The Prince and the Dressmaker

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Darum geht’s:

Die Pariser Oberschicht ist in heller Aufregung: Der König und die Königin suchen eine Frau für Prinz Sebastian und laden zu einem Ball ein. Sofort werden die eigenen Töchter geschmückt und frisiert, um sie vorzeigen zu können. In letzter Minute stürmt eine besorgte Mutter mit ihrer Tochter in die Schneiderei, in der Frances arbeitet und bittet um ein Ballkleid, das die Augen aller auf ihre Tochter lenken soll. Frances arbeitet die ganze Nacht an dem Kleid und kreiert ein Meisterwerk, das genau das schafft, was die Kundin sich gewünscht hat: Keiner kann die Augen von der jungen Dame wenden, so geschockt und fasziniert zugleich sind sie davon. Die Kreation macht am nächsten Morgen Schlagzeilen und Frances Chef, der ihr Potenzial nicht erkennt, will sie schon entlassen, als in dem Moment ein mysteriöser Herr den Laden betritt und nach der Schneiderin des Kleides verlangt. Er bietet Frances einen Job bei seiner „Herrin“ an, den sie nur zu gerne annimmt. Doch die „Herrin“, für die Frances arbeiten soll, stellt sich als niemand anderen als Prinz Sebastian selbst heraus. Für ihn soll sie Kleider schneidern, wie das für die junge Dame, mit denen er das Pariser Nachtleben erobern will. Denn manchmal will er seiner Rolle als Prinz einfach entfliehen und nur ein Mädchen sein. Frances stimmt zu und so beginnt ihre gemeinsame Geschichte.

Bechdel-Test:

Frances ist ein tolles Mädchen mit eigenen Wünschen und Träumen, für die sie hart arbeitet. Doch sie ist auch Sebastian eine gute Freundin und unterstützt ihn, wo sie nur kann, auch wenn ihr das im Lauf der Geschichte immer schwerer fällt. Dennoch führt sie kein Gespräch mit einer anderen Frau, was sich nicht um Männer oder Heirat dreht, ebenso wie alle anderen weiblichen Figuren in dieser Graphic Novel. Zwar haben auch einige von diesen einen Namen, doch ist die Handlung zu sehr auf Sebastian konzentriert, als dass andere Figuren sich entfalten dürfen. Aus diesem Grund besteht die Graphic Novel den Bechdel-Test nicht, auch wenn ich es dennoch für eine feministische Geschichte halte.

Meine Meinung:

Es gibt im Internet so viele Seiten für Bücherwürmer, die nicht nur Bücher rezensieren und Booknerds die Möglichkeit bieten, sich zu vernetzen. Viele stellen auch die Highlights an Neuerscheinungen des nächsten Monats vor. Auf einer solchen Seite bin ich auch über The Prince and the Dressmaker gestolpert von Jen Wang. Da mir das Cover und die Inhaltsangabe sofort gefielen, bestellte ich es mir einfach, ohne genau zu wissen, was mich wirklich erwartete.
Zwei Wochen später holte ich es mir in der Buchhandlung ab und stand einer grinsenden Buchhändlerin gegenüber, die zugab, es nur ungern an mich abzugeben, da sie sich selbst in das Buch verliebt hatte bei einem Blick hinein. Sie hätte es sich gleich bestellt, da die Bilder ja auch so toll wären. Nicht nur war ich von ihrer Reaktion auf mein Buch überrascht, vor allem verwirrte mich ihre letzte Aussage, denn bis dahin hatte ich noch gedacht, einen Roman bestellt zu haben. Doch in der Hand hielt ich nun eine Graphic Novel – meine Allererste. Ich besitze zwar ein paar Comics, bin aber nie mit dem Genre warm geworden und bevorzuge eigentlich lieber Romane. Da mir jedoch die Bilder von Jen Wang ebenso gut gefielen wie der Buchhändlerin, konnte ich dieses Buch nicht zurücklassen.

Unterteilt in zwölf Kapitel erzählt die Handlung aus den Perspektiven von Frances und Sebastian die Geschichte zweier junger Menschen auf der Suche nach sich selbst. Sebastian hat Angst vor seiner Zukunft und weiß nicht, wie er den Erwartungen seiner Familie gerecht werden soll. So flüchtet er sich lieber ins Nachtleben als Lady Crystallia. Doch mit wachsender Bekanntheit Lady Crystallias steigt auch die Gefahr, dass seine wahre Identität entdeckt wird und er seinem und dem Ruf seiner Familie schaden könnte. In seinem Drang, dieses Geheimnis um jeden Preis zu bewahren, verhindert er auch, dass Frances ihren Traum ausleben kann. Diese träumt von nichts mehr, als dass alle ihre Designs tragen und sie einmal genauso bekannt wird, wie ihr großes Vorbild Madame Aurelia. Doch so wie Lady Crystallias Identität ein Geheimnis bleiben muss, muss es auch Frances. So sehr sie auch Sebastian liebt und unterstützen möchte, so sehr schmerzt es sie, ihren Traum nicht verfolgen zu können.

Die Kapitelstartseiten sind alle weiß und mit jeweils einem Schnittmuster verziert. Die Handlungsseiten sind in Panels verschiedenster Größen unterteilt, die mal im Rahmen bleiben, mal darüber hinaus gehen.
Ich liebe den Stil der Zeichnungen, die ein wenig an Disney erinnern, sehr farbenfroh sind und oft sehr detailverliebt. Doch vor allem hat es mir die Mode angetan, die in der Handlung natürlich eine große Rolle spielt und so wunderschön ist.

Die Geschichte selbst ist gut nachzuverfolgen und geht genug auf die beiden Hauptcharaktere ein, sodass man ihre Handlung nachvollziehen und mit ihnen mitfiebern kann. Ich mag, dass sie die Hochs und Tiefs der beiden beleuchtet und nicht nur alles „Friede, Freude, Eierkuchen“ ist und beide sich Hals über Kopf verlieben, auch wenn es Jen Wang einem nicht leicht macht, die beiden nicht zu shippen. Beide erreichen jedoch am Ende gemeinsam ihre Ziele und ihre Freundschaft übersteht die Steine, die das Schicksal ihnen in den Weg legt.

The Prince and the Dressmaker ist eine der schönsten Graphic Novels, die ich besitze (seit ich sie im Januar gekauft habe, sind ein paar weitere bei mir eingezogen). Die Geschichte ist außergewöhnlich und toll erzählt, die Illustrationen einfach inspirierend und wunderschön. Meinen Blind-Kauf habe ich bis heute nicht bereut und kann diese Graphic Novel guten Herzens jedem weiterempfehlen, der etwas Besonderes sucht.

Ich wünsche euch wie immer eine schöne Woche.

Alles Liebe,
Eure Reni.

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