Der kleine Prinz

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Autor:
Antoine Saint-Exupéry

Nacherzählt von:
Agnès de Lestrade

Illustratorin:
Valeria Docampo

Darum geht’s:
Ein Flugzeugabsturz, ein kleiner Prinz, eine besondere Blume, eine lange Reise, ein  Fuchs und ein Schaf in einer Kiste.

Meine Meinung:
Dieses wunderschöne Bilderbuch aus den Federn meiner beiden Lieblingskünstlerinnen ist diese Woche als Rezensionsexemplar vom Mixtvision Verlag bei uns eingezogen. Seitdem wurde es mehrfach aufgeschlagen, bewundert, betrachtet, stolz vorgezeigt und liebevoll gestreichelt. Denn dieses Buch ist so wunderschön, dass man gar nicht anders kann, als es zu lieben.

In Saint-Exupérys Geschichte habe ich mich mit etwa Zwölf verliebt. Meine Schwester und ich verbrachten eine Woche bei unseren Großeltern, deren Bücherregal eine wunderschöne (gewöhnt euch gleich an das Wort, ich werde es wahrscheinlich noch ein paar Mal heute nutzen), alte, gebundene Ausgabe des Kleinen Prinzen ziert. Heimlich schmuggelte ich das Buch mit ins Bett (ich glaube, meine Großmutter wusste, wo das Buch war, aber als Kind ist man ja so stolz auf die eigenen Geheimnisse) und las es im Licht der untergehenden Sonne. Ich weiß nicht, ob es die Heimlichtuerei war, die untergehende Sonne, der Geruch des alten Buches oder aber wirklich nur die Handlung selbst, aber in jener Nacht verfiel ich dieser Geschichte, ihrer Poesie und den Illustrationen.

Aus diesem Grund freute ich mich natürlich besonders, dass sich Docampo und Lestrade diese Geschichte genommen und neu bearbeitet haben. Der Text wurde im Gegensatz zum Original gekürzt, damit er auf die beschränkte Seitenanzahl des Buches passt, und die Originalillustrationen als Elemente in die Seitengestaltung mit eingearbeitet, ohne dabei das Besondere an diesem Werk zu verlieren.

Anders als bei den anderen Bilderbüchern der beiden Künstlerinnen (zumindest denen, die ihr hier noch so auf meinem Blog findet) sind die Illustrationen diesmal nicht nur auf ein paar Farben reduziert. Auf jeder Seite taucht man in eine neue Farbwelt ein, mal sonnengelb, mal nachtblau, mal rosa oder türkis. Jeder Planet und jede Szene hat ihre eigene Gestaltung. Die Illustrationen sind gleichzeitig reduziert auf das Wesentliche und doch detailreich gehalten, sodass die Augen das Wichtigste sofort wahrnehmen, aber auch stundenlang die Seiten betrachten und immer noch etwas dabei entdecken können. Genau dies liebe ich so an Valerie Docampos Stil: Das Gleichgewicht zwischen Detail und Minimalismus, die Weichheit der Zeichnungen und die Verwendung eines Gestaltungsmittels, dass ein wenig Härte (bei diesem Buch Ölkreide) auf die Seiten bringt. Vor allem bei den Planetenbewohnern, die der kleine Prinz auf seiner Reise besucht, kommt wieder Docampos einzigartiger Verfremdungsstil von Figuren durch, die man auch aus den anderen Büchern kennt.

Der Text ist in die Seitengestaltung integriert, wirkt weder zu viel noch zu wenig, noch aufdringlich. Wie man es auch von den anderen Bilderbüchern der beiden kennt, wird auch hier wieder mit zwei verschiedenen Schriftgrößen gespielt. Damit werden wichtige Passagen des Textes hervorgehoben und gleichzeitig erhalten die Wörter etwas Spielerisches. So entsteht eine wundervolle Symbiose aus Text und Bild und kreiert nicht nur ein ganz besonderes Bilderbuch, sondern reiht sich damit auch perfekt in die anderen Kooperationen der beiden ein.


Ein Gedanke zu “Der kleine Prinz

  1. Ja, das ist ein wunderbares Buch. Ich bekam meine Ausgabe von meiner Mutter geschenkt, die wäre 2012 einhundert Jahre alt geworden, starb aber leider schon mit 69. Da war ich 39 und von da an fühlte ich mich alt werden!!!
    Danke für die Erinnerung, liebe Reni.
    LÖ von Gerel

    Gefällt 1 Person

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