So kalt wie Eis, so klar wie Glas

Noch zwanzig Tage bis Weihnachten und deshalb geht es weiter mit meinen Lieblingsweihnachtsbüchern. Dieses Mal stelle ich euch Oliver Schlicks Roman So kalt wie Eis, so klar wie Glas vor, den ich vor einem Jahr in der Leseexemplar-Kiste im Buchladen meiner Tante entdeckt habe.

Coras Welt wird erschüttert, als ihre Mutter eines nachmittags auf dem Rückweg vom Einkaufen von einem Auto überfahren wird und stirbt. Dann taucht auch noch ihr totgeglaubter Großvater auf der Beerdigung auf in Begleitung einer tollpatschigen, lakritzliebenden, ehemaligen Eishockeyspielerin, die ihr anbieten, mit in das verschlafene  Dörfchen Rockenfeld zu ziehen. In der Hoffnung, der von Erinnerungen an ihre Mutter heimgesuchten Wohnung zu entkommen, nimmt Cora den Vorschlag an und folgt ihrem Großvater in das Dorf ihrer Vorfahren. Dort erwartet sie nicht nur die Gilde der Schneekugelmacher, sondern auch die geheimnisumwobene Wilde Jagd mit ihrer Anführerin, der Holle. Und plötzlich dreht sich alles nur noch darum, die Unzerbrechliche, die erste Schneekugel zu finden.

Wenn ein Buch Weihnachtsstimmung verbreiten kann, dann wohl dieses, angefangen mit den Wundern in der Werkstatt von Coras Großvater, über Elsas Weihnachtshöhle (die lakritzliebende Eishockeyspielerin), bis hin zum verschneiten Dörfchen Rockenfeld, welches während der Weihnachtszeit im Geist dieser Jahreszeit erstrahlt. Oliver Schlick fängt die Atmosphäre dieser Zeit perfekt ein und schafft damit das ideale Setting für seine Geschichte.
Die Sage der Holle, die im Gegensatz zu der aus dem Märchen so gar nicht lieb und großzügig ist, kannte ich vor diesem Buch nicht, ebenso wenig wie die Legenden um die Raunächte und die Wilde Jagd. Schlick setzt diese gruselige Grundlage wunderbar in Szene und verbindet sie mit den Intrigen und Geheimnissen der Rockenfelder Schneekugelgilde.
Die skurrilen Figuren sind eine weitere Besonderheit dieses Buches. Neben Elsa und den verschrobenen Mitgliedern der Gilde gesellen sich noch die Schüler und Lehrer der Burg Rockenfeld, einem Internat für reiche Problemkinder. Harry-Potter-Fans werden eine ebenso … ähm … „liebenswerte“ Figur wie Umbridge im Lehrkörper vorfinden, die einem ebenso auf die Nerven gehen wird.
Mein besonderes Highlight ist das eingebundene Märchen von der Prinzessin und dem Fuchs, das in seiner schaurig-schönen Form mehrfach in die Geschichte eingewoben wurde.
Etwas vorhersehbar war an manchen Stellen der Plot, da Schlick einige Hinweise zu offensichtlich platziert hat, was man aber in einem Debütroman verzeihen kann und was das ganze Drumherum wieder wett macht.

Für Fans von Märchen und Weihnachtskitsch ist dieses Buch auf jeden Fall absolut lesenswert. Für die richtige Stimmung darf aber Weihnachtsmusik im Hintergrund und der Duft von Räucherkerzen nicht fehlen – wahlweise natürlich auch eine Tasse Tee oder heiße Schokolade 😉

Ich wünsche euch allen einen schönen zweiten Advent!

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