Dürfen Bücher gelesen aussehen?

Autoren schreiben Geschichten in der Absicht, dass Menschen sie lesen. Kein Autor veröffentlicht, meiner Meinung nach, sein Buch, nur um es im eigenen Regal stehen zu haben – dafür könnte er es auch über Book-on-Demand drucken und binden lassen, das ist einfacher und kostengünstiger. Autoren wollen inspirieren, zum Nachdenken anregen und zum Träumen. Doch vor allem wollen sie gelesen werden, wenn sie schon ihre Geschichte rausgeben. Wie jedoch die Bücher mit ihren Geschichten am Ende genutzt werden, das entzieht sich ihrer Einflussreichweite, denn so viele unterschiedliche Leser es gibt, so viele verschiedene Arten des Lesens werden von ihnen praktiziert.

Darf man in ein Buch schreiben, die Ecken umknicken, den Buchrücken umschlagen? Muss ich auf Heftnotizzettel zurück greifen oder darf ich markieren? Viele buchaffine Menschen haben ihre Macken und viele können sich über die kleinsten Dinge aufregen, wenn es um das Leseverhalten anderer geht. Ich habe hier meine persönlichen fünf Do’s und No-Go’s einmal aufgelistet für euch und ich weiß schon jetzt, dass viele von euch nicht meiner Meinung sein werden. Trotzdem war es mir ein Bedürfnis, diese einmal aufzuzählen.

1. Buchrücken umschlagen. Bei Taschenbüchern schlage ich den Buchrücken um, da ich so nur eine Hand zum Lesen benötige. Ich lese viel beim Gehen und da benötige ich nunmal meine zweite Hand um mich zB. am Geländer oder Haltestangen in der Bahn festzuhalten oder aber mit dem Schlüssel die Tür zu öffnen. Taschenbücher dürfen, meiner Meinung nach, gebraucht aussehen, dafür sind sie gemacht und das erfüllt sie mit Leben. Sehen ihre Buchrücken im Regal unversehrt aus, finde ich das eher verdächtig.

2. Ecken umknicken. Das ist für mich ein absolutes No-Go. Es gibt Erfindungen wie Lesezeichen und Klebezettel, die zum Markieren von merkenswerten Stellen erfunden wurden, da muss man nicht der Seite weh tun, indem man sie umknickt. Das sieht auch im Nachhinein einfach nicht schön aus. Ich weiß, dass das eventuell dem aus Punkt Eins widerspricht, aber Menschen, die Eselsohren in Bücher machen, sind mir suspekt. Seiten zu knicken oder Buchrücken sind da für mich nicht das Gleiche.

3. Textstellen bunt markieren. Textstellen zu markieren, die mir gefallen, mache ich erst seit der Oberstufe des Gymnasiums. Ich will gute Stellen einfach schnell wiederfinden und da helfen Klebezettel nicht wirklich, habe ich doch beim nächsten Mal schon vergessen, warum ich sie gerade auf diese eine Seite geklebt habe. Markieren geht schneller und ist einfacher und auch nach Jahren finde ich die Textstellen, die ich einmal mochte, in Sekundenschnelle wieder. Je öfter ich Bücher lese, desto bunter werden sie, andere Bücher bleiben auch jungfräulich – das kommt immer darauf an, wie sehr mir das Buch gefällt. Auch habe ich bei Hardcover-Büchern mehr Hemmungen, nach dem Markierstift zu greifen, als bei Paperbacks oder Taschenbüchern, da ich diese größtenteils als Erstausgabe besitze und sie damit irgendwie heilig sind.

4. Ins Buch schreiben. Wenn mir eine Szene oder Stelle besonders gut gefällt oder aber sie Fragen aufwirft, schreibe ich mit Bleistift an den Seitenrand (ich höre schon meine Mama aufstöhnen, wenn sie dies liest). Nur im äußersten Stiftemangel greife ich auch zu etwas anderem als einem Bleistift. Da stehen dann zB. Fragezeichen an der Seite oder Dinge, die ich nachschlagen will, aber auch Herzen und grinsende Smileys verirren sich ab und zu auf meine Seitenränder. Wie beim vorherigen Punkt werden diese Notizen an mich jedoch seltener, je aufwändiger die Bücher gebunden sind. Nie würde ich mir erlauben, in meine antiquarischen Schätze zu schreiben, geschweige denn etwas zu markieren – so ein Unmensch bin ich dann nun auch nicht.

5. Während des Lesens essen. In den letzten Jahren habe ich mir abgewöhnt, während des Essens ein Buch zu lesen. Zu oft landen Spritzer vom Essen im Buch und ich möchte nicht noch Jahre später wissen, welcher Fleck zu welcher Speise gehört. Das muss nicht sein und an diesem Punkt endet der Lesewahnsinn auch für mich. Ich weiß, dass viele neben dem Essen lesen, aber da ist mir das Buch dann doch zu wertvoll. Lieber gucke ich dann nebenbei eine Serie oder einen Film.

Nun kennt ihr meine Vorlieben und No-Go’s.  Seht ihr das genauso? Stimmt ihr in einigen Punkten überhaupt nicht mit mir überein? Lasst es mich doch in den Kommentaren wissen.

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