Ein neues Bücherregal muss her …

Letzte Woche ist bei uns in der WG der Alptraum eines jeden Bücherwurms wahr geworden: Beim Verschieben meines Billy-Regals blieb es am Thermostat (von dem ich gar nicht mehr wusste, dass es da hing) hängen. Das Regal verzog sich und fiel im nächsten Moment wie ein Kartenhaus in sich zusammen. Der Schaden: Ein Bücherregal weniger, etwa einhundertfünfzig Bücher heimatlos, ein geköpfter LEGO BB-8 (dessen Neuaufbau eine ganze Staffel Good Omens in Anspruch nahm), eine bücherlose, kahle, weiße Wand und eine völlig verzweifelte Reni, die nach einer Stunde heulen und sieben Trauertagen immer noch nicht fassen kann, was letzten Samstag geschah.

Um die Lücke in meinem Leben zu füllen, bestellte ich noch am Samstag einen neuen Billy bei IKEA (und oh my goddess, es gibt gerade gelbe Billys – so richtig Hufflepuff-Gelb … ratet, in welcher Farbe mein neuer Billy ist) … und noch ein paar andere Dinge.   Irgendwie ist der Online-Shop des schwedischen Einrichtungshauses genauso schlimm wie seine Möbelhäuser … am Ende kommen immer noch Sachen in die gelbe Tragetasche/Warenkorb, von denen man gar nicht ahnte, dass man sie braucht. Während ich heute den ganzen Tag auf die Lieferung warte (es ist übrigens gerade Samstag, auch wenn ihr meinen Beitrag erst am Montag lest – Hallo, Zukunft!), überlege ich mir, mit welchem Ordnungssystem ich mein Regal füllen will.

Normalerweise bin ich jemand, der nach Genres und gelesenen/ungelesenen Büchern sortiert und dann ganz viel Kleinkram ins Regal stellt, um den Platz auch voll auszunutzen. Doch irgendwie sieht das Ergebnis nie so ästhetisch aus, wie ich es mir im Kopf vorgestellt habe. Mit dem neuen Billy will ich die Chance nutzen, um meine Regale neu zu organisierten und irgendwie doch ein wenig „erwachsener“ zu gestalten (wobei ich nach zehn Jahren Erwachsen sein immer noch keine Ahnung habe, was genau nun „erwachsen“ wirklich ist – aber das ist ein anderes Thema).
Bei der Ideenfindung habe ich mich durch die Tiefen von Pinterest und Google gewühlt, um mich inspirieren zu lassen. Dabei bin ich auf drei tolle Beiträge zu Ordnungssystemen gestoßen, die ich sehr empfehlen kann, wenn ihr, wie ich gerade, euer Bücherregal neu sortieren wollt:

  • Lukas von Sinnblock sammelt in seinem Beitrag 29 Methoden, wie man ein Bücherregal organisieren kann. Dabei finden sich darin nicht nur die üblichen Methoden, wie zB. nach Farbe, Größe oder Genre, sondern auch Methoden wie Material oder aber die Schriftart auf den Buchrücken. Außerdem stellt er sich auch die Frage, ob man überhaupt sortieren sollte und gibt einen Tipp, wie man ganz schnell alphabetisch organisiert. Sehr lesenswert!
  • Sonja von Online-Einrichtungsberatung hat in ihrem Beitrag sieben Buchbloggerinnen interviewt und gefragt, worauf sie beim Kauf von Bücherregalen achten, wie sie ihre Bücher sortieren und vor allem, ganz wichtige Frage, wie sie ihre Bücher vor Staub schützen. Interessant zu lesen und ein schöner Beitrag um ein paar Ideen für das eigene Regal zu sammeln.
  • Irgendwie lande ich über kurz oder lang immer auf der Seite von Lesejury, der von Bastei Lübbe betriebenen Community, wenn ich etwas buchrelevantes recherchiere. Auch diesmal bin ich hier fündig geworden. Ihr Beitrag zählt elf Möglichkeiten zur Organisation von Büchern im Regal auf, sortiert nach Persönlichkeiten.

