How To Be A Girl

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Darum geht’s:

Was bedeutet es, Mädchen zu sein? Mit welchen Klischees belasten wir uns tagtäglich und schränken uns ein? Was bedeutet Feminismus und warum sollten wir alle für ihn kämpfen? Julia Korbik liefert mit diesem Buch ein Nachschlagewerk für jedes Mädchen, gibt uns großartige Vorbilder und spricht uns Mut zu, denn egal wie man aussieht oder ist, Mädchen sein bedeutet so viel mehr als uns die Gesellschaft weismachen will.

Bechdel-Test:

Da es sich hierbei um ein Sachbuch ohne handelnde Personen handelt, besteht dieses Buch den Bechdel-Test natürlich nicht. Dennoch ist es für angehende und auch für bereits sich selbst als solche identifizierenden Feministinnen ein wundervolles Buch voller Girlpower.

Meine Meinung:

Seit knapp einem Jahr beschäftige ich mich mit Feminismus und betitele mich als solche. Mein Interesse am Feminismus wurde mit Moxie von Jennifer Mathieu geweckt und seitdem habe ich einige Bücher dazu gelesen, Dokumentationen geschaut und Serien dazu gebingt. Ein so umfangreiches und so viele Themen abdeckendes Buch wie How To Be A Girl besaß ich bis jetzt jedoch noch nicht. Erschienen ist das Buch beim Gabriel Verlag, einem Imprint des Thienemann-Esslinger Verlags. Unterteilt ist How To Be A Girl in fünf große Kapitel:

  1. Weil ich ein Mädchen bin … oder?
  2. Mein Körper gehört mir
  3. Der Kampf um die Emanzipation
  4. Augen auf für kleine und große Ungerechtigkeiten
  5. Stand up, speak up!

In diesen Kapiteln räumt Korbik mit Rollenklischees auf, rät uns, für uns selbst zu definieren, was für ein Mädchen wir sein wollen und erläutert nebenbei Begriffe wie Slut Shaming, Body Shaming und Vulva. Sie beschreibt die Geschichte der Frauen ab dem späten 18. Jahrhundert bis heute und zeigt auf, dass wir eigentlich noch immer für fast die gleichen Rechte kämpfen, wie vor uns so viele vor 50 oder 100 Jahren. Am Ende macht sie ihre Leserinnen nicht nur auf die vielen Ungerechtigkeiten aufmerksam, mit denen die Geschlechter jeden Tag unterdrückt werden, sie gibt einem auch Ratschläge, was man dagegen tun kann. Im Anhang des Buches sammelte sie hilfreiche Links und Buchtipps zum Thema für die eigene Recherche.

Ich finde dieses Buch super und war überrascht, wie viel ich nach einem Jahr noch immer nicht weiß. Ein Highlight des Buches waren für mich die Biografien von starken Frauen und die Girl Crushes, die die Geschichten von Mädchen und Frauen erzählen, die in unserer Zeit Großes leisten. Darunter finden sich beispielsweise Lorde, Amandla Stenberg, Malala oder auch Rayouf Alhumendhi.
Erschrocken war ich auch in Kapitel zwei darüber, wie wenig ich im Biologieunterricht über meine eigenen Geschlechtsteile gelernt habe, wohingegen ich jedes Teil der Männlichen benennen könnte – traurig, oder? Oder wusstet ihr, dass das, was wir Vagina nennen, eigentlich unsere Vulva ist? Traurig finde ich auch, dass, während ich hier über unsere Geschlechtsteile schreibe, ich das Gefühl habe, mich dafür schämen zu müssen, es zu tun. Wir sind dazu erzogen worden, dass wir darüber nicht reden sollten, weil sich das nicht ziemt. Doch warum nicht? Männer reden ständig über ihren Penis, greifen sich andauernd hin und machen Witze darüber. In meiner Jugend gab es ein Spiel, in dem man immer lauter das Wort „Penis“ rief … aber für meine Geschlechtsteile muss ich mich schämen? Pussy und Vagina sind sogar Schimpfwörter. Hallo? Von der Periode habe ich noch gar nicht angefangen, die uns jeden Monat quält …

Alleine schon aus diesen Gründen ist das Buch ein großartiges Aufklärungsbuch für Mädchen, aber auch ein Weckruf für uns andere, denn langsam sollten wir wirklich aufhören, uns über dämliche Rollenklischees zu definieren, die noch immer bestehen. Nennt mich zickig oder trotzig oder vorlaut – ich lasse mir jedoch nicht mehr das Recht nehmen zu sagen, was ich denke und für meine Überzeugungen zu kämpfen. Auch wenn das ein schwieriger Kampf ist und ich vielleicht die Erfolge nie miterleben werde – ich kämpfe ihn für all die Mädchen, die nach uns kommen. Sie sollen es einmal besser haben und in einer Welt leben, in der jedes Geschlecht gleichberechtigt ist, egal ob Homo, Hetero, Männlich, Weiblich, Trans oder was auch immer. Hass und Vorurteile bringen uns nicht weiter – diese zerstören nur, wer wir sein wollen.

So, genug von mir. Ich lege euch dieses Buch wärmstens ans Herz, denn es ist großartig und wichtig und ich will noch mehr solche Bücher! Es wird Zeit, dass wir Mädchen aus unseren Muschelschalen kommen und beweisen, dass jede von uns eine Perle ist, die es Wert ist, gesehen, gehört und gut behandelt zu werden.

Ich wünsche Euch eine schöne Woche!

 

Alles Liebe,
Eure Reni.


2 Gedanken zu “How To Be A Girl

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