Pala – Das Spiel beginnt

Iris verliert ihren Vater, kurz darauf verschwindet ihr Bruder. Um der Realität zu entkommen, spielt sie Pala – ein Computerspiel, dessen Link sie von ihrem Bruder geschickt bekommen hat. Als sie jedoch das letzte Level gewinnt und plötzlich eine Videoaufnahme von ihrem Bruder in einer Gefängniszelle auf ihrem Bildschirm auftaucht und ein gewisser Mr. Oz ihr erklärt, nur sie könne ihn retten, ahnt sie nicht, in welche Gefahren sie sich begeben wird.

Pala – Das Spiel beginnt ist der Auftakt einer spannenden Trilogie aus der Feder des niederländischen Autoren Marcel van Driel. Ursprünglich schon 2011 in den Niederlanden erschienen, veröffentlichte Oetinger die erste Auflage der Übersetzung dieses Jahr leserfreundlich, heißt: alle drei Teile erschienen im Abstand von drei Monaten; man musste also nicht allzu lange auf die Fortsetzungen warten.

Das Buch handelt von dem niederländischen Mädchen Iris, das, sobald sie das Spiel beendet hat, von zwei Jugendlichen erst zu einer Schnitzeljagd quer durch ihre Heimatstadt herausgefordert, später von beiden auf die geheimnisvolle Insel Pala entführt wird, um dort als „Superheldin“ ausgebildet zu werden. Hinter allem steckt Mr. Oz, einem undurchsichtigen Unbekannten mit einer Affinität zu literarischen Klassikern wie Der Zauberer von Oz oder auch Herr der Ringe. Dieser plant einen weltverändernden globalen Anschlag und bildet für dessen Ausführung Jugendliche zu „Superhelden“ aus.

Die Trilogie ist spannend geschrieben und man kann sie kaum aus der Hand legen. Mr. Oz „großer Plan“, der erst im dritten Teil enthüllt wird, macht einem mehr als Angst und führt einem, ganz wie es sich für eine ordentliche Dystopie gehört, mal wieder vor Augen, welche Horrorszenarien doch eigentlich heute schon umsetzbar sind.
Einzig negativ fand ich die nicht einheitliche Handhabung englischer Passagen – diese wurden entweder gar nicht, sofort oder aber im Gespräch später übersetzt, wirkten jedoch oftmals unglücklich platziert und unnötig.

In die Trilogie sind mehrere Fandom-Eastereggs eingebaut: Fans von Harry Potter, Game of Thrones, Alice im Wunderland, Indiana Jones und anderen werden hier auf ihre Kosten kommen. Vor allem in Teil drei konnte ich mich an manchen Stellen vor Lachen kaum auf dem Stuhl halten, bei Anspielungen auf Game of Thrones.
Der Name Pala, nach dem die Insel benannt wurde, bezieht sich übrigens auf Aldous Huxleys gleichnamige Insel aus seinem Roman Eiland, die, wie in diesem Roman, auch nicht gewöhnlich daher kommt.

Alles in allem ist diese Reihe absolut lesenswert und beweist, dass auch andere Nationen (außer den USA) gut geschriebene Dystopien produzieren können.

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