Teil 9: Graue Tage

Die Tage vergingen, zogen ins Land und verschwammen zu einer einzigen, grauen Masse. Sie wachte auf in der Hoffnung, alles wäre nur ein Traum gewesen, doch jedes Mal holte die Realität sie wieder ein. Sie zwang sich zurück in den Schlaf, in die Taubheit des Nichts.
Una verließ das Bett nur, um auf Toilette zu gehen, sich etwas zu Essen zu machen oder Lieferungen des Großhändlers entgegen zu nehmen, bei dem sie online alles bestellte, was sie brauchte. Den Müll entsorgte sie nachts im Müllschacht auf dem Flur, um niemanden zu begegnen, der sie wegen ihrer fehlenden Maske anstarren könnte.
Sie hatte das Chaos im Wohnzimmer weggeräumt, doch für mehr hatte sie keine Kraft, konnte sich nicht motivieren. Zu schwer lastete die Schuld auf ihren Schultern. So bestand ihr Tag daraus zu schlafen oder daraus, vom Bett aus dem Fenster in ihrem Schlafzimmer zu starren.
Doch der Ausblick war fast noch trister als ihre Stimmung. Eine Wüste aus grauen Wolkenkratzer erstreckte sich bis zum Horizont, alle identisch, alle wie der, in dem sie wohnte. Auf grauen Himmel folgten graue Wolken, folgte Regen oder Dunkelheit.
Die Welt versank im grauen Nichts und Una mit ihr.

Advertisements

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

w

Verbinde mit %s