Lovestories … und sie lebten glücklich und zufrieden, bis sie aufwachten

Ein Augenblick, der alles verändert. Die Sonne geht unter, beide schauen sich an … Kuss. Against all odds … sie finden sich, überstehen alles, erleben ihr Happy End. Die Anziehungskraft ist so stark zwischen ihnen, dass keiner sie je entzweien kann. Ihr Leben lang haben sie auf den anderen gewartet. Den anderen zu lieben, ist so natürlich, wie atmen. Es gibt nur ihn/nur sie. Wie konnte ich je ohne dich Leben …
Liebesgeschichten … Sie sind überall. Kaum eine fiktionale Geschichte existiert ohne sie. Jeder schwärmt davon und die meisten glauben (oder wollen einem einreden), dass es nichts schöneres gibt, kein größeres Ziel im Leben. Aus zwei mach eins. Finde dein Gegenstück. Irgendwann wird der „Richtige“ schon kommen.

Es gab Phasen in meinem Leben, da habe ich Liebesromane inhaliert, mich von Buch zu Buch gehangelt und mein Herz mit unrealistischen Träumen gefüllt. Und wenn es nicht ein Buch war, dann ein Liebesfilm. Schmalzig, rosa, Happy End garantiert. Schmachtend lag ich auf dem Sofa, leidete mit den Protagonisten bis sie sich am Ende doch bekamen. Mit jedem weiteren Happy End erträumte ich mir mein eigenes in den buntesten Farben. Gleichzeitig erhöhte ich den Standard für jeden, der jemals Interesse an mir zeigen würde, auf unrealistische Höhen. Ich glaubte an Prinz Charming, dachte, der richtige Moment wird kommen, er wird mich retten und dann bin ich endlich ich selbst: Glücklich, verliebt, Happy End. Ganz einfach.

Mehrere schief gelaufene Beziehungen später (wenn man sie überhaupt als diese bezeichnen kann) und jenseits des Zeitplans, den ich mir mit Fünfzehn für mein Leben gesetzt hatte, betrachte ich die „Liebe“ und „Liebesgeschichten“ kritischer. Vielleicht bin ich über die Jahre zynisch geworden, aber ich glaube nicht mehr an den Mythos der Liebe – zumindest nicht, wenn es um meine Zukunft geht. Ich weiß, wie hoffnungslos und deprimierend das klingt, aber tut mir bitte den Gefallen und füllt die Kommentare jetzt nicht mit Hoffnung. Denn ich glaube, genau das macht uns nur noch mehr kaputt.

Liebesgeschichten tun uns keinen Gefallen. Sie verblenden uns, schwärmen uns von großen Happy Ends vor, von denen wir träumen können. Doch schon allein das Konzept des Happy Ends ist unrealistisch. Dieser Moment existiert nur in der Literatur oder in der Filmwelt – nicht aber in unserer. Das Leben geht immer weiter, auch nach dem Happy End. Es stoppt nicht in dem einen perfekten Moment.
Wir bekommen in Geschichten vorgelebt, wie toll die Liebe doch ist, aber eigentlich erzählen sie nur von der Phase des Verliebtseins, dem Zusammenkommen. Bücher, die vom Leben als Paar berichten, zählen dagegen kaum noch zu diesem Genre, denn die wenigsten von ihnen erhalten die rosarote Blase aufrecht. Da geht es mehr um Kompromisse, um Affären, ums Hintergehen des Partners oder das Zerbrechen der Beziehung. Alles andere ist nicht spannend, lässt sich nicht verkaufen, will keiner lesen.

Schaue ich mir die Beziehungen in meinem Freundes-, Bekanntenkreis oder meiner Familie an, dann sehe ich nur Dinge, die ich nicht will. Von außen betrachtet, sieht es so aus, als wenn die meisten Frauen ihr vorheriges Leben eintauschen, um die Frau an seiner Seite zu sein. Sie nehmen mehr Opfer auf sich, stimmen mehr Kompromissen zu, die ihre Wünsche beschränken, und sobald sie Kinder haben, dreht sich ihr Leben sowieso nur noch um diese. Dann ist da das Warten auf den Partner. Die Beteuerung, das man ohne den anderen nichts ist. Das Streiten, weil man keinen anderen Weg mehr findet, miteinander zu kommunizieren. Da wird ignoriert, was dem anderen eigentlich wichtig ist, Entscheidungen gefällt, die das Leben des anderen nicht mit bedenken und komplizierter machen.
Wenn diese Menschen auch noch so beteuern, dass sie sich lieben und ohne einander nicht können, erstrebenswert sehen ihre Beziehungen für mich trotzdem nicht aus.

