Harry Potter und ich

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20 Jahre Harry Potter … so lange ist das schon her. Vor 20 Jahren eroberte das Trio unsere Herzen. Die Geschichte wurde für so viele Menschen Teil ihres Lebens, so sehr, dass es unsere Persönlichkeiten veränderte. Ohne Harry Potter wären viele von uns nicht diejenigen, die sie heute sind – mich eingeschlossen.
Bei so einem Jubiläum beginnt man darüber nachzudenken, wann für einen selbst alles mit Harry Potter begonnen hatte …

IMG_3924November 1999: Zu meinen neunten Geburtstag hielt ich zum ersten Mal ein Harry Potter Buch in der Hand – Harry Potter und der Gefangene von Askaban. Dieses hatte ich von einer Freundin an diesem Tag geschenkt bekommen. Schon als Kind habe ich viel gelesen, das wussten alle. Doch gefiel mir damals das Cover nicht und so landete das Buch im Regal und geriet bei mir in Vergessenheit.

Sommer 2000: Meine Familie und ich machten Urlaub in Kroatien und fuhren mit einem Segelschiff auf der Adria eine Woche lang von Insel zu Insel. Im Zeitraum von meinem Geburtstag bis zu dieser Reise hatte sich meine Mam alle bisher erschienenen Harry Potter Bücher gekauft und gelesen, der vierte Teil war wenige Tage zuvor erschienen. Warum sie alle vier Teile auf diese Reise mitgenommen hatte, weiß ich nicht mehr, aber ich kann mich noch genau daran erinnern, dass ich unbedingt den vierten Teil lesen wollte, weil der Drache auf dem Cover mir so gefiel. Allerdings hatte ich nicht mit meiner Mam gerechnet, die, da sie wusste, ich hatte die anderen Teile noch nicht gelesen, mir die Fangfrage stellte, wie Harry im zweiten Teil nach Hogwarts kam. Ich antwortete ganz selbstbewusst: „Na, mit dem Zug“ und tappte voll in ihre Falle. So musste ich erst einmal alle anderen Teile lesen, bevor ich den Vierten beginnen durfte, und ich bin meiner Mam noch heute dankbar, dass sie mich zu diesen Büchern gezwungen hat.

Unter meinem Freunden war ich zu dieser Zeit die einzige, die die Bücher las. Eher war es etwas, was ich mit meinen Eltern gemeinsam erlebte. Spätestens ab dem fünften Band lasen wir parallel im gleichen Buch, in welches meine Mam Lesebändchen in das Kapitalband einnähte – eines für jeden. Ständig versuchten wir den anderen zu überzeugen, warum wir gerade dringender das Buch weiter lesen mussten, mopsten es uns gegenseitig, um zu erfahren, wie es weiter ging. Als der siebte Band erschien, verbarrikadierte ich mich zwei Tage vorher schon im Lager meiner Tante, die einen Buchladen zu dieser Zeit führte, und las heimlich die Geschichte, die bis zum offiziellen Verkaufsstart den Laden nicht verlassen durfte.
Die Filmpremieren waren für mich in meiner Jugend ebenso ein Highlight, wie die Buchveröffentlichungen. Gemeinsam mit meiner Familie saß ich im Kino und genoß es, meine liebsten Bücher zum Leben erweckt zu sehen. Es gab in unserer kleinen Stadt keine Mitternachtvorstellungen, ebenso wenig wie Mitternachtsverkaufsstarts. Ich bekam kaum etwas von dem Hype um die Bücher mit, Nachrichten von Fanpartys waren für mich nur Berichte aus dem Fernsehen und Internet, nichts jedoch, was ich selbst erlebte. Harry Potter blieb etwas familiäres, mein Geheimnis und mein Zufluchtsort.

Erst als ich 2014 nach Leipzig zog, stolperte ich ins Fandom und fand nie wieder heraus. Am 03. Dezember 2014 hielt mein Lieblingsanglistikprofessor eine Harry-Potter-Ringvorlesung zum Thema Hogwarts als Schule. Kamen zu den anderen Vorlesungen dieser Veranstaltung nur maximal 50 Studenten, musste man für diese im Dezember von einem kleinen Hörsaal ins Audimax ziehen. Und selbst da saßen die Zuhörer noch auf den Treppen und standen auf der Empore, so voll war es an diesem Abend – mehr als 900 Studenten und Interessierte und alle davon Potterheads. Für mich war dies das erste Mal, dass ich auf andere Fans traf. Ein Mädchen, dass für die nächsten drei Jahre eine meiner besten Freundinnen werden würde, saß an diesem Abend neben mir, ebenfalls im Hufflepuff-Outfit. Wir unterhielten uns den ganzen Abend über Harry Potter und erst beim Verabschieden fiel uns auf, dass wir noch nicht mal Namen ausgetauscht hatten. Dennoch hatten wir eine Gemeinsamkeit: Unsere Liebe für JK Rowlings Bücher.
Später war dieses Mädchen es, die mich in die Untiefen des Fandoms einführte, in all seine Theorien, in Pinterest, in Ships (von denen ich bis zu diesem Zeitpunkt noch nicht mal etwas gehört hatte) und vor allem stellte sie mich anderen Fans vor. Anna war eine davon.

