Sieben Arten Dunkelheit

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Autor:
Christian von Aster

Darum geht’s:
Zwei Meister, vier Schüler, ein Hausmeister, ein Bodyguard und zwei heldenhafte Schattenhamster, die gegen das Böse aus der Dunkelheit antreten.

Erscheinungsdatum: 
15. August 2019

Meine Meinung:
Wie bereits in meinem Beitrag zum Bloggertreffen bei Thienemann-Esslinger erwähnt, habe ich vor zwei Wochen im Rahmen dieser Veranstaltung auch ein Vorabexemplar von Christian von Asters erstem Jugendbuch erhalten. In den letzten Tagen bin ich in die Welt dieses Buches abgetaucht und habe gemeinsam mit den vier Protagonisten gebangt, gezittert und mal eben die Welt vor einem machtgeilen Meister (irgendwie gibt es auf der Welt doch viel zu viele von denen) gerettet.

Sieben Arten Dunkelheit ließ sich dabei im Vergleich zum Orkfresser zügig und bequem in einem Rutsch durchlesen, denn das gewöhnte Crazyness-Level, das ich von diesem Autor gewohnt bin, ist hier Buch um einiges zurückgeschraubt. Sein Stil geht dabei aber nicht verloren: Wieder einmal sind unsere Helden eine Mischung aus den verschiedensten Außenseitern, die Ängste überwinden und anderen vertrauen lernen. Auch spielt eine Prophezeiung eine große Rolle, doch, und das fand ich ziemlich beeindruckend und erfrischend, wird in diesem Buch eher gezeigt, was das Streben nach der Rolle des Auserwählten mit verschiedenen Personen machen kann, als dass wirklich dieser eine hervorgehobene Charakter die Welt rettet.

Mal wieder versteckt sich im Buch auch ein Charakter, der eine beeindruckende Ähnlichkeit zum Autor selbst besitzt. Diese Figur hält vor allem eine kleine Überraschung für unsere Protagonisten bereit und einen der Schlüssel für den Endsieg.

Bevor ich zu den Stellen komme, an denen ich mich ein wenig gestört habe, hier noch eine kleine Anmerkung: Ich liebe das Buch und es ist toll. Würde ich es nicht bereits besitzen, ich würde es mir selbst kaufen (und werde es jedem aufschwatzen und jeden damit nerven, der in den nächsten Monaten eine Leseempfehlung von mir will). Die nachfolgenden Kritikpunkte fallen unter die Kategorie „Meckern auf hohem Niveau“ und ich erwähne sie der Vollständigkeit halber, nicht aber, um euch von diesem Buch abzubringen. Dies gesagt, nun also den Punkten:

Während der gesamten Handlung wurde ich das Gefühl nicht los, dass sich die Protagonisten jünger verhielten, als sie eigentlich angedacht waren. Hätte ich nicht gewusst, dass sie um die Fünfzehn sind, ich hätte sie zwei Jahre jünger geschätzt. Davids Mutter (David ist einer der Protagonisten) ist auch nur Hausfrau, was mich ein wenig störte, denn schließlich wird ständig erwähnt, dass der Vater nicht genügend Geld verdient. Ihre Rolle war mir ein bisschen zu sehr als Trope geschrieben, denn nicht nur geht sie nicht arbeiten, sie ist auch ein wenig dümmlich, spielt die ganze Zeit Handyspiele, ernährt ihre Familie vegan (und natürlich ist das Essen damit ungenießbar) und kuscht vor ihrem Ehemann. Auch wenn es sich hierbei nur um eine Nebenfigur handelt, hätte man doch wenigstens nicht ganz so viele Vorurteile in diese Figur stecken müssen.

Weiterhin ein wenig unpassend ist, dass eine der beiden Protagonisten aus der Südsee ihre Hunde mit deutschen Namen benennt – die sollten wahrscheinlich einfach lustig sein (so wie auch die Namen der beiden Schattenhamster), doch hätte man hier eher auf die Herkunft des Mädchens Rücksicht nehmen sollen, als einen Comic Relief einzubauen.

Besonders frustrierend fand ich aber, dass der Autor immer wieder verspricht, alle Arten Dunkelheit zu erläutern, wir aber als Leser nur drei zu sehen bekommen und später dann einfach alle anderen Arten in einem Satz nur mit Namen heruntergerasselt werden. Für mich gehörten gerade die Szenen mit den ersten drei Dunkelheiten zu den Schönsten im ganzen Buch und ich fand es schade, dass die anderen vollkommen weggekürzt wurden, vor allem da á la Chekhovs Guns immer wieder darauf aufmerksam gemacht wurde, dass wir diese noch durchgehen. So etwas macht man nicht mit seinen Lesern, Herr Aster, wirklich nicht!!

Das Buch ist trotz der Kritikpunkte (wie gesagt – das ist bei mir „Meckern auf hohem Niveau“) toll und vor allem durch das Cover und die Gestaltung der Kapitelstartseiten ein absoluter Hingucker. Ich freue mich, dass mit diesem Buch beim Thienemann Verlag einer meiner Lieblingsautoren einer größeren Leserschaft bekannt wird und vielleicht dadurch ein paar davon auch den Wunsch verspüren, mehr von diesem großartigen Geschichtenerzähler mit der Märchenonkelstimme zu lesen.


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