besten Tage schon hinter sich hat, das Schicksal der Menschheit und eine Alieninvasion und mische alles unter ständigem rühren mit dem Eurovision-Song-Contest (ESC). Heraus kommt dieses Buch, geschrieben von einer Amerikanerin, die ein Fan des Nationen-übergreifenden, musikalischen Events ist.

Die Autorin arbeitete bei diesem Buch mit verschiedenen Erzählperspektiven. Die Haupthandlung wird aus der Perspektive der beiden Bandmitgliedern und deren Katze jeweils in dritter Person erzählt. Wenn die Geschichte des Grand Prixs geschildert wird, wechselt die Perspektive in einen allwissenden Erzähler.
Das Buch ist in mehrere Teile gegliedert, die mit einem Zitat aus Gewinnersongs des ESCs eingeleitet werden. Die Kapitelnamen sind ebenfalls nach ESC-Songs benannt, allerdings hat sich mir bis heute nicht erschlossen, ob sie irgendwie in Beziehung zur Handlung der Kapitel stehen. Wenn ja, dann habe ich es eindeutig nicht mitbekommen.

Ich mag die Idee sehr gerne und auch die beiden Protagonisten und  vor allem deren Katze. Eigentlich hätte es mit dem Grundkonflikt und den Differenzen der beiden Protagonisten ein wirklich gutes Buch werden können, denn nicht nur die Orte, die die beiden besuchen, sondern auch die verschiedenen Alienspezies und der Wettbewerb an sich bieten so guten Stoff. Leider verliert sich die Autorin jedoch für gefühlt zwei Drittel des Buches in Beschreibungen des intergalaktischen Krieges, den verschiedenen Spezies und früheren Grand Prixs. Die Haupthandlung plätschert irgendwie nur nebenbei, geht nicht in die Tiefe und bleibt episodenhaft. Das Finale wird in drei kurzen Kapiteln abgehandelt, geht dabei aber nur auf den Auftritt der Chaosband ein. Der wichtige Teil, die Abstimmung der anderen Planeten, wird ganz ignoriert; *ACHTUNG SPOILER* im Epilog wird nur erwähnt, dass der Planet Erde nicht den letzten Platz belegte *SPOILER-Ende*.

Ein Buch, dass alle Kapitel auf einen Wettbewerb hinauszielt, ihn am Ende aber nur kurz erwähnt und dabei nicht mal Spannung produzieren kann, hat für mich die eigene Prämisse nicht erfüllt. Ich fand dies schade, denn genau darauf habe ich mich während des Lesens am meisten gefreut. Naja, aber das kommt eben davon, wenn ein Nicht-Teilnehmerland über den ESC schreibt. Nicht immer versteht man dann, was wirklich an diesem Wettbewerb begeistert.

Space Opera ist nett, dieses Buch lohnt sich jedoch eher als Inspiration für neue Alienspezies, denn es verfehlt seinen Sinn als Hommage an den ESC. Wenn ihr den ESC liebt (oder wie wir jedes Jahr zum Lästern und Lachen über verrückte Kostüme und eigenartige Geschmacksverirrungen anschaut), dann lasst lieber die Hände von diesem Buch.


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