Was mir auf jeden Fall gar nicht beim Organisieren meines Bücherregals zusagt, ist, wenn man Bücher nach Farbe sortiert. Das sieht zwar schön aus, aber man reißt so viele Buchreihen auseinander, weil ihre Buchrücken nicht die gleiche Farbe haben. Und dann wären da noch meine Sammlungen von Büchern eines Autors, deren Buchrückenfarbe auch nicht einem Farbschema angehören. Die kann ich doch nicht trennen. Das ist doch grausam.
Noch schlimmer jedoch finde ich es, wenn man die Buchrücken nach hinten dreht und nur die Seiten eines Buches zu sehen sind. Keine Ahnung, wie man da je wieder ein Buch finden soll. Klar, das sieht ästhetisch aus, aber mich würde es in den Wahnsinn treiben. Bücher, die ich nicht im Regal stehen haben möchte, werden aussortiert und wandern in den Keller (die Staufläche auf meinem Kleiderschrank hat ihre Grenzen erreicht und unser klimatisierter, trockener Keller hat noch ein paar freie Regalbretter zum Stapeln … bis ich sie irgendwann, eventuell, vielleicht, wenn der Vollmond pink im Süden steht, zur Adoption frei gebe, können sie da unter ihresgleichen lagern). Nur weil das vielleicht mehr Insta-Klicks bringt oder gerade im Trend ist, heißt das noch lange nicht, dass diese Methode toll ist. (Und jetzt sollte ich aufhören, mich aufzuregen und das Thema wechseln, sonst beinhalten die nächsten tausend Wörter nur noch eine Hassrede auf dieses Ordnungssystem).

Das Problem daran, überhaupt ein Ordnungssystem zu haben, ist, dass man bei jedem neuen Buch in dem einen Teil des Bücherregals Platz schaffen muss. Da kann man noch so stapeln und schlichten, irgendwann passt in diesen einen Teil kein Buch mehr dazu. Und dann fange ich wieder an, meine Bücherregale auseinander zu nehmen und neu zu ordnen. Dafür geht dann ein ganzer Tag drauf, denn wenn ich schon mal dabei bin, kann ich ja gleich auch die anderen Regale noch mit machen. Es endet dann jedesmal damit, dass ich völlig kaputt bin und mir schwöre, nie wieder meine Regale neu zu strukturieren. Spätestens sechs Monate später ist der Schwur aber vergessen und das Chaos beginnt von neuem.

Von dem von IKEA gesetzten Lieferzeitraum sind übrigens jetzt sechs Stunden vergangen und gerade ist der erste Teil der Lieferung angekommen. Allerdings nicht der gelbe Billy, sondern nur unsere neuen Kissen und der neue Wäschekorb. Sechs Stunden Lieferzeitraum sind noch übrig … Ist es nicht toll, wie gut man seinen Tag mit solchen Lieferzeiten planen kann? Wenn dir zum Beispiel versprochen wird, dass eine Lieferung zwischen 9.00 und 21.00 Uhr ankommen wird … da kannst du so viel mit deinem Tag machen … Vor allem, wenn die versprochene Lieferzeit dann am nächsten Morgen auf den Tag danach aktualisiert wird. Sowas ist doch großartig …

4 Stunden später.

Es ist endlich da (vor zweieinhalb Stunden) und jetzt auch zusammengebaut (vor zwei Stunden). Zwei Stunden später sind auch alle Bücher endlich eingeräumt und auch wenn es weit leerer ist als vorher (weil viele Bücher an andere Orte in der Zwischenzeit gezogen sind), gefällt es mir wirklich sehr. Das Gelb ist großartig und ein richtiger Hingucker in meiner Bibliotheksecke. Außerdem sehe ich es positiv: Jetzt habe ich wieder ganz viel Platz für neue Bücher …

Hier ist es:

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In mein anderes Bücherregal sind in der letzten Woche übrigens zum ersten Mal Pflanzen eingezogen. Eigentlich habe ich bisher einen Bogen um Pflanzen gemacht, weil ich immer glaubte, so gar keinen grünen Daumen zu haben (die Liste meiner Opfer ist sehr, sehr lang). Aber nachdem unsere Balkonpflanzen seit über zwei Monaten überleben und ich sogar unsere Flamigoweide wiederbelebt habe, die kurz nach einem Sturm beschloss, Selbstmord zu begehen, fand ich mich mutig genug, es noch einmal mit Zimmerpflanzen zu versuchen. Bisher sehen sie noch gut aus … mal sehen wie lange. Zumindest stehen sie außer Reichweite von Luna und Lilith, die als berühmt-berüchtigte Meuchelmörder unzähliger früherer Zimmerpflanzen noch bekannter sind als ich.

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Hier sammeln sich übrigens die Bücher meiner Mitbewohnerin. Wir haben im Wohnzimmer unsere Sammlungen einfach mal zusammengeschmissen …

So … das war’s mal wieder diese Woche von mir. Ich entschuldige mich für den vielleicht etwas chaotischen Beitrag diese Woche, aber sowas passiert eben, wenn ich ungeduldig auf ein Bücherregal warte. Nächste Woche gibt es wieder etwas Strukturierteres, versprochen.

 

Habt eine tolle Woche und genießt das sonnige Wetter (hoffentlich wird es bald wieder kälter und schneit ordentlich).

Alles Liebe,
Eure Reni

 

P.S. Übrigens sind die Bücher nun doch wieder nach Genre sortiert. Alles andere war mir dann doch irgendwie zu chaotisch.

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10 Gedanken zu “Ein neues Bücherregal muss her …

  1. Hey du, das ist eine gute Frage … hab ich mich tatsächlich noch nie gefragt. Aber schnellen Recherchen zufolge wurde das Regal nach einem Mitarbeiter benannt …

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  2. Nein 😀 so durchgedreht bin ich zum Glück dann doch noch nicht. Aber wenn ein regal schon einen Name hat, dann sollte man es ja auch so ansprechen 😉

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  3. Hi Andreas,
    der Name klingt sehr sympathisch und das Beste, er hat den Wortteil „Lis“ mit drin, was fast wie eine (wenn auch leicht falsch geschriebene) Aufforderung zum Lesen klingt 😉

    LG Reni

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  4. Hi du,
    absolut. Ohne sinnvolle Ordnung geht gar nichts. Ich hab früher auch nach Sprache sortiert, aber das geht mittlerweile nicht mehr, da ich bei manchen Reihen mit den deutschen Büchern gestartet habe, dann aber aus Ungeduld die nachfolgenden in englischer Sprache kaufte. Da muss man die ja trennen … das geht also nicht mehr.

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  5. Ich finde es immer fasziniert zu sehen wonach manche ihre Bücherregale sortieren. Wien Freunde hat kürzlich angefangen nach Farbe zu sortieren und auch wenn es wirklich schön aussieht, wäre es für mich ebenfalls nichts. Bei mir selber weiß ich gar nicht ob ich wirklich eine Ordnung habe. Es ist irgendwie ein Mix aus verschiedenen. Ich finde zum Beispiel, dass Bücher des selben Autors zusammen gehören. So habe ich meine Rick Riordan Werke beisammen (gut die gehören thematisch auch zusammen) oder besseres Beispiel: all meine John Katzenbach Bücher.
    Dann sortiere ich nach Festband und Taschenbücher. Bücher, mit ernstem Thema & Biografien kommen zusammen, lustige Bücher (von z.B. Michael Mittermeier) kommen zusammen und dann ist der Rest ein buntes Sammelsurium an Genres. Einziger Kritikpunkt: Tadchenbuch & Festband werden hier getrennt 😅
    Daher müssen aber Bücher des selben Autors oder der selben Reihe auch IMMER entweder ausschließlich aus Festband oder Taschenbuch bestehen, damit das einheitlich ist 😅

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  6. Ich denke auch, dass, solange man mit einem Handgriff genau weiß, wo das gesuchte Buch steht, funktioniert das eigene System und man kann von Ordnung sprechen. Bei dem „weißen“ oder farbsortierten System kann ich mir das irgendwie schwer vorstellen.

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