Jahresrückblick 2018

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2018 … was für ein Jahr. So viel hat sich in den letzten 12 Monaten in meinem Leben geändert und noch viel mehr Bücher haben mich durch diese Zeit begleitet. Auch wenn ich mir das nicht immer eingestehen will, so hat mich das letzte Jahr doch sehr verändert und an vielen Herausforderungen bin ich gewachsen, während andere mich ein ums andere Mal ein klein wenig aus der Bahn geworfen haben. Meine kleinen und großen Stationen sowie meine literarischen Highlights aus 2018 möchte ich hier noch einmal mit euch teilen und danke euch für ein weiteres Jahr, in dem ihr mich auf meinem Blog begleitet habt.

Anfang 2018, genauer gesagt bis Ende März, absolvierte ich mein Praxissemester im Team der Leipziger Buchmesse. Die Buchmesse selbst war für mich meine Neunte in Leipzig, und durch die Möglichkeit, selbst an ihr aktiv mitzuwirken, war es eine der schönsten, wenn auch gleichzeitig stressigsten für mich. Ein besonderes Highlight war die Mitplanung des Blogger-Events am Messesonntag, die Koordination des Programms und später die Vernetzung mit anderen Buch-Bloggern auf der LBM.

Im April hieß es dann wieder zurück zum Studium und ran ans letzte Semester. Die Umstellung nach dem Praktikum fiel mir nicht leicht. Nach sechs stressigen und arbeitsreichen Monaten wieder nur noch dreimal in der Woche in einer Vorlesung sitzen, fühlte sich plötzlich falsch und unproduktiv an. Die Bachelorarbeit, die bereits am Horizont wie eine dunkle Wolke schwebte, ignorierte ich noch. Hingegen wuchs die Panik, wo es für mich nach dem Studium hingehen sollte und was ich danach mit mir anfangen wollte. Ich begann mit der Jobsuche und jede eintrudelnde Absage zog mich ein wenig tiefer in ein dunkles Loch.
Um mich davon abzulenken, überarbeitete ich meinen Blog. Im Mai erhielt RenisBooks ein neues Design und ich startete noch einmal neu: Neues Konzept, neue Beiträge und vor allem eine definierte Zielgruppe. Gleichzeitig baute ich meinen Instagram-Account aus und investierte mehr Zeit in den Aufbau meiner Community. Und nach und nach zeigten sich die ersten Erfolge: Mehr von euch lasen meine Beiträge und mehr von euch hinterließen Likes oder auch mal ein Kommentar. Jede dieser kleinen Aufmerksamkeiten war wie eine kleine Stufe aus dem dunklen Loch, ein kleiner Lichtblick am Ende des Tunnels. Ich danke euch dafür, denn ihr ahnt gar nicht, wie gut eine solch kleine Geste von euch tut, an einem Tag, an dem alles schief zu gehen scheint.

Ende Juni rückte die Prüfungszeit erschreckend nah und auch die große, gruselige Bachelorarbeit ließ sich nicht mehr weiter schieben, wenn ich, wie geplant, ab September in einen Job starten wollte. Gemeinsam mit einer Freundin kämpfte ich mich durch diese Zeit, unterbrochen nur durch immer wieder anstehende Bewerbungsgespräche in verschiedenen Verlagen Deutschlands.
Ende Juli war es dann soweit: Bachelorarbeit fertig, die letzte Prüfung geschafft und die lang ersehnte Zusage für einen Job … und zwar einen richtigen und nicht nur ein schlecht bezahltes Volontariat. Jetzt hieß es, Wohnung suchen im fernen Stuttgart und den Umzug vorbereiten.

Eine Woche vor Jobbeginn in Stuttgart fand ich endlich eine Wohnung und zog mit meinen zwei Fellnasen in das ferne Schwabenländle. Während die beiden die frische Luft auf dem Balkon genossen, fand ich mich in meine neue Arbeit ein. Den Abenden gehörte RenisBooks und Instagram und der Einrichtung meiner Wohnung. Für die Entdeckung von Stuttgart blieb bisher wenig Zeit, doch steht dies auf jeden Fall ganz oben auf meiner Liste fürs neue Jahr.