Und doch wollen uns die Medien weismachen, dass Beziehungen das oberste Ziel sind … zumindest für Frauen. Habt ihr euch mal die Werbungen für weibliche Zielgruppen angeschaut? Selbst in Haarwäschewerbungen, die 90% der Zeit zeigen, wie toll das Haar der Frau aussieht und wie wohl sie sich mit diesem neuen Kopfgefühl fühlt, wird am Ende ein Mann eingeblendet, den sie damit umwirft (oder gleich eine ganze Familie). Make-up und Parfüm tragen wir nur, „weil wir den Richtigen anlocken wollen“. Auch wenn sich das bei manchen Produktgruppen gerade ändert, die Botschaft, dass jeder von uns die Liebe begehrt, ist noch immer allgegenwärtig.
Das Problem ist, dass wir uns damit selbst beeinflussen und denken, wenn wir keine Liebe finden, sind wir fehlerhaft. Wieviele von uns glauben, sie sind einsam und unvollständig ohne einen Partner. Ich zumindest habe das sehr lange gedacht. Das war einer der Gründe, warum mit Anfang zwanzig meine Depression so stark und schlimm wurde. Es hat lange gedauert, bis ich mich nicht mehr einsam und halb gefühlt habe. Selbst heute noch schwabbt dieses Gefühl in schwachen Momenten immer wieder auf, doch mittlerweile habe ich einige Mechanismen entwickelt, dieses zu entkräften.

Ich will die Liebe nicht verteufeln, glaubt mir. Sie ist für viele echt und wunderschön. Für manche hält sie auch ein Leben lang. Doch ich denke, dass wir weniger Liebesgeschichten konsumieren sollten, bzw. mehr Geschichten, bei denen sich das Paar am Ende auch mal nicht bekommt. Wir müssen aufhören, an Happy Ends zu glauben, denn die existieren nicht. Und wir sollten nicht jedem unter die Nase reiben, wie toll die Liebe ist und dass es für jeden Topf einen Deckel irgendwo da draußen gibt. Wir messen der Liebe eine zu hohe Bedeutung zu und verletzen damit nur uns selbst und andere. Glücklich können wir auch ohne sie sein – ja, das ist möglich. Single sein ist keine Krankheit oder etwas Deprimierendes. Freunde, Familie und andere besondere Menschen bereichern unser Leben. Wir sind nicht allein und wir sind erst recht nicht halb.

Auch wenn Liebesgeschichten schön sind, wenn wir sie gerne lesen, schauen oder anders wie konsumieren – ich zumindest lasse mich nicht mehr von ihnen verblenden und mir ein Leben versprechen, das vielleicht für mich gar nicht vorbestimmt ist.

 

Ich wünsche euch eine tolle Woche, egal mit wem ihr sie verbringt.

Alles Liebe/Beste/Gute,
eure Reni.

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7 Gedanken zu “Lovestories … und sie lebten glücklich und zufrieden, bis sie aufwachten

  1. Liebe Reni!
    Sehr weise Worte und ich sehe vieles genauso wie du.

    Frage: Warum konnte R. Pilcher so erfolgreich werden? Es ist traurig, aber wahr, dass die breite Masse nach Kitsch lechzt. Sie schrieb nach diesen Anforderungen, wie auf Bestellung quasi und das auch noch wie am Fließband.
    In Ihren Romanen hat sie „Heile Welt“ und „Happy End“ sehr gut verkauft. Sie ist durch die Erschaffung dieser Illusion in ihren Geschichten reich geworden – 65 Millionen Bücher verkauft, Verdienst: 100 Millionen Britische Pfund; 100 Verflimungen. Eine wahre Erfolgsstory also.

