Der Bär und das Wörterglitzern

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Darum geht’s:

Der blaue Bär träumt. Er träumt davon, was er morgen alles machen möchte. Dabei lässt er sich von den Dingen inspirieren, die um ihn sind und die er mag. Aus seinen Plänen werden neue Worte, die wunderschön und träumerisch sind wie die Geschichte selbst.

Meine Meinung:

Die Autorin Agnès de Lestrange schafft in diesem Buch eine kleine Traumwelt, in der alles möglich scheint, was sich der Bär vorstellen kann. Begleitet wird die poetische Geschichte von den Illustrationen von Valeria Docampo. Diese Illustrationen sind auch der Grund, warum ich mir das Buch überhaupt erst geholt habe, denn dank Anna bin ich süchtig nach Valeria Docampo.
Die Illustrationen sind im typischen Stil der Künstlerin: Minimalistisch und auf das Wesentliche reduziert. Sie lässt viel Leerraum, bricht diesen jedoch auch mit kleinen Details, wie Kringelwölkchen oder anderen grafischen Formen. Dann wiederrum gibt es Doppelseiten, die komplett gefüllt sind und fast schon an Wimmelbilder erinnern, soviel kann man auf ihnen entdecken. Die Stimmung der Bilder ist dabei verträumt, jedoch schwingt in jedem auch die Einsamkeit mit. Bis zum Ende taucht kein Artgenosse des Bären auf, er ist allein in seiner Welt, auch wenn Fische, Vögel, Schnecken und eine Bärenbiene diese mitbevölkern. Er hat niemanden, der ihn versteht, der so ist wie er.

Das Buch unterteilt sich in zwei Arten von Doppelseiten: Bei der ersten Art folgt man den Gedanken des Bären in vier bis acht Zeilen. Diese beginnen immer mit „Ganz am Rand …“. Die Worte, aus denen später die Wortneuschöpfung gebildet wird, werden dabei durch weiße Markierungen und einem anderen Font hervorgehoben. Danach folgt eine weitere Doppelseite, die mit „Morgen werde ich …“ beginnt und mit dem jeweiligen Neologismus abschließt. Der Neologismus ist dabei in dem gleichen Font gesetzt wie zuvor die Wörter, aus der er besteht. Diese beiden Arten wechseln sich kontinuierlich ab.
Die Texte ähneln sich durch diese Stilmittel sehr und ebenso wie bei den Illustrationen schwingt auch hier die Melancholie in jeder Zeile mit. Zwar wird von Kindern im Nachbargarten, Freunden und einem „du“ gesprochen, doch sind diese in die Bildebene nicht übertragen. Auf den letzten Seiten wird die Sehnsucht nach dem „du“ spürbar stärker und der Wunsch, über den Rand zu blicken. Am Ende, mit dem Blick über diesen, wechselt die Fellfarbe des blauen Bären und auch die Farben der Umgebung. Was auch immer der Bär hinter dem Horizont entdeckt, es verändert ihn und seine Welt.

Das Buch Der Bär und das Wörterglitzern ist so wunderschön und poetisch und verträumt und melancholisch. Allein schon wegen der Illustrationen kann ich es euch nur wärmstens empfehlen. Auch die Neologismen in dieser Geschichte machen es zu einem Highlight in meinem Bücherregal. Mein liebster ist übrigens „eiszapfenglitzern“. Das Buch ist jedoch nur eingeschränkt für Kinder empfehlenswert – für mich ist es eher ein Bilderbuch für Erwachsene.

Erschienen ist dieses Buch im Verlag Mixtvision, der auch das deutsche Zuhause der anderen Bücher des kreativen Duos ist.

 

Alles Liebe,
eure Reni!

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