Am I Normal Yet?

 

img_0703

Darum geht’s:

Evie möchte nichts anderes sein als normal. Normale Freunde haben, wie jeder andere zur Schule gehen und einen ganz normalen festen Freund, so wie andere 16-Jährige auch. Auf dem neuen College weiß niemand, dass sie OCD hat und die letzten Jahre kaum ihr Zimmer verlassen konnte. Und so soll es auch bleiben. Doch mit jeder neuen Beziehungen, die sie an der neuen Schule schließt, wird es schwieriger, ihre Krankheit zu verstecken und „normal“ zu sein. Kann sie es schaffen die Kontrolle zu behalten und wird sie sich ihren Freunden anvertrauen?

Hauptfigur:

Evies Highschools-Zeit war bestimmt von ihrer Zwangsstörung (OCD – obsessive compulsive disorder). Angstzustände, schlechte Gedanken, Medikamente und regelmäßige Besuche gehören noch immer zu ihrem Leben, doch sie befindet sich auf dem Weg der Besserung. Endlich ist sie soweit, wieder die Schule besuchen zu können und die gleichen Dinge zu tun, wie ihre Freundinnen: Auf Partys gehen, Freunde haben und Jungs daten. Sie will nichts mehr, als ganz normal sein, so wie jeder andere auch. Doch genau dies wird ihr zum Problem, denn Normalsein ist schwerer als sie denkt, vor allem wenn schlechte Gedanken einem ständig dazwischen quatschen.
Neben ihrem Streben nach Normalität und ihrer Krankheit ist Evie ein sympathisches, intelligentes, junges Mädchen mit Selbstwertproblemen. Ihre Gedanken machen es ihr schwer, sich selbst positiv wahrzunehmen und als die tolle Person zu sehen, die sie ist. Gemeinsam mit ihren neuen Freundinnen Lottie und Amber beginnt sie jedoch, sich selbst und ihr Leben anders zu sehen und gewinnt an Selbstbewusstsein. Mit ihnen entdeckt sie auch noch eine andere Seite an sich, ihre innere Feministin.

Bechdel-Test:

Holly Bourne nimmt den Bechdel-Test in ihren Büchern sehr ernst, ist sie doch selbst eine Feministin und setzt sich dafür ein. So wundert es nicht, dass ihr Buch nicht nur den Bechdel-Test besteht, sondern die Freundinnen den Test selbst in dem Buch zum Thema machen. Neben dem Thema Jungs unterhalten sie sich über Feminismus, über Vorurteile und über all die anderen kleinen alltäglichen Dinge. Mit ihrer Therapeutin und ihrer Familie wird immer wieder die Krankheit in den Fokus gerückt. Ihr seht also, es gibt in diesem Buch auch andere wichtige Themen, über die sich Frauen und Mädchen unterhalten können.

Meine Meinung:

Das witzige an dieser Buchreihe ist, dass ich den dritten Teil der Spinster-Club-Reihe von Holly Bourne What’s A Girl Gotta Do? zuerst gelesen habe, ohne zu wissen, dass es eine Trilogie ist. Damals habe ich mir geschworen, auch die anderen Bücher zu lesen. Am I Normal Yet? ist der erste Teil und ich mochte ihn fast noch lieber, da Evie mir schon im anderen Buch die Sympathischste war. In diesem Teil geht es vor allem darum, wie Evie versucht, mit ihrer Krankheit in einer normalen Umgebung klarzukommen, wie sie ihr Leben wieder beginnt und an der Jagd nach der Illusion von Normalität scheitert. Sie versucht, mit dem „Verlust“ ihrer früheren besten Freundin umzugehen, aber auch damit, neue Freundschaften zu schließen und der Unkontrollierbarkeit des Lebens. All dies ist nicht einfach für sie und am Ende erleidet sie einen Rückfall. Doch nur durch diesen lernt sie, dass es so etwas wie „normal“ nicht gibt und sie nicht alles kontrollieren kann.
Gemeinsam mit ihren Freundinnen gründet sie in diesem Band den Spinster-Club, in dem die drei Mädchen sich mit Feminismus auseinander setzen und wie sich die Ungleichheit der Geschlechter in unserer Gesellschaft ausdrückt. Im Gegensatz zu Teil drei fehlt es hier noch an feministischen Aktionen, doch ist dies auch nachzuvollziehen, denn die drei fangen erst an, darüber zu recherchieren und zu überlegen, wie sie selbst etwas ändern können. Ein großes Thema sind dabei auch Beziehungen, welche Erwartungen die verschiedenen Geschlechter an diese haben und wie sie sich verändern, um diesen zu entsprechen.

Das Buch ist toll geschrieben und die Geschichte wird aus Evies Ich-Perspektive erzählt. Die Haupthandlung  wird immer wieder durch Rückblenden unterbrochen, ebenso wie Gedanken und Ausschnitten aus ihrem Ängstebogen und Genesungstagebuch. Im Anhang findet sich ein Q&A an die Autorin mit Tipps zum Feminismus und der Entstehungsgeschichte der Reihe.

Ebenso wie What’s A Girl Gotta Do? kann ich auch dieses Buch nur empfehlen. Es ist witzig, feministisch und gibt Einblick in die Gedankenwelt einer OCD-Patientin, deren Sorgen, Ängste und Wünsche. Ich freue mich schon auf den nächsten Teil, in dem Amber im Mittelpunkt stehen wird und hoffe, dass dieser genauso toll ist, wie die anderen beiden Teile.

 

In diesem Sinn, alles Liebe,
Eure Reni.

 

P.S. Das Buch ist gerade auf Deutsch beim dtv-Verlag erschienen unter dem Titel Spinster Girls – Was ist schon normal?. Auch der zweite Band erscheint Ende August …. allerdings, und das finde ich sehr verwirrend, wird der zweite Band der originale Dritte sein. Ambers Teil wird ausgelassen und ist auch bisher nicht angekündigt, aus welchem Grund auch immer … (Nachtrag: Ambers Teil ist nun auch erschienen unter dem Titel Spinster Girls 3 – Was ist schon Liebe?)


Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s