Fangirl

Schaut man sich auf englischsprachigen Buchblogs oder Facebookseiten über Bücher um, die von weiblichen Bloggern betrieben werden, findet man in vielen Headern und Shelfies immer wieder ein Buch, das heraussticht: Fangirl von Rainbow Rowell. Dieses Buch ist aus unverständlichen Gründen nie in Deutsche übersetzt worden und deshalb hierzulande fast völlig unbekannt. Um was also geht es in diesem Buch und wieso lieben es so viele?

Fangirl ist ein YA-Roman, der von Cath handelt, einem introvertierten Mädchen, das ihr erstes Semester an der Universität von Nebraska-Lincoln beginnt. Dabei fällt es ihr nicht leicht, sich einzugewöhnen. Eigentlich wollte sie sich ein Zimmer mit ihrer identischen Zwillingsschwester Wren teilen, die jedoch im Sommer beschließt, ihren eigenen Weg auszuprobieren und sich nicht nur die Haare abschneidet, sondern auch eine andere Mitbewohnerin fürs Studium sucht. Nun muss sie sich ein Zimmer mit Reagan teilen, deren friend/boyfriend Levi regelmäßig in ihrem Zimmer rumhängt. Für Cath keine leichte Situation, da sie unter Sozialer Phobie leidet und Probleme hat, sich in fremden, neuen Situationen zurecht zu finden, weswegen sie sich auch in den ersten Wochen nicht traut, alleine in der Mensa Essen zu gehen. Erst als Reagan sie unter ihre Fittiche nimmt, kann sich Cath etwas besser einleben.
Doch dies ist nicht das Einzige, womit Cath klarkommen muss. Ihr Freund trennt sich von ihr, ihre Schwester geht immer wieder feiern und trinkt zu viel und ihre Mutter, die ihre Familie im Stich gelassen hat, als die Mädchen noch klein waren, will plötzlich wieder Kontakt zu ihnen. Und dann sind da noch Nick, ein Kommilitone aus ihrem Fictional Writing Kurs, und Levi …
Das besondere an Cath ist, dass sie Fanfiction zu der fiktiven Buchreihe Simon Snow schreibt, Rowells‘ Äquivalent zu Harry Potter, dessen letzter Teil am Ende des Buches erscheint. Sie hat sich selbst vorgenommen, bis zum Veröffentlichungsdatum des letzten Teils ihre eigene Version des Endes der Geschichte zu schreiben unter dem Titel Carry On. Diese wird von tausenden Fans leidenschaftlich gelesen und gilt in ihrem Fandom als absolutes Must-Read.

Mit Fangirl beschreibt Rainbow Rowell das Leben als Student und das Leben als Mitglied eines Fandoms. Gleichzeitig erlebt man mit Cath, wie kompliziert es sein kann, sich selbst zu finden und sich vor allem damit wohl zu fühlen. Ihre Charaktere wirken real und manchmal doch zu gut, um wahr zu sein. Der Plot ist an einigen Stellen jedoch etwas vorhersehbar, allerdings spielt dieser nur die zweite Geige im Roman.
Die Autorin setzte als Besonderheit Textausschnitte aus den Sim
on Snow Büchern, den Fanfiction-Storys von Cath und Carry On als Kapitelteiler ein, streut diese aber auch in den Text selbst. Manche  Ausschnitte wirken etwas fehl am Platz, da man selbst diese fiktiven Bücher nicht gelesen hat und es keine weiteren Beschreibungen dazu gibt, andere lockern die Geschichte auf und machen Lust auf mehr. Das Ende war mir fast etwas zu pathetisch, getreu dem Motto: „All was well.“
Für alle, die nach Beenden von Fangirl unbedingt wissen wollen, was aus Simon Snow geworden ist, hat Rainbow Rowell Anfang des Jahres Carry On veröffentlicht, da sie, wie sie selbst schreibt, diesen Stoff einfach nicht aus ihrem Kopf bekommen hat und ihn schreiben musste. Auch dieses Buch ist lesenswert, wenn es auch, meiner Meinung nach, nicht ganz so schön ist wie Fangirl.

Wer weitere Bücher von Rainbow Rowell lesen möchte, findet diese auf ihrer Internetseite. Sehr zu empfehlen ist dabei auch Eleanor & Park, ein Buch über Mobbing unter Teenagern und häusliche Gewalt.
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