Meine erste Weihnachtszeit hier fühlte sich eigenartig an. Im bin im Vogtland, in Sachsen aufgewachsen und dort ist Weihnachten eine große Sache, vor allem in Bezug auf Dekorationen. Mit Ablauf des Totensonntags wird gefühlt jedes Fenster mit einem Schwippbogen geschmückt und überall finden sich Herrenhuter Sterne. Geht man Abends durch die Straßen, ist man umgeben von ihrer weihnachtlicher Beleuchtung.
Hier im Schwabenländle hat Weihnachten jedoch einen anderen Stellenwert und die traditionellen Dekorationen meiner Heimat fehlten vollkommen (bis auf ein paar vereinzelte Ausnahmen). Gemeinsam mit dem eigenartigen Weihnachtswetter kam damit bei mir nur wenig Weihnachtsstimmung auf. Dass ich über die Feiertage nicht in die Heimat fahren würde, half auch nicht besonders. Zwei kleine Gründe machten dieses  Weihnachten am Ende jedoch doch noch schön:

  • eine Eltern und meine Schwester besuchten mich am ersten und zweiten Weihnachtsfeiertag und gemeinsam feierten wir fernab von der Heimat
  • eine meiner besten Freundinnen zieht in ein paar Tagen mit mir zusammen, denn, und das ist das Beste, sie hat einen Job hier in Stuttgart gefunden.

 

Am Ende war 2018 also ein sehr ereignisreiches Jahr mit vielen Veränderungen.
Doch nicht nur Privat war bei mir viel los, auch literarisch war 2018 vielseitig. Insgesamt habe ich dieses Jahr 91 Bücher gelesen (vielleicht werden es noch 92 – mal sehen, wie ich in den restlichen Tagen noch zum Lesen komme), und damit vierunddreißig mehr als 2017 (ich bin nur ein ganz klein wenig stolz auf diese Zahl und tanze nicht gerade im Kopf meinen Triumphtanz … pff … niemals).

Meine sieben literarischen Highlights habe ich noch einmal für euch zusammen gefasst:

1. Moxie

IMG_2789 Moxie habe ich im März gelesen, kurz vor der Leipziger Buchmesse. Eine Freundin hatte es auf ihrem Blog vorgestellt (hier geht’s zu ihrem Blogbeitrag) und ich fand den Beitrag so gut, dass ich das Buch einfach lesen wollte. Was mir im Nachhinein am meisten in Erinnerung geblieben ist,  ist, wie wütend ich war beim Lesen und nicht glauben konnte, dass unsere Gesellschaft wirklich so ungerecht ist und in wie vielen verschiedenen Arten die Protagonistin allein in der Schule eingeschränkt wird.  Ich gebe zu, manchmal (oder meistens) sehe ich die Welt durch meine eigene Filterblase und die gaukelte mir jahrelang vor, dass Gleichberechtigung der Geschlechter etwas ganz normales und allgegenwärtiges  ist.  Erst dieses Buch rüttelte mich wach und ließ mich meine Umgebung mit anderen Augen sehen. Ich weiß, dass ist irgendwie naiv, aber meine Filterblase war bis dato ziemlich undurchlässig für Missstände und den Feminismus … Erst mit diesem Buch begann ich, mich mehr mit dem Thema zu beschäftigen. Und wie sagt man so schön? Besser spät als nie.
(Mehr zum Buch erfahrt ihr auch hier auf meinem Blog)

2. That Inevitable Victorian Thing

IMG_2790E.K. Johnstons Buch war vor allem eins: Ein Coverkauf. Ich bin an dieses Buch ohne Erwartungen herangegangen und wurde mehr als überrascht. Die Liebe und die Themen, die in diesem Buch angesprochen werden, kannte ich vorher aus noch keinem anderen YA-Buch und fand es mutig und erfrischend. Dazu das Setting und der Aufbau des Buches … was soll ich sagen: Ich war beeindruckt.
Nur zwei kleine Kritikpunkte habe ich an diesem Buch auszusetzen: 1. Ich hätte mir eine detailliertere Beschreibung der utopischen Gesellschaft und mehr Hintergrundwissen gewünscht, denn diese war für mich eigentlich eines der Highlights des Buches. 2. Das Ende wirkte zu rasch und hingekleistert … so, als hätte die Autorin für das letzte Kapitel nicht mehr genügend Zeit gehabt und es nur schnell herunter geschrieben. Es liest sich einfach nicht stimmig und  zog damit am Ende die Qualität des Buches ein wenig runter.
(Mehr zum Buch erfahrt ihr in meinem Beitrag)