    Während andere geistreiche Autoren, früher wie heute am Hungertuch nagen müssen, weil sie in ihren Büchern keine Illusionen auftischen, sondern vieles kritisch durchleuchten, um die Leser dadurch zum Nachdenken anzuregen, seine eigene Meinung zu bilden, dadurch, dass man sich mit realen Themen auseinandersetzt und nicht einer künstlich gemachten Illusion erliegt und sich darin auch noch wohl fühlt. Aber was ist danach? Wenn das Buch oder der Film zu Ende ist? Dann steht man wieder da, nämlich in der Realität, wo gar nichts so rosig ist. Im Gegenteil.

    Viele flüchten in die Illusion der heilen Welt, zu den Kitsch-Romanen, Lovestories, weil sie ihre eigene Realität nicht ertragen können. Und hinterher fühlen sich sich noch schlechter und bedrückt. Wenn man es genau nimmt, schaden solche Bücher den Menschen mehr, als sie ihnen helfen; von Hilfe kann wirklich keine Rede sein. Sie flüchten immer wieder in diese Illusion, sprich zu den Büchern oder Filmen mit der heilen Welt, mit der Liebe mit Happy End, denn sie brauchen diese Geschichten, wie eine Droge. Es gibt viele Menschen, die ausschließlich solche Bücher konsumieren, solche Filme anschauen. Sie sagen, sie brauchen diese zur Unterhaltung, zur Zerstreuung aber ich denke, in Wahrheit meinen sie damit Ablenkung. Ablenkung von ihrer Realität, in der es eine solche tolle Geschichte, romantische Liebesbeziehung gar nicht gibt.

    Also lesen sie weitere ähnliche Bücher oder schauen sich ähnliche Filme (Romantische Komödien made in Hollywood z. B. – die können uns die heile Welt auch hervorragend vorgaukeln); aber der breiten Masse gefällt es eben, es lässt sich gut damit Geld verdienen. Romance sells, und Lovestories mit Happy-End lassen sich sehr gut verkaufen. Irgendwann sind die Konsumenten dieses Genres komplett realitätsfremd und taumeln wie betrunken, mit betrübter Sinne durchs Leben, während sie immer mehr an ihrer eigenen Realität verzweifeln und alle in ihrem Umfeld, denen es vielleicht ähnlich blendend geht, wie z. B. den Protagnisten in den Büchern von R. Pilcher, zu hassen beginnen und neidisch auf sie werden. Toll – das alles kann man mit den Heile-Welt-Happy-End-Romanen erreichen!

    So betrachtet, da bin ich voll deiner Meinung, schaden solche Romane den Menschen, denn hinterher werden die Leser mit ihrer eigenen Realität so oder so wieder konfrontiert und da müssen sie durch, aber es fällt ihnen immer schwerer; sie bekommen Depressionen. Diese Bücher sind nichts anderes, als Depression fördernd.

    Ähnlich kritisch betrachte ich Bücher und Filme, die uns suggerieren wollen, dass, wenn man an sich glaubt, sich anstrengt und bereit ist Opfer zu bringen, alle seine Träume wahr machen kann. Träume zu haben ist nichts Verwerfliches, im Gegenteil; man sollte Ziele, Träume und Wünsche haben – das steht doch jedem frei.

    Aber wenn diese Botschaft der Filme oder Bücher wirklich funktionieren würde, dann würde doch jeder, der sie beherzigt, auch irgendwann seinen Traum leben. Doch wenn wir auf die Welt blicken, bekommen wir einen anderen Eindruck. Es klingt vielleicht hart, aber ich denke, dass es nicht für jeden bestimmt ist, seine Träume zu verwirklichen. Es gibt sehr viele Menschen da draußen, die Tag für Tag hart arbeiten, mehrere Jobs gleichzeitig machen, auf vieles verzichten, anständig sind und ein rechtschaffenes Leben führen; und trotzdem leben sie immer noch nicht ihren Traum. Sie träumen, glauben und hoffen und tun alles, was in ihrem Rahmen möglich ist; oft noch mehr. Doch der Traum geht nicht in Erfüllung.

