Monatsrückblick März 2018

Der März ist vorbei und Wow, was war das für ein Monat. So viel ist geschehen, dass es sich anfühlt wie zwei Monate statt einem.
Der März ist für Buchnerds ein ganz besonderer Monat, findet doch traditionell in Leipzig in dieser Jahreszeit die Leipziger Buchmesse statt. Das letzte halbe Jahr habe ich mein Praxissemester vom Studium als Teil des Projektteams der Buchmesse verbracht. Aus diesem Grund war die Buchmesse für mich dieses Jahr etwas ganz Besonderes. Auch wenn ich nicht wie sonst Zeit hatte, die Messe ganz entspannt zu genießen sowie Freunde und andere Blogger oder Verlage zu treffen, war es doch schön. Ich habe eigene Projekte betreut und die Bloggersession mit organisiert, die nicht nur mein schönstes Highlight sondern auch ein würdiger Abschluss der Messe für mich war.
Außerdem konnte ich zwei Autogramme von zwei meiner Lieblingsautoren ergattern: Derek Landy und Neal Shusterman.

Leider habe ich aus Zeitmangel beide Lesungen verpasst, doch es gibt immer ein nächstes Mal. Dafür habe ich den „Helden“ meiner Kindheit getroffen und mit ihm schwatzen können: Ralph Caspers, der Moderator von „Wissen macht Ah!“ und „Der Sendung mit der Maus“. Er stellte auf der Buchmesse sein erstes Buch vor, welches ich im April, wenn nichts dazwischen kommt, lese.
Ein wenig aus dem Konzept gebracht hat uns bei der Messe der Schnee, der ab Samstag fiel und fiel und gar nicht mehr aufhören wollte zu fallen. Neben Aushilfen, die dank der Deutschen Bahn nicht pünktlich (oder gar nicht) da waren und Besucher, die wegen des Wetters fern bleiben mussten, fiel auch ich dem Schnee oder vielmehr dem Glatteis zum Opfer. Um einer Signierschlange, die den Gang in Halle 2 verstopft hatte, zu entkommen, hatte ich den Weg über den Innenhof gewählt, doch als ich die Tür öffnete, fand ich mich auch schon auf meinem Hinterteil wieder. Zum Glück kam ich mit nur einem geprellten Finger davon.
Nach der Messe hieß es Abschied nehmen von dem tollen Team, was mir und auch den anderen Praktikanten nicht wirklich leicht fiel. Ich habe die Arbeit in den letzten Monaten geliebt und obwohl die Zeit oft mehr als stressig gewesen war, werde ich es sehr vermissen dort zu arbeiten.

In meinem Osterurlaub habe ich ein bisschen an meinem Blog herumgedoktert und ihm ein neues Titelbild verpasst, ebenso wie ein paar andere kleine Änderungen. Nach eineinhalb Jahren, die ich ihn nun habe, war es mal wieder Zeit, etwas an seinem Äußeren zu ändern. Auch haben mich die Panels während der Bloggersession auf der LBM inspiriert, sodass die Äußerlichkeiten nicht die letzten Änderungen bleiben werden, die es hier zukünftig zu entdecken gilt.

Aber nun zum Wichtigsten: den Büchern.
Ich habe diesen Monat sieben Romane gelesen sowie sieben Bilderbücher und ein Hörbuch gehört. Das ist mein neuer persönlicher Rekord bezogen auf die Romane. Irgendwie hat es sich trotz des ganzen Stresses diesen Monat ergeben und ich hatte auch nicht das Gefühl, dass ein Buch zu kurz gekommen war oder nicht genug Aufmerksamkeit bekommen hatte. Das war auch das, was mich diesen Monat am meisten überrascht hat.
Da es doch so viele Bücher sind, werde ich mich diesen Monat nur auf die Romane und das Hörbuch konzentrieren und hier nennen.

Begonnen habe ich den Monat mit Jen Wangs Graphic Novel The Prince and the Dressmaker. Dieses Buch war meine erste Graphic Novel und ich liebe es. Es war toll, wie sich die Bilder und die Geschichte harmonisch ergänzt haben und für mich war es mal eine willkommene Abwechslung zu sonst. Mehr werde ich nicht über das Buch verraten, denn ihr findet einen eigenen Beitrag dazu in den Untiefen meines Blogs.

