Good Omens

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Autoren: 
Terry Pratchett und Neil Gaiman

Darum geht’s:
Ein Engel und ein Dämon versuchen, die Apokalypse aufzuhalten.

Meine Meinung:
Neil Gaiman ist eine Hausnummer, die mich aufhorchen lässt. Er gehört zu den Autoren, deren Schreibstil und Bücher ich absolut bewundere und der gefühlt jede Schreibregel kennt und sie für sich neu definiert. Wenige Autoren würde ich wirklich als Genie bezeichnen, doch ihm diesen Titel abzuerkennen, wäre mehr als nur Dummheit oder Ignoranz. Mit diesem Wissen im Hinterkopf verwundert es nicht, dass ich es kaum erwarten konnte, die auf Amazon angekündigte Serie Good Omens endlich zu sehen (und nein, dass hat auch überhaupt nichts damit zu tun, dass David Tennant, Doctor, lispelnder Ohnezahn und Detective Inspector, den Dämon Crowley spielt *hust*bestimmt nicht*hust*). Ehm, nun ja, mittlerweile habe ich diese Serie ganze sechs Mal durchgeschaut und wenn schon die Serie so gut ist, dann kann das Buch, zumal aus der Feder von besagten Genie gemeinsam mit dem Schöpfer der Scheibenwelt, nicht weniger genial sein.

Ihr kennt das Dilemma mit Buchverfilmungen: Zu neunundneunzig Prozent gehen geliebte Szenen aus dem Buch unter, Personen werden gestrichen und Handlungsstränge zugunsten der Gewohnheiten und Erwartungen der Filmbranche angepasst. Doch verbunden mit dem neuen Trend, Bücher als Serien zu verfilmen (was bereits großartig mit Rätselhafte Ereignisse auf Netflix gelang), scheint die Filmbranche endlich eine Form gefunden zu haben, uns Büchernerds voll und ganz zu befriedigen. Nicht anders gelang es Amazon mit Good Omens. Nach dem zweiten Mal durchsuchten der Serie holte ich mir das Buch und las es innerhalb zweier Tage, immer die Stunden verfluchend, in denen ich arbeiten oder schlafen oder irgendwas anderes machen musste. Dieses Buch, dass, wie ein Interview im Anhang verrät, als Briefwechsel und später Spaßprojekt der beiden Autoren begann, ist einfach nur durchgeknallt, witzig, voller Fußnoten und schräger Figuren, die einem mehr als nur ans Herz wachsen.

In der Serie gibt es ein paar mehr handelnde Personen als im Buch und auch die Bestrafungsszenen (und noch einige andere) aus der Serie fehlen leider im Buch. Dennoch sind sich beide Werke  sehr ähnlich und ergänzen sich wunderbar. Die Serie fühlt sich dabei wie eine Liebeserklärung an das Buch an und alleine schon dies war für mich Grund genug, nach der Beendigung des Buches sie ganze vier weitere Male zu schauen (und wahrscheinlich noch ein paar Male mehr, schließlich ist noch nicht aller Tage Abend).

Aber zurück zum Buch: Das Buch ist in mehrere Abschnitte geteilt, die jeweilige Zeiträume vor und nach der Apokalypse protokollieren. Dabei wechselt sich ständig die Perspektive zwischen den gerade wichtigen handelnden Personen, sei es der Antichrist, Crowley, Aziraphale, Anathema oder aber die Hexenjäger (und weitere). Mit dieser Methode erhält der Leser einen umfassenden Einblick in die Handlung und in die Beweggründe der einzelnen Figuren. Für mich übrigens auch eine clevere Methode, wenn mehrere Autoren am gleichen Buch schreiben, denn durch die verschiedenen Erzählstile der einzelnen Figuren lassen sich unterschiedliche Schreibstile gut verdecken. Wüsste ich nicht, dass das Buch aus mehreren Federn stammt, ich hätte es nicht erahnen können.

Neben dem Haupttext finden wir als Leser auch unzählige Fußnoten, in denen die beiden Autoren den Text des jeweils anderen kommentierten und ergänzten. Dies trägt zum Unterhaltungswert des Buches bei und ist eine witzige und äußert gelungene Ergänzung. Nicht vielen Autoren gelingt, bei Fußnoten das Maß zwischen zu wenig und nervig zu halten. Diesen beiden (und übrigens auch dem Känguru und Mark-Uwe) gelingt es aber vorzüglich.

An Good Omens kann ich einfach keinen Punkt zum Meckern finden. Das Buch ist großartig, die Verfilmung toll, die Besetzung auf den Punkt. Wer mal wieder etwas richtig Geniales konsumieren will, ist deshalb mit diesem Buch und der dazugehörigen Serie bestens beraten.


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