    Auf der anderen Seite gibt es so viele Menschen, die sich nicht einmal anstrengen müssen, und doch fällt ihnen alles oder einiges in den Schoß, wie auch immer. Haben sie so hart gearbeitet, so viele Opfer gebracht, auf so vieles verzichtet, dass sie nun diesen Erfolg haben?

    Sicher, es gibt solche und solche. Aber es sind immer subjektive Erfahrungen. Wenn du hart arbeitest, Opfer bringst und verzichtest und dadurch irgendwann reich und erfolgreich wirst, bedeutet das nicht, dass dies auch für andere gelten muss. Es tut es nämlich nicht. Sonst hätten wir weniger Armut, weniger Betrüger, Diebstähle usw. Denn der Großteil der Menschen ist an sich so gestrickt, dass er immer nach mehr strebt, mehr erreichen, ein besseres Leben führen will. Dieses Streben liegt in den Genen. Die Frage ist nur, auf welchem Weg sie dies erreichen.

    Meine Meinung dazu: Ich denke, man bekommt immer nur das oder so viel, was für einen in diesem Leben möglich ist, nicht mehr und nicht weniger. Du kannst dich anstrengen, kämpfen, an deinen Träumen ganz fest glauben, um irgendwann erfolgreich zu sein, doch wenn es dir nicht gelingt, dann bist du enttäuscht und verlierst den Glauben an dich selbst und fragst dich, woran es liegen mag, dass dein bester Freund vielleicht, der das alles genauso gemacht hat wie du, trotzdem erfolgreich / berühmt / reich geworden ist. Was hat er, was du nicht hast? Er hat es geschafft und für dich war es offenbar nicht bestimmt; wie kann das sein?

    Ich weiß es nicht, aber im realen Leben ist es oft genug so. Wir können nicht alles sein, werden oder haben, nur das, was für uns hier möglich ist; mehr ist nicht drin. Sonst wären wir vermutlich alle Lottomillionäre (weil von viel Geld träumen doch die allermeisten) – sprich, auch die Träume können nicht alles richten. Aber wir alle haben sie trotzdem und das ist gut so. Ich möchte ohne sie nicht sein.

    Liebe Grüße
    Sella

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  2. Liebe Sella,
    wow, das ist mal wieder ein langes Kommentar 😉

    Lovestories verkaufen sich ziemlich gut, da kann ich dir nur zustimmen. Und sie wachsen wie Unkraut, überall (man schaue sich bloß all die eBooks der Selfpublisher an … da grauts einem ja manchmal). Da noch ein gesundes Mittelmaß beim eigenen Liebesleben zu finden, wenn man mit diesen Geschichten seine eigenen Vorstellungen gefüttert hat, ist nicht leicht und vielleicht liegt da das Problem, warum immer weniger Beziehungen halten. Wir bekommen mit allen Medien vorgelebt, wie „perfekte“ Beziehungen aussehen und vergleichen immer wieder unsere eigenen mit diesen Luftschlössern. Und wenn etwas nicht perfekt ist, wird uns gleich die perfekte Ausrede geliefert: Es ist eben nicht der Richtige.

    Was das Träumen und die Realitätsflucht betrifft, so kann ich dir nicht ganz zustimmen. Ich liebe Bücher genau deshalb. Sie sind meine Zuflucht, wenn alles zu viel wird, mein Anker wenn der Arbeitsalltag wieder zu stressig war und ich mich am liebsten auf dem Heimwegen über alles aufregen möchte. Sie lenken mich ab und lassen mich zur Ruhe kommen, lassen mich durchatmen und für einen Moment an etwas anderes denken. Die Realität wartet auf mich und das kann ich nicht verhindern, doch zumindest ein paar Sekunden am Tag kann ich ihr entkommen und in Träume von Autoren versinken.

    LG Reni

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  3. Ja, so betrachtet, hast du sicher recht und ich selbst wünsche mir, wenn ich einen Buch lese, indem der Protagonist seinen Traum verwirklichen möchte, dass es ihm auch gelingen möge; man fiebert direkt mit beim Lesen. In den Büchern geht es ja noch; aber manche Filme, insbesondere die aus Hollywood, fallen manchmal ein wenig realitätsfremd oder zu kitschig aus.