Es folgte Moxie von Jennifer Mathieu, das so genial und toll und großartig war, dass ich meine nachfolgende Bücherliste für den Monat über Bord warf und grundlegend änderte. Moxie ist eine Hommage an uns Mädchen und Frauen, daran was wir erreichen können, wenn wir zusammen arbeiten, statt uns ständig als Konkurrentinnen zu sehen. Zu diesem Buch folgt in den nächsten Tagen ein eigener Beitrag, deswegen werde ich auch hier nichts weiter verraten.

IMG_2490Wie gerade angemerkt, schmiss ich nach Moxie meine Leseliste für März über den Haufen. Ich sehnte mich nach diesem Buch nach starken, weiblichen Hauptfiguren, die ihr Leben selbst in die Hand nehmen. Eine solche Figur hoffte ich in Dumplin‘ von Julie Murphy zu finden. Das Buch wird gerade in den USA gefeiert und die Begeisterung schwappt so langsam auch auf unseren Buchmarkt über, dank der Werbekampagnen des S. Fischer Verlags. Ein fülliges Mädchen, das an einem Schönheitswettbewerb teilnimmt und für das Gesehen-Werden und Sich-Nicht-Schämen-Müssen kämpft. Klingt toll, dachte ich. Ich begann zu lesen und folgte Willowdeans Handlung, versuchte sie Ernst zu nehmen, ihre Entscheidungen nachzuvollziehen, doch scheiterte. Nach zwei Drittel der Handlung war ich genervt von ihr, hätte sie am liebsten geschüttelt und geohrfeigt, weil sie schon wieder die gleichen dummen Fehler gemacht hatte und wollte sie anschreien, sie solle sich doch endlich zusammenreißen. Auf Seite 243 gab ich auf, schmiss das Buch enttäuscht in die Ecke und wünschte mir, es nie gekauft zu haben. Klar, sie nimmt an dem Wettbewerb teil und bestimmt gewinnt sie ihn auch, sonst würde man das Buch ja nicht so feiern, aber ich frage mich echt, was so toll an dem Buch sein soll. Willowdean ist schwach, ergreift kaum selbst Initiative und wenn doch, dann nur um irgendeinem Kerl oder ihrer Mum zu beweisen, dass sie nicht so ist, wie sie denken. Doch wirken ihre Entscheidungen auf mich eher wie Teeny-Trotz als etwas anderes. In keinem Moment hatte ich das Gefühl, dass sie diese Entscheidungen wirklich für sich trifft und nicht aus Unsicherheit, Angst oder Trotz. Tut mir Leid, aber nur weil sie füllig ist, macht sie das noch lange nicht zu einer guten Hauptfigur.

IMG_2485Nach dieser Pleite folgte A Wrinkle in Time von Madeleine L’Engle. Das Buch besitze ich seit einem knappen Jahr, seit der Veröffentlichung des Trailers zum jetzt anlaufenden Film um genau zu sein. Verkaufsargument war eindeutig, und ja, manchmal bin ich leider so leicht zu beeindrucken, Chris Pine. Ich habe es auch damals angefangen, doch irgendwie dann doch wieder zur Seite gelegt, weil ich nicht in der Stimmung war für Mrs Whatsit und Co.. Doch letzten Monat nahm ich es wieder zur Hand und verschlang es innerhalb eines langweiligen Samstags.
Das Buch handelt von Meg Murry, einem cleveren und intelligenten Mädchen, welches aber glaubt, eben dies gar nicht zu sein. Gemeinsam mit ihrem kleinen Bruder Charles Wallace und ihrem Freund Calvin macht sie sich mit den drei „Hexen“ Mrs Whatsit, Mrs Who und Mrs Which auf, ihren im Weltall verschwundenen Vater zu finden, nichtsahnend dass aus ihrer Suche bald eine Rettungsaktion werden wird. Wundervoll poetisch kreierte L’Engle mit diesem Buch nicht nur eine fantastische Reise quer durch unser Universum zu faszinierenden Planeten, die man am liebsten mit eigenen Augen erleben möchte, sie schaffte es auch, mit ihren Figuren starke Frauen zu schreiben, die so gar nicht dem Klischee entsprechen und die man jedem kleinen Mädchen da draußen zum Vorbild wünscht. A Wrinkle in Time war wunderschön und ich kann es kaum erwarten (und hoffe inständig, dass Disney das nicht versaut), die Verfilmung zu sehen.

