The Bold Type

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Darum geht’s:

Jane, Sutton und Kat sind nicht nur beste Freundinnen, sie arbeiten auch gemeinsam für eins der angesagtesten It-Magazines für Frauen in New York: Scarlet.
Jane ist Journalistin, doch zweifelt sie daran, ob ihre Zukunft wirklich bei Scarlet liegt. Sie fühlt sich nicht herausgefordert genug und sucht nach neuen Themen, über die sie schreiben kann.
Sutton ist in einer Beziehung mit einem Aufsichtsratmitglied des Verlagshauses, doch ist dies gegen die Unternehmensvorschriften. Gleichzeitig arbeitet sie als Assistentin, doch eigentlich würde sie viel lieber im Fashion-Department tätig sein.
Kat ist die Social Media Leiterin von Scarlet und steht voll auf Männer; dachte sie zumindest, bis sie die Fotografin Adena trifft und Gefühle für sie entwickelt.
Gemeinsam versuchen die drei Millennials ihr Leben auf die Reihe zu bekommen, mal mehr mal weniger erfolgreich, doch immer mit viel Leidenschaft und jeder Menge Herz.

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Katie Stevens (Jane Sloan), Aisha Dee (Kat Edison) und Meghann Fahy (Sutton Brady) – Folge 2.10

Bechdel-Test:

Lest ihr die Inhaltszusammenfassung, könntet ihr denken, dass es sich hierbei um ein Remake von Sex and the City handelt und sich alle Gespräche nur um Männer und Sex drehen. Tun sie aber nicht. Diese Serie feiert den Feminismus und handelt so viele Themen ab, über die sich die Freundinnen miteinander und auch mit anderen selbstbewussten, erfolgreichen, tollen Frauen, die alle einen Namen haben, unterhalten. Es wimmelt nur so von ihnen in den Episoden und am liebsten möchte man Teil dieses Verlags sein und an ihrer Seite für eine bessere Welt kämpfen.
Hat diese Serie den Bechdel-Test also bestanden? Hell, yes, it has!!!!

 

Meine Meinung:

Ich halte The Bold Type für eine der besten Serien, die jemals gedreht wurden. Nicht nur handelt sie von der Freundschaft der drei Leading-Ladies, diese Serie ist so viel mehr. Einerseits haben wir die persönlichen Probleme der Hauptfiguren: Selbstfindung, Selbstliebe, Karriere, Bisexualität … Andererseits werden so viele wichtige feministische und andere Themen behandelt, die bisher nur wenig im Fernsehen vertreten waren, und wenn doch, dann nicht halb so mutig und frech wie in dieser Serie. Nicht umsonst heißt es im Titel BOLD. Neben Topics wie Orgasmen, Liebesleben von Frauen und Mode werden bei Scarlet und den Mädels der Serie Themen angesprochen wie Body Shaming, Brustkrebs, Menstruationscups, Vergewaltigung und sexuelle Belästigung am Arbeitsplatz, Fruchtbarkeitspläne, Slut Shaming, Alkoholabhängigkeit, Waffenbesitz oder auch die Karrierechancen von Frauen. In meinen beiden Lieblingsfolgen werden die Themen Nippelverbot auf Facebook & Instagram (Folge 1.6) und Body Shaming (Folge 2.3) behandelt. Vor allem ersteres Thema wird zwar ab und zu zur Schlagzeile konvertiert, jedoch ist es immer noch nur den wenigsten bekannt und bis heute hat Instagram seine Richtlinien nicht geändert. Hintergrund sind Brustkrebs-Kampagnen, die mehrfach von Instagram abgemahnt wurden, weil sie Bilder wie diese von nackten FRAUEN-Nippeln posteten:

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Quelle: https://campaignsoftheworld.com/tv/pink-ribbon-check-it-before-its-removed/

Ihr fragt euch, warum ich FRAUEN so besonders hervorhebe? Nun ja, das absurde ist, dass nackte MÄNNER-Nippel nicht verboten sind. Als Reaktion darauf erschien 2016 ein Video auf Instagram, dass Frauen erklärt, wie sie ihre eigenen Brüste abtasten können nach Knötchen, bei dem eine nackte Frau hinter einem nackten Mann steht, und an diesem den Vorgang demonstriert (hier geht’s zum Video). Und genau dieses Thema wird auch in einer der Folgen aufgenommen und eine Kampagne darum inszeniert.

Ganz ehrlich? Solche Serien will ich sehen. Feministische Themen unterhaltsam aufgemacht, jedoch auch ehrlich und mutig repräsentiert. Serien mit starken, selbstbewussten Karrierefrauen, die auch Fehler machen und immer noch wie wir anderen sind. Frauen, die sich unterstützen statt anzicken und keine Intrigen in Büros spinnen. Ich will Vorbilder sehen, wenn ich Serien über Frauen anschaue, nicht irgendwelche Männerfantasien, Barbies oder Manic Pixie Dream Girls – welches Mädchen will so sein? Ich jedenfalls nicht und schon gar nicht will ich mich mit solchen Frauen vergleichen müssen, deren Perfektion sowieso von keiner von uns erreicht werden kann.

The Bold Type strotz nur so vor Vorbildern. Ich liebe Kat, bewundere ihre Offenheit, ihren Mut und wünschte, ich hätte einen Job wie ihren. Sie ist nicht perfekt, aber sie liebt ihre Arbeit und gibt immer 110 Prozent. Sie steht hinter dem, was sie tut, und kämpft leidenschaftlich für das, an das sie glaubt.
Und dann wäre da noch Jaqueline Carlyle, die ich auf keinen Fall vergessen darf zu erwähnen: Sie ist die Chefredakteurin von Scarlet und eine großartige, inspirierende Frau. Sie hatte es nicht immer einfach im Leben und dennoch scheint sie alles hinzubekommen. Sie ist die starke Alpha-Löwin, die über ihre Kitten wacht und weiß, wann sie wen wie puschen oder aufbauen muss. Wie sagt man so schön: Wenn ich mal groß bin, dann würde ich gerne wie sie werden.

Diese Serie kann man nur lieben. Sie mangelt nicht an großartigen Figuren (weiblich und männlich) mit vielschichtigen Persönlichkeiten und eigenen Zielen (suck it Manic Pixie Dream Girl), ernsten Themen, Feminismus, viel Gefühl und tollem Humor. Sie handelt auch von wundervollen, intelligenten, hart arbeitenden Frauen, die sich gegenseitig unterstützen und gemeinsam ein wenig die Welt um sich herum verbessern. Wenn ihr also demnächst wieder eine Serie sucht für den perfekten Mädelsabend oder ihr die ständigen weiblichen Klischeefiguren in Filmen satt habt und endlich mal wieder „echte“ (jaja, sie sind fiktional), feministische Frauen in einer Serie sehen wollt, dann kann ich euch The Bold Type nur wärmstens ans Herz legen.

 

Das war‘s von mir für heute. Bleibt bold!

Alles Liebe,
Eure Reni.

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