    Aber du schreibst es selbst: du findest Ablenkung von deiner Realität in solchen Büchern, weil du deine eigene vielleicht nicht ändern kannst – zumindest nicht jetzt. Dennoch: Es sind fremde Träume von fremden Autoren und Menschen – was ist mit deinen Eigenen?

    Auch wenn du ein paar Enttäuschungen erlebt hattest, solltest du am Ball bleiben und deine Träume nicht fallen lassen. Du bist noch sehr jung und vielleicht bist du eine von den Menschen, die es doch schaffen werden, zumindest einen Traum zu verwirklichen! Schwelge nicht in fremden Träumen und Leben, lebe dein Eigenes und halte deine Träume trotzdem wach! Damit du im richtigen Moment zugreifen kannst.

    Auch wenn es vielleicht nicht jedem gelingt, wir haben alle unsere Träume weiterhin, du, ich und noch millionen Menschen auf der ganzen Welt. Man weiß nie, was kommt und jede negative, schwermütige Phase geht auch einmal zu Ende. Auf und ab – das ist Leben, so ist das Leben. Es ist immer im Wandel inbegriffen, immer in Bewegung, du solltest wachsam sein und nicht nur in fremde Träume eintauchen.

    Sicher, mal zur Zerstreuung, zur Abwechslung, aber sonst? Denke lieber öfters an dich selbst, beschäftige dich mit deinen Träumen, Vorstellungen, denke immer wieder an sie. Du solltes sie immer vor Augen halten, insbesondere dann, wenn dich etwas gerade runterzieht – also mir hat das früher immer Auftrieb gegeben!

    Das Leben bringt dir immer das, woran du die meiste Zeit denkst – das ist meine Erfahrung und Meinung. Und was auch noch wahr ist: Das, was du innerlich ablehnst, bekommst du irgendwann selbst. Das ist, weil die innere Ablehnung (der innere Widerstand gegen eine Situation) eine extrem negative Gefühlsenergie besitzt. Und diese setzt sich gegen das positive Gefühslenergie der Träume, Wünsche erfolgreich durch.

    Meine Erfahrung: Pass auf, was und woran du die meiste Zeit des Tages denkst! Beobachte dich selbst und deine Gedankengänge, bewusst. Wenn auch nicht immer, aber immer öfter.

    Liebe Grüße
    Sella

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  4. Hallo Sella,
    das ist leichter gesagt, als getan. Auch wenn ich gerade versuche, alles zusammenzuhalten (und vor allem mich selbst), überwältigt mich das Chaos. Ich versuche, das Positive zu sehen, versuche mir einzureden, dass das nur vorübergehend ist. Und dennoch sitze ich in der Bahn und bekomme Panikattacken. Ich beginne zu weinen, obwohl es keinen Grund gibt. Schritt für Schritt entgleitet mir die Kontrolle, obwohl das nicht passieren dürfte. Bücher sind meine letzte Zuflucht um mich zu reparieren und ganz zu halten. Ich weiß nicht, wo ich ohne sie und ihre Geschichten wäre.

    Meine eigenen Träume vergesse ich nicht. Ich schreibe wieder mehr, sitze gerade über der zweiten Fassung meines Kinderbuchs (auch wenn die mehr als grottig ist und ich noch immer nach kritischen Meinungen suche) oder versuche mich wieder an Kurzgeschichten. Irgendwann wird ein Buch von mir im Buchladen stehen und andere werden es lesen. Irgendwann – und ich werde alles dafür geben, dass dieser Traum wahr wird 🙂

    Ich wünsche dir einen schönen Tag.
    LG Reni

    Gefällt 1 Person

  5. Liebe Reni,

    du sprichst mir aus der Seele. Mal ganz davon abgesehen, dass ich noch nie Liebesromane lesen konnte, bin ich ein ziemlich glücklicher Single und habe erst vor kurzem darüber auch einen Blogbeitrag geschrieben.
    Ich kann es auch nicht mehr hören, wenn jeder mir erzählt, dass ich unbedingt jemanden finden muss, damit ich im Alter nicht alleine bin. Oder auch Kinder kriegen muss, damit sich später jemand um mich kümmert.