IMG_2484Ella Enchanted von Gail Carson Levine nahm ich mir als nächstes zur Hand. Ich kannte die Handlung bereits aus der Verfilmung mit Anne Hathaway und stolperte eher durch Zufall auf Bookstr über den dazugehörigen Roman. Wieder einmal wurde mir bewusst, wie oft man doch die kleine Zeile „based on the novel by“ im Abspann von Filmen übersieht. Wie bei den meisten Buchverfilmungen weicht auch hier die Handlung von der Buchvorlage ab, sodass man fast von zwei unterschiedlichen Geschichten sprechen könnte.
Ella ist im Buch um einiges jünger als im Film und kennt Prince Char schon seit ihrer Kindheit. Die Beiden sind beste Freunde und die Geschichte handelt eher davon, wie die Beziehung zwischen ihnen langsam zu mehr wird. Nebenbei versucht Ella, ihr Leben so gut es geht mit ihrem Fluch zu überleben, jedoch immer auf der Suche nach dessen Lösung. Denn wie kann sie jemals mit Char zusammen sein, wenn sie doch jeden gehorsam sein muss und andere sie dazu benutzen könnten, ihm und dem Königreich zu schaden. Selbstbewusst, clever und dickköpfig ist Ella die Heldin ihrer eigenen Geschichte, die mich nicht nur einmal zum Schmunzeln gebracht hat. Und wieder einmal wuchs in mir der Wunsch, Hollywood würde einfach die Bücher so verfilmen, wie sie sind, anstatt sie ihrem Schema anzupassen und böse Onkel mit Schlangen in die Geschichte reinzumogeln.

IMG_2486Nach Ella landete Mary Poppins von P.L. Travers in meiner Hand. Das Buch besitze ich schon als Hörbuch, welches ich vor Jahren irgendwann mal angehört habe. Doch wie es eben so ist, möchte man die schönen Geschichten auch als Buch besitzen und zu den anderen ins Regal stellen. Außerdem habe ich oft das Gefühl, nicht annähernd so viel mitzubekommen, wenn ich eine Geschichte nur höre, als wenn ich sie lese.
Mary Poppins unterscheidet sich wie Ella Enchanted deutlich von der Verfilmung. Ebenso wie Paddington besteht das Buch aus vielen kleinen Geschichten, die chronologisch und doch ohne zeitlichen Zusammenhang wirken, könnten doch zwischen ihnen mehrere Tage oder Wochen liegen. Sie alle erzählen Marys Zeit bei der Familie Banks und den magischen Zwischenfällen, bevor der Wind sich dreht und das taffe Kindermädchen weiterziehen muss. Zwei Geschichten aus diesem ersten Buch liebe ich am meisten: The Day Out, in der Marys mit dem Straßenmaler Bert in dessen Bildern ihren freien Nachmittag verbringt, und Christmas Shopping, in der Michael, Jane und Mary jemand ganz besonderen bei den Weihnachtseinkäufen beraten.
Die Geschichten sind toll, doch habe ich mich oft daran gestoßen, wie arrogant und eitel Mary Poppins doch eigentlich ist, auch wenn sie die Kinder immer wieder mit ihren Wundern verzaubert. Ich kann mich nicht entscheiden, ob ich sie mag, auch wenn ich sie für ihre Selbstständigkeit bewundere und für ihr Leben ein wenig bedauere, muss sie doch ständig Abschied nehmen von den Kindern, die ihr ans Herz (falls sie doch eins hat) gewachsen sind.