Die meisten Freundschaften, die ich in den darauffolgenden Jahren schloss, hatten eines gemeinsam: Wir alle liebten die Harry Potter Bücher. Tatsächlich bin ich nur mit einer Gryffindor befreundet (fragt nicht warum, denn ich kenne die Antwort selbst nicht). Die meisten meiner Freunde sind Ravenclaws und Slytherins. Bisher bin ich jedoch die einzige Hufflepuff.
Ich gebe zu, dass ich am Anfang, als ich herausfand (dank Pottermore), dass ich ein Hufflepuff bin, enttäuscht war. Ich wollte unbedingt ein Gryffindor sein, ebenso wie Ginny und Hermine. Doch auch nach dem dritten Versuch (ja, ich gehöre zu denen, die den Test mehrfach gemacht haben), bekam ich noch immer das gleiche Ergebnis. Erst nach einigen Recherchen und erneutem Lesen der Bücher konnte ich mich damit anfreunden. Heute liebe ich mein Haus und bin Stolz, ein Hufflepuff zu sein. Das bin einfach ich und in kein anderes Haus passe ich besser. Es ist ein Teil meiner Persönlichkeit, mehr als ich manchmal für wahr haben möchte.
Und so geht es mir auch mit den Büchern. Sie haben mich meine komplette Jugend geprägt und beeinflussten, welche Ideale ich heute anstrebe, wie ich auf Menschen zugehe und wie ich andere um mich herum behandle. Sie haben mir eine Familie geschenkt, die über den gesamten Globus verteilt ist und gaben mir ein Zuhause, wenn ich mit meinem Leben gerade nicht klar kam oder mich einsam fühlte.

Meine schönste Erinnerung mit Harry Potter stammt aus dem letzten Sommer. Ich reiste mit besagter Freundin nach London, um ein Versprechen an mich selbst einzulösen, welches ich mir gegeben hatte, als ich den siebten Band beendete: Ich würde bei 19 Jahre später in Kings Cross sein, komme, was wolle. Und das waren wir. Auch wenn sich Rowling verrechnet und somit die Feierlichkeiten bereits ein Jahr zuvor statt gefunden hatten, war dieser Tag etwas ganz besonderes. Hunderte von Potterheads fanden sich vor den Gleisen 9 und 10 ein und warteten gemeinsam darauf, dass die Uhr auf 11.00 Uhr sprang. Gemeinsam zählten wir herunter und lagen uns am Ende weinend in den Armen, wissend, dass wir einen historischen Moment miterlebt hatten.

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Ebenso wie jeder andere Potterhead sammle ich natürlich auch Merchandise, auch wenn sich das bei mir noch in Grenzen hält. Ich besitze einen eigenen, individuellen Zauberstab (aus dem Holz und in exakt der Länge, die Pottermore mir ausgespuckt hat), einige Funko Pops, die Karte des Rumtreibers, Schlafanzüge, Socken, Pullis und T-Shirts. In meinem Regal sitzt eine Schneeeule neben einem Niffler und meine 9 3/4 Kette verlässt nie meinen Hals, während meine passende Handtasche mich jeden Tag auf Arbeit begleitet. Doch vor allem sammle ich Harry Potter Ausgaben in unterschiedlichsten Sprachen, die mir Freunde und Verwandte aus aller Welt mitbringen (hier gehts zu meiner Sammlung). Meine bisher liebste Ausgabe ist die Schwedische, die so wunderschön gestaltet ist, und der Schuber der englischen Ausgaben von Bloomsbury.
Seit zwei Jahren zieren außerdem die drei Sterne, die jede Seite der englischen Ausgabe schmücken, mein Fußgelenk.

Harry Potter ist mein Leben und wird es auch immer bleiben, und solange JKR neue Bücher und Filme zur Wizarding World produziert und solange Pottermore online ist, solange wird meine Liebe dazu auch stetig wachsen. Ich bin ein Potterhead, ein Hufflepuff und stolz darauf!

Ich wünsche euch eine schöne Woche.

Wie immer, alles Liebe,
Eure Reni.

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