Lilith – mein persönlicher, kleiner Dämon

Seit Sonntag bin ich mit dem ersten Entwurf meines NaNoWriMo-Romans fertig. 22.165 Wörter, doch das Beste von allen war „Ende“. Heute ist das Manuskript an meine fleißigen Testleser rausgegangen und im Dezember beginnt der härteste Teil: Das Überarbeiten.

Doch bevor all das startet, wollte ich euch die Inspiration zu diesem Buch vorstellen: Lilith.IMG_1860

Ich hab Lilith vor etwas mehr als einem Jahr adoptiert als Zweitkatze zu meiner Luna, die den ganzen Tag nur damit verbracht hat, auf mich zu warten. Ich hatte zu dieser Zeit Bekannten erzählt, dass ich eventuell noch eine zweite Katze suche, und eines Tages standen sie vor der Tür mit einem verängstigten, schwarzen Fellball im Arm. Sie hatten die Kleine aus einem Messie-Haushalt gerettet und suchten jemand, der sich ihrer annehmen würde. Nun ja, wie kann man bitte zu einer so süßen Miez nein sagen?
Es dauerte keinen Tag und Lily und Luna waren unzertrennlich. Unsere neue Katze schien geradezu an Luna zu kleben und folgte ihr selbst aufs Katzenklo. Vor mir hingegen zuckte sie zurück und traute sich nicht, mir näher als einen Meter zu kommen. Doch Lily brauchte Liebe und ein Zuhause und so brachten wir es nicht über uns, sie wieder her zu geben.

Relativ schnell waren drei Dinge klar für mich und meine Freunde, die regelmäßig bei uns ein und aus gingen: 1. Lilith war die süßeste und niedlichste und weichste, kleine Katze, die wir je gesehen hatten. 2. Lilith war keine Schmusekatze. 3. Lilith hatte den dämonischsten Blick drauf, den wir je bei einem Kätzchen gesehen hatten. So entstand bald der Witz, dass Lily ein Dämon sei, der irgendwas Schlimmes angestellt hatte und deshalb als süßeste und niedlichste und weichste Katze aller Zeiten wiedergeboren worden war – als Strafe sozusagen. Es ist also kein Zufall, dass Lilith (die am Anfang nur Lily hieß) diesen Namen trägt.

Nicht nur der Blick war dämonisch an ihr. Lilith hat es auch faustdick hinter den Ohren. Luna war in ihrem ersten Jahr schon neugierig gewesen und ich hatte gedacht, schon alles erlebt zu haben. Doch dann kam Lily. Nichts war mehr sicher, alles musste erkundet werden  – natürlich vorrangig nachts, wenn ich schlief. Den Stöpsel meines Waschbeckens musste ich eine Zeit lang jeden Morgen in der gesamten Wohnung suchen, in anderen Nächten wachte ich auf, weil Madam die Klospülung entdeckt hatte und diese natürlich mehrfach betätigen musste. Spielzeug wurde laut mauzend durch die Wohnung geschleppt und mit Luna lautstark nachts gespielt. Alle paar Monate testete sie alle meine gesamten Regeln erneut aus, um zu überprüfen, ob diese noch galten. Kurzum: Mit der Ruhe von Luna und mir war es für immer vorbei.

Mittlerweile hat sich Lilith bei uns vollkommen eingewöhnt, doch ruhiger ist es bei uns nicht geworden. Luna und ich haben aber gelernt, damit zu leben. Und natürlich hat auch Lily mich erzogen: Bereitwillig teile ich mein Eis oder Joghurt oder Schmand mit ihr – vollkommen freiwillig, wie man das als Katzenmama nun mal macht.
Doch das bisher schönste Erlebnis für mich war, als ich sie diesen Sommer das erste Mal kraulen durfte und sie für mich schnurrte. Seit dem will sie immer öfter gekrault werden, auch wenn sie dabei immer noch schreckhaft ist und mir nicht 100%ig traut. Doch wir haben Zeit und so schnell werde ich meinen kleinen Dämon nicht mehr hergeben.

Als ich im Oktober entschied, dass ich am NaNoWriMo teilnehmen wolle, fiel für mich die Wahl auf eine Geschichte, deren Hauptfigur genau das ist, was wir uns seit über einem Jahr zu Lily zusammen gesponnen hatten. Diese Idee hatte mich einfach nicht losgelassen. Es hat Spass gemacht, mit ihr herum zu experimentieren und ich hoffe, die Geschichte gefällt meinen Testlesern genauso gut, wir mir.
Ich halte euch natürlich auf dem Laufenden und zu gegebener Zeit gibt es auch ein paar Textpassagen daraus hier auf dem Blog, versprochen.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Hier ein kleiner Teaser meines Buches:
Lilith ist ein Dämon und nicht nur irgendeiner. Nein, sie ist eine der Mächtigsten, die die Hölle je gesehen hat … naja, bis zu dem Tag, als einer ihrer Pläne zur Erringung der Gunst Belzebubs schief geht und sie die halbe Hölle samt Bewohner aus Versehen gefriert. Zur Strafe muss sie ein Leben als Katze verbringen. Nur leider nicht als Raufer, wie sie es sich gewünscht hätte. Nein, sie ist die süßeste und flauschigste, kleine Katze, die je ihre Tatzen auf die Erde gesetzt hat. Tja, versucht mal so Ernst genommen zu werden!

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