3. What’s a Girl Gotta Do?

IMG_2794 Moxie spukte wie in ein Schatten in meinem Kopf, seit ich es gelesen hatte, und  ich suchte von da an nach Büchern, die ebenfalls  erzählerisch das Thema Feminismus aufarbeiteten.  Holly Bourne’s Buch  fiel mir auf Instagram auf, welches von vielen Bookstagrammerinnen oft in Kombination mit rotem Lippenstift inszeniert wurde.  Wie es dann immer so ist mit Büchern, über die viele auf einmal reden … man ist neugierig, hat aber auch ein wenig Angst, dass das Buch den Erwartungen nicht gerecht werden könnte. Doch diese Angst hätte ich hier nicht haben müssen, den What’s a Girl Gotta Do? war von der ersten bis zur letzten Seite genial und aufregend und aufreibend und ein Manifest für alle feministischen Leser und Leserinnen da draußen.  Die Aktionen der Protagonistin in diesem Buch sind mutig und waghalsig, laut und rebellisch, doch niemals unwichtig.  Bücher wie diese öffnen uns die Augen, wie falsch unsere Gesellschaft noch ist und wie oft Geschlechter noch immer diskriminiert werden, egal ob männlich oder weiblich. Doch die Autorin zeigt uns auch, wie man dagegen ankämpfen kann und welch kleine Aktionen den Stein ins Rollen bringen können, auch wenn die Ergebnisse erst unsere Kinder sehen werden, und dies mehr als frustrierend sein kann. Doch der Kampf ist wichtig und geht uns alle an.
(Mehr zum Buch erfahrt ihr hier)

4. Gesamtwerk von Rainbow Rowell

IMG_3357In der ersten Jahreshälfte habe ich alle bisher erschienenen Bücher von Rainbow Rowell gelesen, nämlich folgende:

1. Attachments
2. Eleanor & Park
3. Fangirl
4. Landline
5. Carry On
6. Almost Midnight

Nachdem ich mich 2017 in die Bücher der Autorin (genauer gesagt in Fangirl und Carry On) verliebte, hatte ich mir für dieses Jahr vorgenommen, auch ihre anderen zu lesen.  Da die Anzahl noch überschaubar ist, war dieses Ziel auch realistisch gesetzt (ich weiß nicht, wie es euch geht, aber ich hasse es, wenn Ziele nicht erreichbar sind). Ich liebe ihren Schreibstil, die kleinen Anspielungen und die Geekiness ihrer Charaktere, nicht zu vergessen die kleinen Easter Eggs, die man als aufmerksamer Fan ihrer Bücher finden kann. Ich kann es kaum erwarten, nächstes Jahr auch Wayward Son (die Fortsetzung von Carry On) und Pumpkin Heads (eine Graphic Novel) zu lesen und werde auch weiterhin jedes Buch von ihr fleißig verschlingen.

5. Scythe und Thunderhead

IMG_0050Neal Shusterman hatte sich im März für die LBM angekündigt und Freundinnen von mir hatten mehrfach von seinen Büchern geschwärmt. Scythe klang spannend, das englische Cover zog mich magisch in seinen Bann, also dachte ich mir, vielleicht sollte ich es lesen, bevor ich auf der Messe zu seiner Lesung gehe. Nun ja, die Lesung verpasste ich leider, da wir durch den Schneefall am Messesamstag einige Ausfälle bei unseren Aushilfen hatten und deshalb an mehreren Stellen gleichzeitig sein mussten, doch die Bücher verschlang ich dennoch und lechzte nach jedem Wort.
Ich bin ein totaler Nerd, wenn es um Plots und die Komposition von Geschichten geht, sodass ich oft schon weiß, was als nächstes passiert und mich selten ein Plot überraschen kann. Doch jedes Mal, wenn ich dachte, jetzt weiß ich, wie Neal Shusterman tickt und wie die Geschichte ausgeht, überraschte mich dieses Buch und erwischte mich kalt. Am Ende des ersten Teils war ich so süchtig, dass ich sofort den nächsten Band verschlang. Ein großer Fehler …. also nicht, weil das Buch nicht ebenso genial wie der erste Band ist (im Gegenteil), sondern weil der dritte Band bis heute nicht erschienen und der Cliffhanger am Ende von Thunderhead mehr als nervenaufreibend und schlafraubend ist. Noch immer gibt es kein Erscheinungsdatum und langsam werde ich echt ungeduldig … kann man Trilogien bitte erst komplett fertig schreiben und als Bündel beim Verlag einreichen, bevor diese dann in einem maximal halbjährigem Rhythmus veröffentlicht werden. Alles mehr als sechs Monate ist eindeutig viel zu lang zum Warten …
(Mehr zum Buch lest ihr hier in meinem Beitrag)