IMG_2480Auch wenn ich oft Probleme habe, mich auf Hörbücher zu konzentrieren, sind sie doch eine willkommene Ablenkung, wenn man abwäscht. Im Nachgang der Leipziger Buchmesse blieb vom Buchmarkt-Award bei uns im Team das Hörbuch von Phantastische Tierwesen und Wo sie zu finden sind übrig und so habe ich es adoptiert (als Hufflepuff fühlte ich mich natürlich dazu verpflichtet *hust*).  Ich besitze die erste Ausgabe des Schulbuches von 2001 und war seit der Neuausgabe mit mir am hadern, ob ich die auch noch benötige. Der Unterschied zu damals ist, dass die neue Ausgabe die „Zaubererausgabe“ ist und nicht nur um ein Vorwort von Newt Scamander persönlich ergänzt wurde, sondern auch neue Tierwesen aus der aktuellen Filmreihe enthält. Das Booklet ist schön gestaltet, das Hörbuch toll inszeniert und auch der Sprecher Timmo Niesner gut gewählt. Mich störte allerdings, dass an manchen Stellen die Lautstärke variierte und Niesner weiter weg vom Mikro klang, wenn Hintergrundgeräusche dazukamen. Auch wirkten manche Geräusche suspekt und fehl am Platz. Ob ich mir das Buch noch holen werde, weiß ich nicht, jedoch tendiere ich mittlerweile zu eher nein. Zwar ist es schön, dass man zusätzliche Dinge bekommt, doch wirklich neuwertig ist es damit nicht. Dann hole ich mir doch lieber die illustrierten Ausgaben der Originalreihe.

IMG_2482Mein vorletzter Roman im März war Lieber Feind von Jean Webster aus dem letzten Programm des Königskinder Verlags. Wie lange ich auf die Neuauflage dieses Buches gewartet habe, muss ich an dieser Stelle nicht schon wieder erwähnen. Regelmäßige Leser meines Blogs wissen das, ihr anderen könnt das hier und hier nachlesen.
Der zweite Teil von Daddy Langbein spielt nach dem Abschluss von Judy Abbott. Im Mittelpunkt steht Sally McBride, Judys beste Freundin vom Studium, die die Leitung des Waisenhauses, in dem Judy aufgewachsen ist, von den Pendletons übertragen bekommt. Zuerst sträubt sie sich gegen die Aufgabe, redet sich ein, diese nur zu übernehmen, bis eine Nachfolgerin gefunden ist. Doch je mehr sie sich in die Kinder verliebt und neue Projekte plant, umso mehr wächst sie an ihren Aufgaben. Und dann ist da noch dieser schottische Arzt …
Wie schon der erste Teil ist auch dieser ein Briefroman, doch statt nur einem „Brieffreund“ schreibt Sally nicht nur an Judy, sondern auch an den Doktor sowie an Gordon, einen jungen Politiker, der in sie verliebt ist. Jedoch sind die Briefe wie in Daddy Langbein illustriert, wenn auch nicht mit den Originalillustrationen der alten Ausgaben, die nicht halb so perfekt wirkten wie in der Neuauflage. Ich bevorzuge jedoch die Alten, liegt wohl aber auch daran, dass ich die alten Auflagen einfach zu sehr liebe, als sie einfach so vergessen zu können. Warum das Buch „Lieber Feind“ heißt, verrate ich euch übrigens nicht – das müsst ihr schon selbst herausfinden.

IMG_2483Damit kommen wir zum letzten Roman, den ich im März gelesen habe: Simon vs. The Homo Sapiens Agenda von Becky Albertalli. Wie A Wrinkle in Time habe ich dieses Buch gekauft, weil ich es vor der Verfilmung lesen wollte. Mich hat ein bisschen abgeschreckt, dass auf dem Cover angeteasert wurde, dieses Buch sei „The love child of John Green and Rainbow Rowell“. Ich gebe nicht viel auf diese Kommentare, da ich solche Marketingelemente ebenso verabscheue, wie Aufkleber und Buttons, die auf Preise oder Verfilmungen hinweisen (hat dieses Buch übrigens beides und nicht mal als Aufkleber!!!), da sie das Cover verschandeln. Skeptisch ging ich also an das Buch heran, war jedoch schon nach den ersten paar Sätzen voll begeistert und mitten drin. Da dieses Buch mehr verdient hat als nur einen Absatz im Monatsrückblick, höre ich hier auf und weise euch darauf hin, dass auch zu diesem Buch ein eigener Beitrag folgen wird.

 

Ich wünsche euch einen schönen April und viele spannende Bücher, die euch das Aprilwetter durchstehen lassen und was immer sonst noch diesen Monat für euch auf der Agenda steht!

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