What’s A Girl Gotta Do?

 

img_0724

Darum geht’s:

Lottie wird auf ihrem Schulweg von zwei Männern bedrängt und sexuell belästigt. Gerade noch so kann sie entkommen, doch so schwach und hilflos wie in diesem Moment will sie sich nie wieder fühlen. Erst recht nicht als Feministin. Gemeinsam mit ihren Freundinnen Amber und Evie denkt sie sich einen Plan aus: Einen Monat lang will sie jede sexuell diskriminierende Sache lautstark benennen, die ihr begegnet. Doch bald macht ihr feministisches Projekt Schlagzeilen und fremde Menschen geben Kommentare ab, einige davon mehr als nur verletzend. Lottie will nicht aufgeben, doch ihre Freunde machen sich Sorgen um sie. Was, wenn sie einen Nervenzusammenbruch erleidet oder, schlimmer noch, daran zerbricht …

Hauptfigur:

Lottie hat große Pläne für die Zukunft: In Cambridge studieren, Politikerin werden, ins House of Parliaments gewählt und irgendwann Premierministerin werden. Nicht nur ist sie eine der besten Schülerinnen ihre Schule, sie hat auch eine Einladung für ein Interview für eine der besten Universitäten in Cambridge. Doch dann geschieht dieser Zwischenfall mit den beiden Männern und noch ein paar andere sexistische Dinge. Lottie ist Feministin und kann dies nicht auf sich sitzen lassen. Vor ihr liegt eine schwere Entscheidung, eine, in der sie wählen muss zwischen dem, was einfach ist und was richtig.
Lottie ist mutig, dickköpfig und stolz, doch auch loyal ihren Freundinnen gegenüber und absolut durchgeknallt. Sie ist eine Frohnatur, jemand mit starken Überzeugungen und dem Willen, für diese zu kämpfen. Doch mit diesem Projekt kommt auch sie an ihre Grenzen, fühlt sich verpflichtet, das Projekt weiter durchzuziehen, auch wenn sie eigentlich keine Kraft mehr hat. Ihr Ehrgeiz ist bewundernswert, ihr Stolz aber auch ihre größte Schwäche.

Bechdel-Test:

So viele starke, tolle, aber auch zerbrechliche und mit sich hadernde Mädchen spielen in Holly Bournes Buch What’s A Girl Gotta Do? mit. Alle haben einen Namen und natürlich unterhalten sie sich miteinander, schließlich ist das ganz normal unter so vielen Mädchen. Jungs sind zwar auch ein Gesprächsthema, aber eins, dass neben all den anderen Themen fast untergeht. Einige Gespräche handeln übrigens auch von Make-up und Kleidung, doch die Art, wie diese Themen in dem Buch angegangen werden, ist so feministisch, dass sie sich das ganze Buch darüber unterhalten könnten, ohne damit Regel Nummer drei zu verletzen. Ihr seht also, dass das Buch den Bechdel-Test eindeutig bestanden hat.

Meine Meinung:

Nachdem ich vor ein paar Monaten Moxie gelesen hatte, sehnte ich mich nach Büchern, die das Thema Feminismus ebenfalls angehen und behandeln. Auf What’s A Girl Gotta Do? bin ich über Instagram aufmerksam geworden, da es letzten Monat die Pinnwände einiger Bookblogger zu dominieren schien. Gefühlt jeder inszenierte dieses Buch und man kam einfach nicht daran vorbei. Die Neugierde trieb mich, die Werbetexte überzeugten und so landete es auf meinem TBR, aber nicht für lang.
Das Buch ist schockierend, motivierend, mutig und feministisch. Es handelt von Freundschaft, von all den sexuell diskriminierenden Kleinigkeiten, die uns jeden Tag begegnen und von einem Mädchen, dass den Mut hat, sich dagegen aufzulehnen und nicht mehr nur alles hinzunehmen. Doch Holly Bourne zeigt an Lottie, dass solche Projekte nicht nur wichtig sind, sie beschreibt auch, was sie mit denjenigen machen, die diese durchziehen. Lottie zerbricht fast an der Last, schafft es irgendwann nicht mehr, die positiven Aspekte zu sehen und ist überfordert mit all dem Hass, mit dem Gegner ihr begegnen. Doch zum Glück hat sie tolle Freunde, die die Warnzeichen erkennen und sie an ihre Gründe erinnern, ihr sagen, dass es okay ist, aufzuhören und sie aufmuntern, wenn sie es nötig hat.

Holly Bourne zeigt, dass Lottie nicht alleine ist, und warum dieser Kampf trotzdem wert ist, gekämpft zu werden. Dabei stellt sie immer wieder klar, dass Feminismus nicht nur ein Kampf für die Gleichberechtigung von Frauen ist, sondern aller Geschlechter, und dass Männer genauso in den Geschlechterrollen feststecken wie wir. Wenn jeder von uns jeden Tag ein paar dieser kleinen sexuell diskriminierenden Dinge aufzeigen würde, sich selbst motiviert, diese in seinem eigenen Verhalten zu ändern, dann wäre die Gleichberechtigung aller Geschlechter kein weit entferntes Ziel mehr, sondern zum greifen nah. Alleine schon aus diesem Grund, ist dieses Buch so wichtig und toll.

Wenn ihr Moxie geliebt habt, kommt ihr um dieses Buch nicht herum. Es feiert den Feminismus, zeigt, was man selbst tun kann und gibt Mut an Tagen, die einfach nur schei*e waren. Am Ende des Buches fügte die Autorin nicht nur einen persönlichen Brief an ihre Leser an, es findet sich auch eine Liste mit feministischen Bücherempfehlungen. Übrigens ist dieses Buch der dritte Teil der Spinster-Club-Reihe, doch muss man die ersten beiden nicht kennen, um die Handlung zu verstehen … ich kannte die vorhergehenden auch nicht und erfuhr erst nach dem Lesen, dass diese existieren. Meinem Leseerlebnis tat dies jedoch keinen Abbruch.

 

Deutsche Ausgabe:

Alle drei Spinster-Club-Bücher sind bereits beim dtv-Verlag veröffentlicht. Der dritte Teil ist unter dem Titel  Was ist schon typisch Mädchen? erschienen.

Das war’s für heute von mir.

Alles Liebe,
Eure Reni!


Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s