6. milk and honey

 IMG_0049Im Sommer gönnte ich mir milk and honey. Auch dieses Buch hatte ich auf Instagram entdeckt und neugierig las ich eines Nachmittags in meiner Stammbuchhandlung hinein, während ich auf einen Freund wartete. Schon nach ein paar Gedichten hatte ich mich festgelesen und wollte es nicht mehr aus den Händen legen – dass es deshalb adoptiert wurde und einen Platz in meinem Bücherregal fand, ist keine Überraschung.
Rupi Kaurs Gedichte sind unangenehm und keine einfache Kost. Sie sind keine Sonette oder hochtragende Balladen, doch dafür handelt ihr Inhalt von weit wichtigeren Themen als beispielsweise Schillers Handschuh. Sie handeln von Liebe und Selbstvertrauen, aber auch von sexueller Belästigung, Vergewaltigung und Depression. Mit ihnen hält sie uns einen Spiegel vor, wie sie es wahrscheinlich auch bei sich tat, als sie diese verfasste. So etwas zu lesen, ist nicht einfach und viele Male musste ich selbst schlucken und das Buch für eine Weile aus der Hand legen. Doch es gibt uns auch Mut wieder aufzustehen und weiterzugehen auf unserem Weg, denn darum geht es im Leben: Aufgeben kann jeder, doch diejenigen, die sich aufrappeln und weitergehen, wenn auch mit Narben, die haben verstanden, was Leben heißt.
(Weiteres zum Buch lest ihr hier)

7. DinoPark

IMG_0059Mein letztes literarisches Highlight dieses Jahr war die Entdeckung der DinoPark Bücher von Michael Crichton im Bücherregal meiner Eltern. Ich weiß nicht wieso, aber irgendwie habe ich mich nie für diese Bücher interessiert, obwohl ich die Filme liebe. Nur aus einem finanziellen Engpass in meinem Bücherbudget heraus wärend meiner Umzugsphase im September wählte ich die beiden Bücher. Dass sich DinoPark und Vergessene Welt jedoch als so genial herausstellen würden, damit hätte ich nie gerechnet. Ich Nachhinein ärgerte ich mich über mich selbst, dass ich nicht schon eher zu diesen Büchern gegriffen hatte, standen sie doch meine gesamte Jugend immer vor meiner Nase, wenn ich es mir in meiner Lieblingsleseecke gemütlich machte zwischen den Bücherregalen meiner Eltern, auf dem alten Sofa meiner Urgroßmutter. Die Bücher sind großartig und die weiblichen Charaktere weitaus emanzipierter, als Spielberg sie in seinen Filmen umsetzte – Shame on you Mr Spielberg!!! Und dann die Dinosaurier … hach … ich hab ja eine Schwäche für diese Dickhäuter, vor allem für Velociraptoren. Für meinen Geschmack hätten gerne noch ein paar mehr böse Menschen von ihnen zerfleischt werden können … und irgendwas hat Crichton gegen BWLer, denn in keinem seiner Bücher kommen diese gut weg, bzw. überleben am Ende.
Der Beitrag zur DinoPark Reihe folgt vielleicht im neuen Jahr – wenn ihr mehr zu ihnen erfahren wollt, müsst ihr euch deshalb leider noch ein wenig gedulden, oder aber die Suchmaschine eures Vertrauens befragen.

 

Damit kennt ihr nun auch meine literarischen Highlights aus 2018. Ich bin gespannt aufs neue Jahr und halte euch natürlich immer auf dem Laufenden, egal ob hier oder meinem Insta-Account. Nun bleibt mir nur noch eins:

Ich wünsche euch allen einen guten Rutsch und ein erfolgreiches Jahr 2019!

 

Alles Liebe,
Eure Reni.

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