The Juwel

Wie schreibt man über ein Buch, das so vollkommen anders war, als man erwartet hat? Über ein Buch, das einem beim Lesen ständig überrascht hat (und nicht im negativen Sinn)? Vielleicht mit der ersten Begegnung:
Gefunden habe ich The Juwel ganz klassisch in einer Buchhandlung. Ich hatte gerade den dritten Teil der Selection-Reihe von Kiera Cass gelesen und suchte ein Buch, welches daran anschließen konnte. Das ähnliche Cover zog mich an, auch der Klappentext versprach eine ähnliche Story: Geboren im ärmlichsten Teil des Landes, erhält Mädchen die Chance unter Adligen zu leben, bis eine Romanze alles verändert. Klingt nach dem typischen YA-Plot – einfach und vorhersehbar – genau das, was ich zu diesem Zeitpunkt lesen wollte. Doch dann begann ich, in die Geschichte einzutauchen und wurde von der Autorin positiv überrascht, denn der Klappentext verrät noch nicht mal annähernd, was im Buch wirklich geschieht.

Erzählt wird die Geschichte von Violet Lasting, die in einer Art Schule auf ihr Leben in einem der wohlhabenderen Bezirke vorbereitet wird, um für eine der reichen Damen ein Kind zu bekommen. Denn Violet ist ein Surrogat, begabt mit Fähigkeiten, die sie für den Adel, der selber keine gesunden Kinder bekommen kann, besonders wertvoll machen. Der Preis, wie sie bald herausfindet, ist hoch, denn sie wird die Geburt nicht überleben. Ihre einzige Chance, dem Juwel zu entkommen, ist die geheime Organisation des Schwarzen Schlüssels und die verbotene Liebe zu dem Gefährten Ash. Doch ihre Flucht ist nur der Anfang ihrer Reise.

Amy Ewing bringt mit dieser Buchreihe neuen Wind in das mittlerweile fast schon angestaubte Mädchen-Dystopie-Genre. Zur Abwechslung gibt es einmal kein Love-Triangle und die Lovestory rutscht in den Hintergrund. Wichtiger wird die Revolution und Freundschaft zwischen Violet und den anderen Surrogaten, die zu einer Schwesternschaft zusammenwachsen, statt zu Konkurrentinnen zu werden. Für mich war die Handlung überhaupt nicht vorhersehbar, denn jedes Mal, wenn ich dachte, jetzt habe ich Amy Ewing durchschaut, kam sie mit einer erneuten Wendung um die Ecke und fesselte mich noch mehr. Seine Leser auf diese Weise an der Stange zu halten, finde ich eine Leistung, vor allem, wie in diesem Fall, in einem Debütroman.
Das einzig Negative an diesem Buch ist das magere Mädchen auf dem Cover, dessen Knochen deutlich hervortreten. Muss sowas denn sein? Kann man nicht ein Model finden, das etwas mehr auf den Hüften hat, so wie Violet im Buch auch? Es reicht doch, dass wir  in der Werbung schon genug solcher Mädchen zu sehen bekommen, lasst uns doch wenigstens auf unseren Buchcovern realistische Mädchen, so wie wir Leserinnen es sind.

Wie dem auch sei, dieses Buch ist auf jeden Fall absolut empfehlenswert und ein Must-Read für jeden Fan der Selection-Reihe.

Ich wünsche euch einen guten Rutsch ins neue Jahr und freue mich auf ein weiteres Jahr mit vielen Büchern (und hoffentlich weniger schlechten Schlagzeilen)!

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