The Prince and the Dressmaker

Es gibt im Internet so viele Seiten für Booknerds, die nicht nur Bücher rezensieren und Booknerds die Möglichkeit bieten, sich zu vernetzen, viele stellen auch die Highlights an Neuerscheinungen des nächsten Monats vor. Auf einer solchen Seite bin ich auch über The Prince and the Dressmaker gestolpert von Jen Wang. Da mir das Cover und die Inhaltsangabe sehr zusagten, bestellte ich es mir einfach, ohne genau zu wissen, was mich wirklich erwartete.
Zwei Wochen später holte ich es mir in der Buchhandlung ab und stand einer grinsenden Buchhändlerin gegenüber, die zugab, es nur ungern an mich abzugeben, da sie sich selbst in das Buch verliebt hatte bei einem Blick hinein. Sie hätte es sich gleich bestellt, da die Bilder ja auch so toll wären. Nicht nur war ich von ihrer Reaktion auf mein Buch überrascht, auch war ich von ihrer letzten Aussage verwirrt, denn bis dahin hatte ich noch gedacht, einen Roman bestellt zu haben. Doch in der Hand hielt ich nun eine Graphic Novel – meine allererste. Ich besitze zwar ein paar Comics, bin aber nie mit dem Genre warm geworden und bevorzuge eigentlich lieber Romane. Da mir jedoch die Bilder von Jen Wang ebenso gut gefielen wie der Buchhändlerin, konnte ich dieses Buch nicht zurücklassen.

Die Pariser Oberschicht ist in heller Aufregung: Der König und die Königin suchen eine Frau für Prinz Sebastian und laden zu einem Ball ein. Sofort werden die eigenen Töchter geschmückt und frisiert, um sie vorzeigen zu können. In letzter Minute stürmt eine besorgte Mutter mit ihrer Tochter in die Schneiderei, in der Frances arbeitet und bittet um ein Ballkleid, das die Augen aller auf ihre Tochter lenken soll. Frances arbeitet die ganze Nacht an dem Kleid und kreiert ein Meisterwerk, dass genau das schafft, was die Kundin sich gewünscht hat: Keiner kann die Augen von der jungen Dame wenden, so geschockt und fasziniert zugleich sind sie davon. Die Kreation macht am nächsten Morgen Schlagzeilen und Frances Chef, der ihr Potenzial nicht erkennt, will sie schon entlassen, als in dem Moment ein mysteriöser Herr in den Laden tritt und nach der Schneiderin des Kleides verlangt. Er bietet Frances einen Job bei seiner „Herrin“ an, den sie nur zu gerne annimmt. Doch die „Herrin“, für die Frances arbeiten soll, stellt sich als niemand anderes als Prinz Sebastian heraus. Für ihn soll sie Kleider schneidern, wie das für die junge Dame. Mit diesen will er das Pariser Nachtleben erobern, denn manchmal will er seiner Rolle als Prinz einfach entfliehen und einfach nur ein Mädchen sein. Frances stimmt zu und so beginnt ihre gemeinsame Geschichte.

Das Buch ist in zwölf Kapitel unterteilt und erzählt die Handlung aus den Perspektiven von Frances und Sebastian, wobei die Anteile beider relativ ausgeglichen sind. Die Kapitelteilseiten sind alle weiß und mit jeweils einem Schnittmuster verziert, und bringen dadurch ein wenig Ruhe in die ach so bunten Bilder.
Ich liebe den Stil der Zeichnungen, die ein wenig an Disney erinnern, sehr farbenfroh sind und oft sehr detailverliebt. Doch vor allem hat es mir die Mode angetan, die in der Handlung natürlich eine große Rolle spielt und so wunderschön ist.


Die Handlung selbst war gut nachzuverfolgen und ging genug auf die beiden Hauptcharaktere ein, dass man ihre Handlung nachvollziehen konnte und mit ihnen mitfiebern. Ich mochte, dass sie die Hochs und Tiefs der beiden erzählt wurde und nicht nur alles „Friede, Freude, Eierkuchen“ ist und beide sich Hals über Kopf verlieben, auch wenn es Jen Wang einem nicht leicht macht, die beiden nicht zu shippen. Beide erreichen jedoch am Ende gemeinsam ihre Ziele und ihre Freundschaft übersteht die Steine, die das Schicksal ihnen in den Weg legt.

The Prince and the Dressmaker ist etwas ganz besonderes und wird sicherlich nicht meine einzige Graphic Novel bleiben, erst recht nicht die Einzige von Jen Wang. Wer eine schöne Geschichte über untypische Hauptfiguren lesen will, oder einfach nur mal wieder eine wirklich großartige Graphic Novel, dem sei dieses Buch wärmstens empfohlen. Ihr werdet es nicht bereuen, versprochen.

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