Only Ever Yours

Stell dir vor, du wirst in eine Welt geboren, in der nichts wichtiger ist, als deine Schönheit, dein Gewicht und wie du dich kleidest. Du wirst bewundert, wenn du dünn bist, wirst ausgegrenzt, wenn du auch nur ein Gramm mehr wiegst, als dein Idealgewicht. Immer verglichen mit den Mädchen um dich rum, immer unter Druck, unter den Top-Ten sein zu müssen.
So sieht das Leben von freida aus, die designt wurde, um perfekt zu sein. Sie ist eine eve, immer hübsch, immer gut, immer bereit ihre Aufgabe zu erfüllen. Denn freida lebt in einer Welt, in der Frauen nicht mehr geboren werden, in der Frauen den Männern zu dienen haben als Gefährtin und Mutter von Söhnen, Konkubine oder als Unberührte, die sich um die Erziehung neuer eves kümmern. Gemeinsam mit ihren Schwestern wird freida erzogen, um eine dieser Aufgaben zu erfüllen, wenn sie siebzehn wird. Doch welche Rolle sie einnehmen wird, entscheidet nicht sie, sondern die Männer, und diese wählen nur die schönsten und besten eves.

Im März war ich das erste Mal im KulturKaufhaus Dussmann in Berlin, nachdem mein Professor ein halbes Jahr lang über nichts anderes gesprochen hatte. Eine tolle Buchhandlung, die jeder Bücherfreak einmal gesehen haben sollte. Das Highlight ist aber die kleine englische Abteilung, die sich versteckt in dem Gebäude befindet, und auf zwei Etagen englischen Flair ausstrahlt. Natürlich konnte ich nicht widerstehen, dort ein wenig einzukaufen (was ist schon viel…). Unter anderem landete, neben Fangirl und noch ein paar anderen Büchern, auch Louise O’Neills Buch Only Ever Yours in meinem Beutel. Mich reizte das Thema, doch nach dem ersten Aufschlagen legte ich es Zuhause bald wieder zurück auf meinen TBR-Stapel, weil es mir einfach zu anstrengend war.

Ein halbes Jahr später und völlig verzweifelt, weil ich mal wieder nichts zu lesen hatte, nahm ich es jetzt wieder zur Hand und quälte mich an einem Wochenende durch die 390 Seiten des Buches. Ich lese viele englische Bücher (schon alleine aus Ungeduld), aber so viel, wie bei diesem Buch, habe ich schon lange nicht mehr beim Lesen in einem Wörterbuch nachgucken müssen. Only Ever Yours ist vollgespickt mit Begriffen aus der Modewelt sowie Wörtern aus der Welt des Low-Carb-Food. Beides Bereiche, die nicht gerade zu meinen Spezialgebieten gehören. Weiterhin ist jeder Mädchenname in diesem Buch klein geschrieben, als Stilmittel um die Position der Frau in O’Neills Welt zu unterstreichen. Für Nicht-Muttersprachler wie mich etwas anstrengend. Dazu kam auch, dass mich die Gespräche der eves und freidas Entscheidungen ziemlich nervten, die ich nicht wirklich nachvollziehen konnte, da ihre Ideale und Ziele meinen so völlig widersprechen.
Trotzdem fand ich das Buch gut und das Ende völlig überraschend. Ich habe eine Weile gebraucht, um mich von diesem Ende zu erholen, denn ich war etwas geschockt von diesem. O’Neills Dystopie finde ich erschreckend und bedrückend und ich hoffe, dass es nicht soweit kommen wird. Lieber lebe ich in Gesellschaften wie Tris oder Katniss, als in der der eves.

Dieses Buch ist auf jeden Fall zu empfehlen, wenn auch sehr verstörend. Allerdings ist es nichts für diejenigen unter euch, die ein Happy-End bevorzugen, denn das bekommen wir Leser in diesem Buch definitiv nicht.

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