Im Garten der Pusteblumen

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Darum geht’s:

Anna lebt in einer Welt, in der die Menschen vergessen haben zu wünschen. Perfekte Maschinen kreieren alles, sodass die Bewohner wunschlos glücklich sind. Doch in ein paar wenigen Menschen schlummert noch ein Herzenswunsch – so auch in Anna und dem Vogelmann, dem sie eines Nachts begegnet. Dieser wünscht sich nichts sehnlicher, als fliegen zu können. Anna beschließt, ihm bei der Erfüllung seines Wunsches zu helfen und erfüllt damit auch ihren eigenen. Im Garten der Pusteblumen, den die Menschen früher zum Wünschen aufsuchten, doch der nun fast vergessen ist, führen sie die fliegenden Pusteblumensamen zum Rohstoff, aus dem sie den Fluganzug des Vogelmanns nähen wird.
Mit dem Verwirklichen der beiden Träume geschieht auch noch etwas anderes: Wind kommt auf, der so viele Jahre nicht geweht hat, und mit ihm erinnern sich die Menschen plötzlich wieder an ihre Träume.

Hauptfigur:

Der Garten der Pusteblumen von Noelia Blanco folgt der Schneiderin Anna, die wegen der Perfekten Maschinen kaum noch Arbeit hat. Statt nur kleine Änderungen zu machen, wünscht sie sich, etwas ganz Besonderes zu nähen: Dinge wie „Meeressaum“, „Sternspitzen“ oder „Wolkenumhänge“. Mit dem Traum des Vogelmannes fühlt sie sich endlich herausgefordert. Doch wie bringt man einen Riesen zum Fliegen? Da erinnert sie sich an den Garten der Pusteblumen, in den die Menschen früher, vor den Perfekten Maschinen, gegangen sind, wenn sie sich etwas wünschen wollten. Auch Annas Weg führt dort hin. Als sie den Pusteblumensamen folgt, mit denen sie ihren Wunsch in den Wind schickt, findet sie den Rohstoff für den Fluganzug.

Meine Meinung:

In einer Welt, in der das Leben der Menschen nur noch von Maschinen bestimmt ist, zu träumen fällt schwer. Wenn man alles hat, was man braucht, gibt es nichts mehr, nach dem man sich sehnen könnte. Doch ist man in einer solchen Welt auch glücklich? Begleitet von den Illustrationen von Valeria Docampo hinterfragt Noelia Blanco dies in ihrem wunderschönen Bilderbuch. Die Illustrationen ergänzen ihre Geschichte und hauchen ihr Leben ein.

Anders als in Der Bär und das Wörterglitzern sind die Illustrationen in diesem Buch räumlicher und raumfüllender. Sie sind detailreich gemalt und mit jedem Betrachten fallen einem neue Kleinigkeiten auf. Neben den klassisch gemalten Elementen finden sich auch hier wieder die grafischen Formen, die an Kinderkritzeleien erinnern und bei der bildlichen Übertragung von Annas Erinnerungen oder später für den Wind eingesetzt erinnern. Auch finden sich diese bei der Gestaltung des Vorsatzpapiers wieder. Die Verbindung beider Stile macht den Charme des Buches aus und gehört zum typischen Stil der Künstlerin.
Anna und der Vogelmann heben sich besonders vom Hintergrund und den anderen Bewohnern der Welt ab, die in ihren Maschinen mittlerweile fast schon verschwunden sind: Zum allgemeinen Farbschema (Creme bis Flaschengrün) gesellt sich bei den beiden Charakteren die Farbe Rot – der Vogelmann trägt eine rote Hose, Anna hat rote Strümpfe und rote Haare.

Die Geschichte und die Illustrationen bilden im Buch eine wundervolle poetische Einheit. Sie regen zum Nachdenken über das eigene Verhalten im Umgang mit Technik an und erinnern uns daran, dass im Leben eigentlich die Momente zählen, die wir ohne sie verbringen.
Das Buch ist für Kinder ebenso zu empfehlen wie für Erwachsene, wobei man als Erwachsener natürlich noch mehr Metaebenen des Buches mitbekommt als die jüngeren Leser. Die Illustrationen und die Geschichte machen es zu einem kleinen Schatz im Bücherregal, den man nicht wieder hergeben möchte. Wie bereits Der Bär und das Wörterglitzern ist auch dieses Buch beim Mixtvision Verlag erschienen.

 

Alles Liebe,
eure Reni!

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