    Die Menschen kriegen es nicht in den Kopf, dass man auch alleine glücklich sein kann, dass man nicht immer die große Liebe finden muss, wenn es sie überhaupt gibt.

    Das Leben besteht nicht nur aus Beziehungen und Kinder kriegen. Das Leben besteht aus so vielem anderen.
    Man muss nur den Mut haben, seinen eigenen Weg zu gehen.

    Bleibe also auf deinem Weg und lerne ihn zu genießen. Du musst dich in deinem Leben wohlfühlen und sonst keiner.

    Liebe Grüße
    Nella

    Gefällt 1 Person

  6. Hallo Nella,
    ich stimme dir absolut zu. Es hat Jahre gedauert, bis ich mir das selbst eingestehen konnte und dies zu meiner Philosophie zu machen, aber mittlerweile bin ich damit glücklich.

    Ich finde es furchtbar, wenn andere auf die Aussage „Ich will keine Kinder“ antworten, dass sich meine Meinung schon noch ändern wird, wenn der „Richtige“ um die Ecke kommt. Heißt das, ich habe dann kein Mitspracherecht mehr bei meinem Uterus? Heißt das, ich werde meine wohl überlegte Entscheidung dann über Bord werfen, weil ich mit dem Richtigen plötzlich nur noch an Fortpflanzung denken kann? Das ist doch der totale Bullshit.

    Warum ist es noch immer undenkbar für viele Menschen, dass eine Frau keine Kinder oder aber sich an einen Mann ketten will? Warum denken alle, man ist als Frau nur unvollständig, wenn man Single ist?
    Andererseits ist man kein richtiger Mensch mehr als Mutter, wird in der Arbeitswelt diskriminiert (Jobtechnisch, Geldtechnisch ….) und reduziert auf den Status der Mutter. Eigene Wünsche und Ziele werden einem abgesprochen, denn das einzige Ziel Mutter zu sein, steht über allem was man ist und noch erreichen will mit dem eigenen Leben.
    Warum würde ich das wollen? Es ist doch meine Entscheidung und nicht die des „Richtigen“!

    Jede Frau kann das für sich selbst entscheiden. Sich aber gegen die unter uns zu wenden, die sich gegen Mutterschaft entscheiden und gegen die lebensbestimmende Suche nach dem „Einen“, ist eine Unart unserer Gesellschaft.

    Liebe Grüße,
    Reni

    Gefällt 1 Person

  7. Ja, tu das; das ist die richtige Einstellung, Reni! Ich drücke dir auf jeden Fall die Daumen, dass es dir gelingt, deinen Traum zu verwirklichen und ich werde mich mit dir freuen, wenn es klappt!

    Man kann es im Vornhinein nicht wissen, allein schon deshalb musst du am Ball bleiben, um dem Leben eine Chance zu geben, sich für dich zu entfalten und dir Möglichkeiten zu präsentieren. Sei offen, wachsam und bereit zuzugreifen, wenn es soweit ist.

    Es kann auch gut sein, dass du dein Ziel möglicherweise nicht auf dem direkten Weg, sondern erst über Umwege erreichen wirst, aber das sollte dich nicht entmutigen. Es kann sein, dass zuerst etwas anderes deinen Weg kreuzen wird, aber wenn du ein gutes Gefühl dabei hast, greif zu, denn oft ist es so, dass so manche Chancen weitere, aus ihnen resultierende Möglichkeiten verborgen halten. Aber die kann man nur ergreifen, wenn man diese bestimmte Chance vorher wahrgenommen hat. Die Pfade des Lebens sind oft verschlungen, sodass man meist nicht sehen kann, wohin sie einen führen würden.

    Du erfährst es nur, wenn du dich darauf einlässt, auch wenn es vielleicht etwas ganz anderes ist als das, was dir vorschwebt. Aber je weiter du diesen Weg gehst, umso mehr kannst du erkennen. Und wenn es doch nichts für dich ist: Du kannst jederzeit die Richtung wechseln! Höre und vertraue auf dein Gefühl! Nur das, wozu du dich innerlich nicht zwingen musst, wird dir auch Freude machen.

    Alles Liebe
    Sella

    Gefällt 1 Person

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