Die Schneiderin des Nebels

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Autorinnen:
Agnès de Lestrade & Valeria Docampo

Darum geht’s:
Stoffe aus Nebel, das Vergessen und Verschleiern von Erinnerungen und unliebsamen Dingen, und ein unverhofftes Wiedersehen.

Meine Meinung:
Die Schneiderin des Nebels ist mein viertes Bilderbuch von Valeria Docampo und das dritte des Duos in meinem Besitz, alle erschienen im mixtvision Verlag. Ihre Bücher sind immer etwas Besonderes, philosophisch, traumhaft und ein bisschen magisch. Als der Verlag ankündigte, dass sie ein neues Buch rausbringen, war für mich klar, dass ich dieses Buch unbedingt in meiner Sammlung wissen wollte. Doch die Vorfreude war diesmal größer, als schlussendlich die Begeisterung für die Geschichte.

Aber zuerst die positiven Punkte: Das Buch ist wunderschön gestaltet, wie immer. Um den Nebel ein wenig mehr in den Fokus zu rücken, nutzte man diesmal Transparentseiten, die die Wirkung des Buches unterstützen und die darunter liegenden Seiten teilweise vor den Augen der Leser verbergen. Das Farbspektrum bewegt sich zwischen gelb, flaschengrün, grau und weiß und während die anfänglichen Seiten noch sehr dunkel und betrüblich gehalten sind, hellen sich zum Ende die Seiten immer mehr auf.

Ähnlich wie in Die große Wörterfabrik und Im Garten der Pusteblumen sind auch hier die Illustrationen auf das Nötigste reduziert, immer im fantasievollen Stil Docampos. Vor allem der abstrakte, andersartige Stil ihrer Menschen ist mir über die Jahre sehr ans Herz gewachsen und auch in diesem Buch wird er wieder zur Schau gestellt. Dazu kommen die winzigen Details, die einem beim Betrachten doch immer wieder etwas entdecken lassen.

Nicht vom Hocker hauen, konnte mich diesmal die Handlung. Sie wirkt unstimmig und nicht genug ausgearbeitet. Am Anfang geht es darum, das Rosa, die Protagonistin des Buches, Stoffe aus Nebel webt, die die Menschen zum Verschleiern von Dingen nutzen, die sie vergessen wollen. Da die Stoffe aber aus Nebel bestehen, sind sie vergänglich, sodass die Menschen immer wieder zu ihr kommen werden.
Dann schwenkt die Handlung um und wir erfahren, was Rosa selbst verschleiert: Einen Vater, der sie und ihre Mutter verlassen hat. Und plötzlich geht es darum, dass der Vater wieder kommt, die Vergangenheit ausradiert wird und sie Stoffe aus Sonnenstrahlen und Sternenlicht webt. Die Idee ist ja nicht schlecht, doch die Wandlung ist zu plötzlich und wirkt nicht ganz fein geschliffen. Diesen Aspekt könnte ich verzeihen, wäre ich nicht anderes von beiden Künstlerinnen gewohnt.

Das Buch ist nett, die Illustrationen wunderschön, doch empfehlen kann ich es nur denjenigen unter euch, die die anderen Bücher der beiden nicht kennen und in ihr Herz geschlossen haben.

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